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Kalsow: Wohn- und Stallgebäude soll für Seniorenpflege weichen

Kalsow Kalsow: Wohn- und Stallgebäude soll für Seniorenpflege weichen

Dietmar Hocke errichtet für 750 000 Euro einen Neubau. Seine Cousine Heike Hocke möchte dort Demenzkranke betreuen.

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Dietmar Hocke möchte das alte Bauernhaus (Hintergrund) abreißen und einen Neubau für die Seniorenpflege errichten — im Stil des ehemaligen Gehöfts nebenan. Seine Mieterin wird seine Cousine Heike Hocke.

Quelle: Ulrike Oehlers

Kalsow. Ein ehemaliges Wohn- und Stallgebäude in Kalsow soll abgerissen werden und einem Neubau für Seniorenpflege Platz machen. Heike Hocke aus Neuburg, die bereits einen ambulanten Pflegedienst führt und für ihr zusätzliches Angebot der Tagespflege in Neuburg Räumlichkeiten angemietet hat, möchte ihrem Unternehmen in Kalsow ein drittes Standbein verschaffen. Gegenüber betreibt die Awo Soziale Dienste gGmbH bereits ein Seniorenheim.

„Ich will den Kreislauf ein bisschen runder machen“, beschreibt die 51-Jährige ihr Anliegen. Gemeinsam mit 22 Mitarbeitern pflegt sie derzeit rund 110 Senioren in deren Häuslichkeit. Darüber hinaus bietet sie in Neuburg 14 Plätze für die Tagespflege von Menschen, die nachts zu Hause schlafen. In Kalsow soll eine ambulant betreute Wohngruppe für Demenzkranke entstehen, die dort 24 Stunden versorgt, also auch wohnen werden. Zehn Plätze sind vorgesehen. „Ich werde neun bis zwölf Mitarbeiter einstellen, je nach Pflegestufe der Bewohner“, sagt Heike Hocke. Sie wird Mieterin ihres Cousins Dietmar Hocke, der das verfallene Objekt im Winter 2012 erworben hat. Der 44-Jährige hatte 2008 bereits das alte Bauerngehöft nebenan gekauft und komplett saniert. Jetzt gibt es darin vier Ferienwohnungen, eine Mietwohnung sowie eine Veranstaltungsscheune. Das dazugehörige 16 Hektar umfassende Land nutzt der selbstständige Landwirt für den Ackerbau. „Das Gehöft wurde 1935 errichtet, als man das Gut aufsiedelte“, sagt er. Das Objekt nebenan, das einem Neubau weichen soll, sei seinerzeit nur umgebaut worden und verfüge über keine erhaltenswerte Bausubstanz mehr, so Hocke. Daher komme nur ein Abriss in Frage. Der Vor-Eigentümer, ein mittlerweile verstorbener älterer Herr, „hat sich für sein Haus gewünscht, dass es genauso wieder erblüht wie die Bauernscheune nebenan“, erzählt Dietmar Hocke. Sein Neubau soll sich optisch ebenso harmonisch in die ländliche Idylle einfügen wie die reetgedeckte Bauernscheune. Auf einer Gesamtfläche von 550 Quadratmetern sind im Erdgeschoss die Räume für die ambulant betreute Wohngruppe vorgesehen und im Obergeschoss sechs Betten für die sogenannte Urlaubs- und Verhinderungspflege sowie zwei bis drei seniorengerechte Wohnungen, erreichbar über einen Fahrstuhl. Hocke rechnet mit Kosten von rund 750 000 Euro und will zusätzlich Eigenleistungen einbringen, etwa beim Abriss. „Derzeit sind wir dabei, Baurecht zu schaffen und die Finanzierung auf die Beine zu stellen“, berichtet der Investor, der auch Mitglied der Gemeindevertretung von Benz ist. „Wenn alles glatt geht, soll im Herbst der Rohbau stehen, sodass im Winter der Innenausbau erfolgen kann. Im nächsten Frühjahr könnten dann die ersten Bewohner einziehen.“

Die Nachfrage nach ambulanten Wohngruppen sei groß, versichert Heike Hocke. Gerade für Demenzkranke sei diese Form der Betreuung geeigneter als die Pflege in einem großen Heim. „In der Pflegelandschaft sollte sich ohnehin einiges ändern. Der Mensch sollte individuell betrachtet werden“, fügt sie hinzu. Sie sieht auch den Bedarf an Urlaubspflegeplätzen. „Jeder Angehörige eines pflegebedürftigen Menschen hat Anspruch auf 28 Urlaubstage im Jahr“, erklärt sie. Für diese Zeit stehe dem Patienten ein Urlaubspflegeplatz zu. „Das wird aber zu wenig bekannt gemacht“, sagt die Seniorenpflegerin. Immerhin kann sie der eigenen Klientel ihres ambulanten Pflegedienstes dafür sorgen, dass sich das ändert.

Ich werde neun bis zwölf Mitarbeiter einstellen, je nach Pflegestufe der Bewohner.“Heike Hocke, Seniorenpflegerin

Ulrike Oehlers

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