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Wismar Junge Brandschützer probten den Ernstfall
Mecklenburg Wismar Junge Brandschützer probten den Ernstfall
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04:14 18.03.2013
Auf Nottragen brachten die Nachwuchsbrandschützer die gleichaltrigen „Verletzten“ zur Erstversorgung. Fotos (2): Norbert Wiaterek

Beißender Qualm dringt aus einer Werkstatt. Es knallt mehrmals laut. Verletzte Personen schreien. Wenige Meter weiter wabert Rauch aus den Fenstern eines Hauses.

Auch dort gibt es Personen, die Hilfe benötigen. Dieses Szenario bot sich den Nachwuchsbrandschützern, die am Sonnabend zu einer Großübung in Groß Stieten ausgerückt waren. Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehren Bad Kleinen, Dorf Mecklenburg, Groß Stieten, Lübow, Wismar-Altstadt, Wismar-Friedenshof und Beidendorf probten den Ernstfall. Mit den erwachsenen Ausbildern und Helfern waren etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort. Elf Einsatzfahrzeuge kamen mit Blaulicht und Sirenen vorgefahren.

Einige Kinder und Jugendliche mussten 250 und 200 Meter lange Wasserleitungen legen. Sie rollten Schläuche aus, koppelten sie und gingen dann zum Löschen in eine Produktionshalle für Fenster und Wintergärten am Petersdorfer Weg sowie in ein leerstehendes Haus an der Straße Am Hof. Wegen des Frostes blieben die Wasserhähne zu. Andere Kinder suchten in den Gebäuden — mit Helmen auf den Köpfen, Pressluftflaschen auf den Rücken und Arbeitslampen in den Händen, zum Teil kriechend — nach 15 „verletzten“ Altersgenossen. Sie holten sie heraus und brachten sie mit Nottragen zur Erstversorgung.

Die geschminkte Wunden sahen täuschend echt aus. Die Betreuer gaben Tipps. Nebenbei lernten die zukünftigen Brandbekämpfer, wie mit Hilfe von Überdruckbelüftern verqualmte Räume rauchfrei gemacht werden.

Als Verletzte hatten sich die Brandschützer der Jugendwehren Wismar-Altstadt und Beidendorf zur Verfügung gestellt. Auf Tragen lagen unter anderem Marlon Ahlborn (10), Norbert Schulz (11) und Dominik Reikowill (10). Annika Koßmann und Lisa Marie Gevert (beide 17 Jahre) von der Lübower Jugendwehr leisteten Erste Hilfe und protokollierten die Handlungen. Mehrere Schaulustige verfolgten das Geschehen.

„Solche Großübungen veranstalten wir jedes Jahr. Wir schauen, wie die Zusammenarbeit der Jugendwehren funktioniert“, erklärte Stefan Kaspereit von der Wehr Wismar-Altstadt. „Klar waren hier viele aufgeregt, auch wegen der Schreie, des Qualms, der lauten Böller und der Raketen. In einer internen Auswertung sprechen wir Fehler an, damit sie künftig vermieden werden.“ Einsatzleiter Michael Hundt aus Groß Stieten war nach der einstündigen Übung zufrieden: „Man kann sehen, dass die Jugendfeuerwehren vernünftig zusammenarbeiten können.“ Alles habe recht gut geklappt. „Durch solche Übungen wird der Zusammenhalt der Wehren noch mehr gefestigt“, meinte Roland Schröder von den Groß Stietener Brandschützern.

Norbert Wiaterek

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