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Wismar Kahlschlag für einen gesunden Wald
Mecklenburg Wismar Kahlschlag für einen gesunden Wald
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00:01 26.04.2016
Das soll mal ein richtiger Wald werden.“ Michael Brink, Landwirt

Zwei Flächen zwischen den Ortsteilen Neuburg und Steinhausen sehen aus, als wäre ein Orkan durchgefegt. Bis vor Kurzem standen dort Bäume dicht an dicht. „Im Ort geht schon das Gerücht, Neuburg wolle ein neues Baugebiet erschließen“, sagte Bürgermeisterin Heidrun Teichmann (Linke). Doch der Holzeinschlag hat nichts mit Plänen der Gemeinde zu tun. Vielmehr sind dafür Landwirt und Gemeindevertreter Michael Brink und einige private Waldbesitzer verantwortlich.

Grundstückseigentümer ließen zwischen Steinhausen und Neuburg auf mehreren Hektar Bäume fällen

„Seit ich nach Steinhausen zurückgekehrt bin, will ich unsere Waldfläche vernünftig beforsten“, erklärte Michael Brink den Gemeindevertretern. Denn das, was da Jahrzehnte ungehindert auf den Flächen zwischen Steinhausen und Neuburg wuchs, sei kein Wald gewesen, sondern Wildwuchs. „Mit dem zuständigen Förster wollten wir den Eigentümern von Waldgrundstücken ein Beispiel geben, wie ein Wald aussieht, der gut bewirtschaftet wird und der auch Erträge abwirft“, sagte Michael Brink. Doch dazu hätte der Wildwuchs erst einmal beseitigt, die schwachen Bäume abgenommen werden müssen. In den 15 Jahren, die er mittlerweile im Agrarbetrieb Steinhausen ist, sei es aber leider nicht gelungen, mit dem zuständigen Förster auch nur einen Baum auf der Fläche zu fällen.

Michael Brink und die Miteigentümer der Fläche suchten ein Forstunternehmen, das sie bei ihren Plänen unterstützt. „Ich denke, 15 Jahre gewartet, sind lange genug gewartet“, sagte der Geschäftsführer des Agrarbetriebs Steinhausen. Also rückten Mitarbeiter des Forstunternehmens an und haben die Bäume, zumeist Eschen, gefällt.

„Leider macht der Staatsforst bei unseren Bemühungen nicht mit“, bedauerte Michael Brink. Im Gegenteil, es werde versucht, „eine Beförsterung zu verhindern“. Es habe sogar eine Anzeige wegen illegalen Holzeinschlags gegeben. Diesen Vorwurf weist der Landwirt mit aller Entschiedenheit von sich. Die Bäume seien vor dem 15. März, dem Beginn des bis 30. September geltenden Schutzzeitraums, abgenommen worden. Zudem mussten aufgrund der Verkehrssicherungspflicht mehr der bis zu 47 Meter hohen Bäume gefällt werden, als ursprünglich geplant. „Aber wir konnten nicht riskieren, dass einer auf die Straße und womöglich auf ein Auto fällt“, erklärte Michael Brink.

Der Landwirt verweist zudem auf die Bundes- und Landeswaldgesetze. In Paragraf 11 verpflichten sie die Waldbesitzer, ihre Wälder „ordnungsgemäß und nachhaltig“ zu bewirtschaften. Wörtlich heißt es im Waldgesetz von Mecklenburg-Vorpommern: „Der Waldbesitzer ist verpflichtet, seinen Wald im Rahmen der Zweckbestimmung nach anerkannten forstlichen Grundsätzen so zu bewirtschaften und zu pflegen, dass die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes unter Berücksichtigung der langfristigen Wachstumszeiträume stetig und auf Dauer erbracht wird (Nachhaltigkeit).“

Genau das habe er auf den Flächen zwischen Steinhausen und Neuburg vor, versicherte Michael Brink. Allerdings müsse das schwache Holz raus, damit gute und gesunde Baumarten gefördert werden können.

„Mir ist klar, dass der Holzeinschlag erst einmal schlimm aussieht und großes Missfallen hervorruft“, sagte er. Die massive Maßnahme sei aber nötig gewesen, damit innerhalb der nächsten 24 Monate neue, junge Gehölze gepflanzt werden können. „Es gibt Baumarten, die so feuchte Böden, wie wir sie hier haben, gut vertragen“, sagte Michael Brink. Dann würde es auch vernünftige Zuwachsraten bei den Bäumen geben. Das oberstes Ziel des Landwirts: „Hier soll einmal ein richtiger Wald mit unterschiedlichen Bäumen entstehen.“

Von Sylvia Kartheuser

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