Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 14 ° Sprühregen

Navigation:
Junge Flüchtlinge machen verwilderten Garten urbar

Wismar Junge Flüchtlinge machen verwilderten Garten urbar

Karin Lechner, Ideengeberin für das Integrationsprojekt, sorgt für finanzielle Unterstützung

Voriger Artikel
Nachwuchsreiches Frühjahr im Tierpark
Nächster Artikel
Neue Kita öffnet zum 1. August

Konzentriert bei der Sache: Hier legen zwei Jugendliche Kartoffeln.

Quelle: Fotos: Privat

Wismar. In der Gartenanlage Lenensruh/Friesen nahe dem Klußer Damm wird seit Wochen ein verwilderter Garten wieder urbar gemacht. Ausländische Jugendliche packen kräftig mit an. „Vor allem unsere drei Mohamadis sind besonders fleißig“, erzählt Projektleiterin Marianne Kamps. Die 16- und 17-Jährigen kommen aus Afghanistan. Sie sind ohne Familienangehörige aus ihrer Heimat geflüchtet.

OZ-Bild

Karin Lechner, Ideengeberin für das Integrationsprojekt, sorgt für finanzielle Unterstützung

Zur Bildergalerie

Im Kinder- und Jugendnotdienst der Felicitas gGmbH werden sie betreut. Im Schnitt sind es hier 20 unbegleitete, minderjährige Jugendliche aus dem Irak, Syrien und Afghanistan. Rentnerin Marianne Kamps, gelernte Erzieherin mit Lehrbefähigung, vermittelt den jungen Burschen an zwei Tagen in der Woche Deutschkenntnisse. Nun erfüllt sie das Gartenprojekt mit Leben.

„So viele Gärten liegen brach und verwildern“, sagt die 67-Jährige, die in der Anlage selbst eine Parzelle betreibt. „Die Jugendlichen sollen nicht nur rumsitzen. Die Gartenarbeit ist eine sinnvolle Beschäftigung. Sie lernen kennen, was in Deutschland angebaut wird und üben auch dabei die deutsche Sprache“, erläutert die Wismarerin das Integrationsprojekt. Beim Gartenvorstand stieß die Ehrenamtlerin mit ihrem Anliegen auf offene Ohren. Die ursprünglichen Pächter waren sicher froh, ihre Parzelle los zu sein. „Auch die Gartennachbarn haben die Initiative gut aufgenommen“, berichtet Marianne Kamps. Inzwischen sind die verwilderten Ecken verschwunden und die ersten Beete entstanden. Die Jugendlichen haben Kartoffeln gelegt und Zucchini gepflanzt. „Wir werden vor allem Gemüse für den Eigenbedarf anbauen, Sorten, die die Jugendlichen nicht kennen. Auch auf diese Weise binden wir sie in unsere Kultur ein“, erklärt die Projektleiterin.

Das kleine Gartenhaus wurde entrümpelt. Für den Sperrmüll stellte der städtische Entsorgungsbetrieb EVB kostenlos einen großen Container bereit, zeigt sich Marianne Kamps dankbar. Auch für jegliche andere Unterstützung. „Unser Kollege Carsten Fennel hat mit den Jugendlichen eine alte Hollywoodschaukel zusammengebaut. Kollege Torsten Urbschat will mit ihnen eine neue Gartentür bauen. Dabei bekommen wir Hilfe von der Tischlerei Satow.“ Auch eine Sitzbank wird erneuert.

Die Abteilung Forensik der Uniklinik Rostock stellte schon zweimal in diesem Jahr Fahrräder zur Verfügung. Mit den 14 Drahteseln können die Jugendlichen schneller in „ihren“ Garten kommen.

Die Idee, einen brach liegenden Garten in Ordnung zu bringen und Gemüse anzubauen, stammt von Karin Lechner (SPD), Bürgerschafts- und Kreistagsmitglied, Kreisseniorenbeiratsvorsitzende und seit diesem Jahr „Botschafterin der Wärme“. „Dafür haben mich die Stadtwerke Wismar vorgeschlagen. Viermal im Jahr kann ich bei der VNG-Stiftung 250 Euro beantragen“, sagt Karin Lechner. Auch für das Gartenprojekt soll diese Summe fließen.

Die VNG-Stiftung in Leipzig bündelt gemeinnützige und soziale Aktivitäten. Dadurch soll das gesellschaftliche, soziale und kulturelle Engagement der Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (VNG) nachhaltig unterstützt und gefördert werden.

Haike Werfel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
Kämpfen für die schutzsuchenden Frauen: Christiane Siegler, Dinara Heyer und Mareen Schumann.

Das Frauenhaus Greifswald gibt es seit 25 Jahren / Ein Opfer häuslicher Gewalt fasst sich aus diesem Anlass ein Herz und berichtet über seine Erfahrungen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.