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Keine neuen Klassen an Fachoberschule in Wismar

Wismar Keine neuen Klassen an Fachoberschule in Wismar

Bildungsgang am Berufsschulzentrum droht das Aus / Auch am Fachgymnasium fehlen Schüler

Wismar. Der Fachoberschule am Berufsschulzentrum Nord in Wismar droht das Aus. Nach dem Willen des Bildungsministeriums darf es in diesem Sommer keine neuen Klassen bilden – sowohl für die Fachrichtung Verwaltung als auch für die Technik nicht. Das bestätigte Karla Krüger (SPD), 2. Stellvertreterin der Landrätin. Eine entsprechende Anfrage hatte Simone Oldenburg von der Linksfraktion des Kreistages gestellt.

„Wir erreichen in beiden Klassen nicht die erforderliche Mindestschülerzahl“, berichtete Karla Krüger. An der Fachoberschule erwerben Interessenten mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem Jahr das sogenannte Fachabitur.

„Wir haben dem Ministerium vorgeschlagen, beide Klassen für den gemeinsamen Unterricht in den Kernfächern wie Deutsch zusammenzufassen und nur den fachspezifischen Unterricht getrennt durchzuführen.

Das wurde abgelehnt“, berichtete Krüger. Das Ministerium genehmige keine neuen Klassen und die angemeldeten Interessenten sollen auf die Klassen in Rostock und Schwerin verteilt werden. „Denn dort sind die Klassen an den Fachoberschulen auch nicht voll. Es ist eine landesweite Entwicklung, dass die Arbeitgeber ihre Fachkräfte lieber behalten, als fürs Abitur auf die Schulbank zu schicken.“

Die Hansestadt Wismar und der Landkreis als Träger des Berufsschulzentrums können und wollen den Vorschlag des Ministeriums nicht akzeptieren, erklärte Karla Krüger. Wismars Bürgermeister und der amtierende Landrat hätten beim Bildungsministerium bereits interveniert, sodass es noch eine Anhörung geben wird. „Das Ministerium stellt uns in Aussicht, dass wir Klassen an der Fachoberschule wieder einrichten können, wenn die Schülerzahlen erreicht werden. Die Erfahrung indes lehrt etwas Anderes.“

Ähnlich sei die Situation für den dreijährigen Bildungsgang Fachgymnasium am Berufsschulzentrum. Auch hier gibt es nicht genug Schüler für die zwei Technik-Klassen und eine Klasse für Verwaltungsberufe, die sonst gebildet wurden. Deshalb ist die Idee ebenfalls, so Karla Krüger, die Klassen in den Kernfächern zusammenzulegen und getrennten Fachunterricht durchzuführen. Das Land hingegen möchte Schüler einer Technik-Klasse nach Rostock schicken und die der Verwaltungs-Klasse nach Schwerin. Das hieße, das Berufsschulzentrum in Wismar dürfe an seinem Fachgymnasium eine Technik-Klasse behalten. „Für diese Regelung haben wir aber noch keinen Bescheid aus dem Ministerium“, sagte die stellvertretende Landrätin, „bisher gab es nur informelle Gespräche dazu.“

Haike Werfel

OZ

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