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Wismar Kaffeeröster für sozialen Einsatz geehrt
Mecklenburg Wismar Kaffeeröster für sozialen Einsatz geehrt
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00:00 11.09.2018
Bad Kleinen/Wismar

„Wir wollen Unternehmer ehren, die sich sozial und gesellschaftlich engagieren, Verantwortung übernehmen“, beschreibt Andreas Kraus, Pressesprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Schwerin, die Bedeutung der Auszeichnung „Unternehmer in Verantwortung“. Sie wird seit 2014 alle zwei Jahre vergeben. Bei der diesjährigen Auflage wurden sechs Unternehmer ausgezeichnet. Einer von ihnen ist Javier Román, der die Ehrung für seine Spendenaktionen zugunsten von Schulen und ganzen Kommunen in Nicaragua erhielt.

Kaffeeröster Javier Román ist von der IHK als „Unternehmer in Verantwortung 2018“ ausgezeichnet worden. Quelle: Foto: Anne Kubik

Javier Román lebt seit 1990 in Bad Kleinen und betreibt seit 2001 seinen „cafeshop especial“ in der Sargmacherstraße in Wismar. „Von Anfang an habe ich Spenden gesammelt für die Menschen in meinem Heimatland, vor allem für die Kinder“, erzählt der 59-Jährige. Erst seien es nur 300 Dollar gewesen, mit denen er damals ins mittelamerikanische Land flog – im vergangenen Jahr waren es schon mehr als 27000 Euro. „Das Geld kommt durch verschiedene Aktionen und Aktivitäten zusammen“, berichtet Román. So landet zum Beispiel das gesamte Trinkgeld im großen Sparschwein, das auf dem Verkaufstresen steht. Der Verkauf von Kaffee-Jutesäcken ist eine weitere Einnahmequelle für die Spendenbox. Für die Kunden des Geschäfts ist ganz transparent nachvollziehbar, wohin die Gelder fließen. An einer Wand hängen ausführliche Informationen zu den Projekten, die unterstützt werden. „Für uns ist es ungleich schwerer, Spendengelder zu akquirieren – anders als ein Verein können wir keine Spendenquittungen ausstellen“, erklärt Ehefrau Manuela Román. Sie arbeitet mittlerweile in dem Unternehmen mit – so wie auch die beiden Söhne Alexander und Christian. „Anders wäre es auch nicht mehr möglich, das Geschäft zu betreiben“, sind sich die Eheleute Román einig.

Die beiden hatten sich beim Studium in Moskau kennengelernt. Danach lebten sie eineinhalb Jahre in Nicaragua, wo Javier als Dolmetscher im Außenministerium arbeitete. Nachdem der damalige Machthaber abgewählt wurde, war die Arbeit weg und keine Perspektive mehr da. „Da beschlossen wir, nach Deutschland zu gehen“, erinnert sich der heutige Unternehmer. In Bad Kleinen wohnten die Eltern von Manuela. Sie übernahmen deren Wohnung und versuchten, hier Fuß zu fassen. „Damals gab es noch keine Deutschkurse so wie heute. Ich musste mir alles selbst erarbeiten“, sagt Javier. Eine zweijährige ABM-Stelle bei der Gemeinde und die ehrenamtliche Tätigkeit als Nachwuchstrainer beim SV Bad Kleinen von 1995 bis 2001 halfen ihm dabei.

Dann erbte Javier Román von seinem Opa eine kleine Kaffeeplantage, auf der er als Kind und Jugendlicher schon gearbeitet hatte. Das war der Startschuss für seine Kaffeerösterei und den Shop mit Café in Wismar. Mittlerweile gibt es noch eine Filiale in Rostock, die Sohn Alexander leitet. In beiden Läden und per Internet werden 30 Tonnen Kaffee im Jahr verkauft. Zu viel für die kleine, 15 Kilogramm fassende, auf herkömmliche Art betriebene Röstmaschine, die im Wismarer Laden steht. „Wir werden demnächst eine neue Produktionsstätte im Gewerbegebiet Kritzow errichten“, schaut Manuela Román in die Zukunft. Ohne aber ihre Prinzipien und Werte über Bord zu werfen. Dazu gehört auch, dass die Románs regelmäßig Studenten die Möglichkeit bieten, sich über eine Mitarbeit teilweise ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. „Wenn alle Unternehmen sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst wären und sich entsprechend engagieren, sähe es wesentlich besser aus in der Welt“, ist sich die 53-Jährige sicher.

Preisträger aus der Hansestadt

Über die Auszeichnung „Unternehmer in Verantwortung 2018“ können sich neben der Kaffeerösterei zwei weitere Firmen aus Wismar freuen.

Der Edeka-Markt Jens Meier ist für sein umfassendes Engagement im Bereich des Sponsorings von Sportvereinen, Kindertagesstätten, Feuerwehren und Tafeln geehrt worden.

Die Kommunikationsagentur „Lachs von Achtern“ gehört ebenfalls zu den Preisträgern. Sie überzeugte die Jury mit der Entwicklung eines deutsch-arabischen Integrationsspiels und der gelebten Integration innerhalb der Agentur.

„Das ehrenamtliche Engagement ist eine nicht zu ersetzende Säule in unserer heutigen Gesellschaft, und auch wir als Unternehmer müssen uns unserer besonderen Verantwortung bewusst sein. Lassen Sie uns auch in Zukunft gemeinsam für die Werte des ehrbaren Kaufmanns einstehen“, sagte Hans Thon, Präsident der Schweriner IHK, während der Verleihung.

Peter Täufel

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