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Keine Eiszeit mit Schülern aus Russland

Wismar Keine Eiszeit mit Schülern aus Russland

Gäste aus der Republik Baschkortostan an der Großen Stadtschule / Gegenbesuch in Ufa ist im Frühjahr 2017 vorgesehen

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Schüler und Lehrer der Großen Stadtschule „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ und dem Gaidar-Gymnasium Nr. 47 in Ufa haben in den vergangenen Tagen einiges gemeinsam unternommen.

Quelle: Scott Hoffmann

Wismar. Während auf der großen politischen Bühne zwischen Deutschland und Russland Eiszeit herrscht, werden vor Ort freundschaftliche Kontakte gepflegt. Seit dem 3.

Mir ist es sehr wichtig, mit unseren deut- schen Freunden freundschaftliche Kontakte zu pflegen.“ Tamara Ovchinnikova, Deutschlehrerin in Ufa

Mir gefällt die Liebe zu Natur und Umwelt – und das Nutzen von Mehrwegflaschen.“Svetlana Chiglintseva, Schülerin aus Ufa

Oktober verbringen 14 russische Schüler und ihre drei Lehrerinnen abwechslungsreiche Tage in ihren Wismarer Gastfamilien, im Gymnasium und bei Ausflügen in die Nachbarstädte Schwerin, Rostock und Hamburg.

Die intensive Schulpartnerschaft zwischen der Großen Stadtschule „Geschwister-Scholl- Gymnasium“ und dem Gaidar-Gymnasium Nr. 47 in Ufa besteht seit 2009. In Ufa, Hauptstadt der Republik Baschkortostan, etwa 100 Kilometer westlich des Ural, leben mehr als eine Millionen Einwohner.

Jedes Jahr treffen sich beide Seiten. Die Lehrerinnen stehen durch das Internet in täglichem Kontakt und werben für die Teilnahme ihrer Schüler.

„Mir ist es sehr wichtig, mit unseren deutschen Freunden freundschaftliche Kontakte zu pflegen, die Kinder unserer Länder zusammenzuführen und Sprachkenntnisse zu praktizieren“, sagt Tamara Ovchinnikova, Deutschlehrerin in Ufa. GSG-Lehrerin Kerstin Stottmeister ist froh, dass die Begegnung trotz der gegenwärtig angespannten Lage stattfindet. Beide Lehrerinnen setzen hiermit bewusst ein „Zeichen für Völkerverständigung und Frieden“, wie sie sagen. Und sie freuen sich über die Gastfreundschaft vieler Wismarer Familien, ohne deren Bereitschaft und Unterstützung diese Begegnungen nicht möglich wären.

In den vergangenen Jahren entstanden viele Kontakte, die von den Schülern beim Erfüllen von Hausaufgaben und Erstellen von Vorträgen eifrig genutzt werden. Als Unesco- Schule ist es den Gastgebern ein Bedürfnis, über die Schritte zum Erhalt des mittelalterlichen Stadtkerns zu informieren. Bei Stadtrundgängen, in Museen, Kirchen und dem Welt-Erbe-Haus sind die Gäste auf Spurensuche gegangen.

Auch der Mut und das Schicksal der Geschwister Scholl sowie die Denksteine für die jüdischen Bewohner beeindruckten die Gäste.

Die Schüler besuchen täglich ausgewählte Unterrichtsstunden und erarbeiten eine Präsentation zum Thema „Deutschland mit eigenen Augen“. Zum Abschluss werden sie Gasteltern und Freunden heute einen Einblick in ihren neuen Erfahrungsschatz gewähren.

„Ich habe viel Interessantes über die Geschichte Wismars erfahren. Ich bewundere die Schönheit und Atmosphäre der Stadt. Ich finde es gut, dass die Einwohner die alten Gebäude renovieren und bewahren. Besonders gut gefallen mir die Straßen mit dem Kopfsteinpflaster, auf denen es nach dem Regen keine Pfützen gibt“, sagt Rozalia Ravilova (16). Svetlana Chiglintseva ergänzt: „In Deutschland ist einiges anders als bei uns zu Hause. Beispielsweise haben die Kinder hier oft zwei oder drei Vornamen. Und mir gefällt die Liebe zu Natur und Umwelt, die Verwendung von Mehrwegflaschen. Die Deutschen sind fröhliche und lebensfrohe Menschen. Mich hat ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit berührt. Saubere Straßen, die Erhaltung der Baudenkmäler – einfach toll.“

Anlässlich des Empfangs der Bausachverständigen durch Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) gaben Schüler und Lehrer in einem Kulturprogramm einen Einblick in die Kultur der Republik Baschkortostan und erinnerten mit russischen Liedern an den Wunsch aller Menschen: „Immer lebe die Sonne “. Sie waren erfreut zu sehen, dass viele Teilnehmer im Publikum diese bekannten Lieder mitgesungen haben.

Am Sonntag treten die Gäste die Heimreise an. Der Gegenbesuch findet im Frühjahr 2017 in Ufa statt.

Heiko Hoffmann

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