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Wismar Kein Geld für frisch gezapftes Trinkwasser
Mecklenburg Wismar Kein Geld für frisch gezapftes Trinkwasser
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00:00 12.09.2018
Wismar

Sommer, Sonne, heiße Temperaturen – Durst. Frisch gezapftes Trinkwasser wäre eine feine Sache. Wer kennt das nicht aus dem Sommer 2018. Das dachte sich auch die Wismarer SPD. Doch aus der Installation von Trinkwassersäulen und kostenlosem Wasser für Einheimische und Urlauber wird nichts. In der Bürgerschaft gab es dafür keine Mehrheit. Zu teuer, so das schlagende Gegenargument.

SPD findet keine Mehrheit für Trinkwassersäulen im öffentlichen Raum

Die Sozialdemokraten wollten für die Durstlöscher Geld im nächsten Doppelhaushalt (2020/2021) reservieren. An zwei bis drei gut besuchten Plätzen sollten die Trinkwassersäulen zur Verfügung stehen.

Außerdem sollte geprüft werden, ob sich Sponsoren an den Zapfstellen beteiligen, um so die finanzielle Belastung für die Stadt in Grenzen zu halten.

Der Vorstoß der SPD ist nicht ganz neu. Schon 2015 ging es um Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum. „Daraufhin“, so Fraktionschefin Kerstin Adam, „erhielten wir von der Verwaltung die Antwort, dass die Installation sowie die Folgekosten zu hoch und die Stadtwerke Wismar laut Gesellschaftsvertrag dafür nicht verantwortlich sind.“

Bei den neuerlichen Recherchen habe man mehrere Städte gefunden, bei denen die dortigen Stadtwerke Trinkwassersäulen mit Hilfe von Sponsoringmitteln errichtet haben. Adam: „Viele Städte, Wasserversorger und private Anbieter betreiben Trinkwasseranlagen im öffentlichen Raum kostenlos.“

Einwohner und Touristen hätten die Möglichkeit, sich kostenlos mit qualitativ gutem Trinkwasser zu erfrischen. „Mitgebrachte Flaschen können aufgefüllt werden. Somit wird auch ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz geleistet, indem die Plastikbecher- und flaschen reduziert werden. Unser Leitungswasser ist die umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Flaschenwasser“, so Kerstin Adam.

Der super Sommer 2018 sei letztlich Anlass gewesen, den Antrag erneut einzubringen. „Gerade in der Hitze ist es besonders wichtig, auch unterwegs die Möglichkeit zu haben, sich mit frischem Wasser zu versorgen“, begründete die SPD den Antrag.

Auf der Straße gibt es mehrheitlich positive Reaktionen, wie eine OZ-Umfrage zeigt. „Ich finde, das ist keine schlechte Idee. Trinkwasser ist in den Gaststätten völlig überteuert“, meint Klaus Lehmkuhl. Irmgard Oleschewski glaubt, dass es bestimmt viele Leute gibt, die das Angebot nutzen würden. Auch Reinhardt Braatz, der das von anderen Ländern kennt, und Christa Schieritz zählen zu den Befürwortern. Tim Katzer meint: „Gratis Wasser ist immer gut. Gerade wenn es heiß ist, würde ich es auch nutzen.“ Anders Madlen Pagel. Sie würde so eine Trinkwassersäule aus hygienischen Gründen nicht nutzen. Heinz Joachim Rudo hält das Angebot für unnötig. Wasser sei günstig zu kaufen.

Kerstin Adam verhehlt nicht, dass sie verärgert ist über die Ablehnung des Antrages: „Wir haben mit mehr Zustimmung gerechnet. Ich denke, das würde Wismar gut zu Gesicht stehen, und die Kosten wären tragbar.“ Die Verwaltung beziffert die Gesamtkosten je Säule auf 19100 bis 28800 Euro. Darin enthalten sind die Trinkwassersäule, Pflasterarbeiten, Wasser- und Schmutzwasseranschluss, Zählerschacht und Baunebenkosten. Je nach Standort (Markt oder Fußgängerzone, Lage der Leitungen) und der Ausführung (zum Beispiel Edelstahl) variieren die Fixkosten. Hinzu kämen die jährlichen Kosten von etwa 5000 Euro für Trinkwasser, Abwassergebühren, laufende Instandhaltung, Pflege und Hygieneprüfung.

„Die Installation und der Betrieb von Trinkwassersäulen durch die Stadtwerke Wismar im öffentlichen Raum würde dem Gesellschaftszweck entsprechen“, so die Verwaltung. Gesellschafter der Stadtwerke sind zu 51 Prozent die Hansestadt und zu 49 Prozent die Edis AG. Die von der SPD-Fraktion gewünschte kostenlose Abgabe von Trinkwasser läge allein im Interesse des Gesellschafters Hansestadt Wismar, hatte die Verwaltung der Bürgerschaft im Vorfeld der Abstimmung mitgeteilt. Aber auch darauf verwiesen, dass die Trinkwassersäulen und die unentgeltliche Abgabe von Trinkwasser „entweder direkt von der Hansestadt Wismar oder einem Sponsor bezahlt werden“ müsse. Oder der Ausschüttungsbetrag der Stadtwerke Wismar GmbH für die Hansestadt werde gemindert.

Das Wasser an der Wasserkunst auf dem Marktplatz ist übrigens nur zum Erfrischen geeignet, nicht aber zum Trinken, so die Stadt. Ansonsten müssten Filteranlagen eingebaut werden.

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