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Wismar Kalkhorst investiert in Millionenhöhe
Mecklenburg Wismar Kalkhorst investiert in Millionenhöhe
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00:00 14.01.2015
171400 Euro kostet die Sanierung des Dorfplatzes im Kalkhorster Ortsteil Elmenhorst.
Kalkhorst

Angesichts leerer Kassen gibt es sicherlich nur noch wenige Gemeinden, die wirklich im großen Stil investieren können. Die Gemeinde Kalkhorst gehört offenbar dazu.

In diesem Jahr sollen gleich mehrere Projekte angefasst werden. Insgesamt sollen 2015 Investitionen in Höhe von fast 5,6 Millionen Euro umgesetzt werden.

Dazu gehören neben dem Tourismusprojekt Minimare unter anderem auch die Neugestaltung des Dorfplatzes sowie die Sanierung des Steinbecker Weges im Ortsteil Elmenhorst, die Innensanierung des Sportlerheims in Kalkhorst sowie die notwendige Umgehung für den Kolonnenweg bei Warnkenhagen. „Wir haben immer dafür gesorgt, dass genug Geld da ist. Wir haben einfach gut gewirtschaftet“, sagt Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick (FWK).

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Investitionen sind vor allem auch deshalb möglich, weil eine beträchtliche Summe an Fördermitteln fließt. Wenn alles so läuft, wie es sich die Gemeinde vorstellt, könnten fast 4,47 Millionen Euro aus Fördertöpfen bereitstehen. Ein Teil davon ist bereits bewilligt, für weitere Anträge gebe es laut Neick bereits positive Anzeichen. Doch warum läuft das Einwerben von Fördermitteln in Kalkhorst offenbar so erfolgreich? „Wir haben uns bemüht“, antwortet der Bürgermeister kurz und meint damit, dass es mit der bloßen Antragstellung längst nicht getan sei.

Investitionen für Touristen

Eines der größten Projekte, dessen Umsetzung in diesem Jahr begonnen werden soll, ist das Minimare-Projekt. Der Miniaturenpark, das Muschelmuseum und das Gemeindehaus sollen zu einem Tourismuszentrum verbunden werden. Der erste Bauabschnitt mit einem Investitionsvolumen von 2,68 Millionen Euro soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. „Unser Wunsch ist eine 90-prozentige Förderung. Dafür gibt es bereits positive Signale“, sagt Dietrich Neick. Der Förderantrag dafür wurde eigens neu gestellt, jetzt beim Wirtschaftsministerium. Eigentlich sollte die Unterstützung für das Projekt aus dem Fischereifonds kommen. „Damit hätten wir nur bis zum 30. September Zeit gehabt. Das hätten wir zeitlich nicht geschafft.“ Innerhalb der nächsten vier Wochen erwarte Neick eine Nachricht zu dem Förderantrag. Die Miniaturenausstellung soll damit dann ausgebaut werden. Wegen der Arbeiten werde die Ausstellung mit zahlreichen markanten Gebäuden Mecklenburg-Vorpommerns im Maßstab 1:25 in diesem Jahr nicht geöffnet sein.

Im kommenden Jahr soll dann der Umbau des Gutshauses folgen, in dem sich auch das Muschelmuseum befindet. Auf jährlich bis zu 40000 Besucher hofft die Gemeinde. Bisher sind es etwa 14000.

Straßensanierung in Elmenhorst

Erfreuliches gibt es auch für die Einwohner Elmenhorsts zu berichten. Der Dorfplatz soll für 171400 Euro erneuert werden. 79000 Euro davon sind Fördermittel vom Landwirtschaftsministerium.

Bereits vor einigen Jahren hatte die Gemeinde den Förderantrag gestellt. Jetzt kam die Zusage.

So auch für den Steinbecker Weg, der für knapp 514000 Euro (Fördermittel: 271100 Euro) auf einer Länge von 415 Metern innerorts saniert werden soll. Der Bauausschuss der Gemeinde befasste sich gestern bereits mit den Planungen, die unter anderem eine Verbreiterung der Fahrbahn von drei auf vier Meter sowie neue LED-Straßenlampen vorsehen. Bei der nächsten Gemeindevertretersitzung sollen die entsprechenden Beschlüsse für die Projekte in Elmenhorst gefasst werden. „Der Zeitplan ist eng. Wir streben an, im März beide Maßnahmen auszuschreiben. Bis 30. Oktober müssen wir fertig sein. Wir hoffen, dass wir es bis zum Sommer schaffen“, sagt Dietrich Neick, der gleichzeitig ankündigt, dass auf die Anwohner des Dorfplatzes und des Steinbecker Weges „moderate Straßenausbaubeiträge“ zukommen werden. In einer Einwohnerversammlung, die noch nicht terminiert ist, soll darüber informiert werden.

Zwei weitere Straßen werden bei Warnkenhagen erneuert. Das ist notwendig, weil nahe des Kolonnenweges, der gleichzeitig Europaradweg ist, im vergangenen Jahr die Steilküste abgebrochen ist. Daher muss eine Umgehung gebaut werden, die rund 1,3 Millionen Euro kostet. „Wenn alles gut geht, bekommen wir dafür 1,2 Millionen Euro Fördermittel und werden noch dieses Jahr fertig“, sagt Dietrich Neick.

Sportlerheim wird schicker

Auch die Sportler der Gemeinde dürfen sich freuen. Das Sportlerheim soll innen saniert werden. 248000 Euro wird das kosten, 140000 Euro an Fördermitteln sind beantragt. Weitere Fördermittel hat die Gemeinde Kalkhorst für die Erneuerung der Straße zum Gutshaus in Neuenhagen einwerben können. Die Ausstattung des Weges mit Natursteinpflaster soll bis Ende April fertig sein und kostet insgesamt rund 210000 Euro, davon werden 138000 Euro gefördert. „Wenn das alles umgesetzt ist, sind wir weitestgehend fertig“, sagt Dietrich Neick. Mit all den Projekten in diesem Jahr und in den vergangenen Jahren hätte Kalkhorst seine Infrastruktur zum Großteil erneuert. „Wir sind froh, dass wir all die Fördermittel akquirieren konnten“, sagt Dietrich Neick. Finanziell gehe es der Gemeinde nämlich längst nicht mehr so gut wie in den vergangenen Jahren. Der Haushalt 2015, der noch beschlossen werden muss, weist ein Defizit auf. Auch 2014 gab es bereits ein Minus im Haushaltsplan. „Die Investitionen helfen uns in den kommenden Jahren, wenn es vorrangig um die Haushaltskonsolidierung geht“, sagt der Bürgermeister. So müsse für die Straßenunterhaltung weniger Aufwand betrieben werden. Durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, die rund 300000 Euro kostet und mit 257000 Euro gefördert wird, sollen jährlich etwa 20000 Euro Stromkosten gespart werden. Mit dem Tourismusprojekt Minimare sollen zusätzliche Einnahmen generiert werden. Weitere Einkünfte erhofft sich der Bürgermeister durch den Verkauf von Eigenheimgrundstücken. Sowohl in Kalkhorst als auch in Klein Schwansee sollen zehn neue Grundstücke erschlossen werden. Kostenpunkt: 150000 Euro. Diesmal ganz ohne Fördermittel.



Robert Niemeyer

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