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Wismar Kinder sammeln Briefmarken für guten Zweck
Mecklenburg Wismar Kinder sammeln Briefmarken für guten Zweck
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16:49 10.10.2018
Heinrich Nacke mit Kindern der Grundschule Dreveskirchen. Sie sammeln auch Briefmarken. Quelle: privat
Wismar

Mit Briefmarken Gutes tun – das hat sich Heinrich Nacke auf die Fahnen geschrieben. Und dafür reist er viel umher. Jetzt ist er auch in Nordwestmecklenburg unterwegs gewesen und hat 75 000 gebrauchte Briefmarken mitgenommen. Die kommen zu den Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel in Bielefeld. Dort bringen sie 125 Menschen mit Behinderung in Arbeit. „Sie bereiten die Briefmarken wieder auf und dann werden sie verkauft“, berichtet Nacke. Der Erlös fließt der Stiftung zu.

Jeden Werktag kommen mehr als 400 Pakete, Päckchen und Briefe mit Marken in der Briefmarkenstelle an. Jährlich sind es 29 Tonnen. „Wir bekommen heute mehr Briefmarken als früher“, sagt Diakon Hans-Werner Mohrmann, der seit Anfang 2001 die Briefmarkenstelle leitet. „Die Briefmarken aus Bethel haben einen guten Ruf.“

Die Kontakte zu den Sammelgruppen im Umkreis von Wismar bestehen seit vielen Jahren. Hanns-Jörg Eckert, bekannt als Briefmarkenopa aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen, ist Mitte der 1990er Jahre mit Menschen an der Ostseeküste in Kontakt gekommen und hat sie von seiner Idee begeistern können, behinderten Menschen durch das Sammeln von gebrauchten Briefmarken zu helfen. „Die Begeisterung hält bis heute an“, freut sich Nacke. Viele tausend, oftmals mehr als hunderttausend gebrauchte Marken der Sammelgruppen an der Ostsee finden den Weg nach Dülmen. Gemeinsam schaffen es die beiden Gruppen, zwischen 500 000 und 800 000 Briefmarken jedes Jahr an Bethel weiterzuleiten.

Bei seinem Besuch in Nordwestmecklenburg hat der engagierte Rentner unter anderem die Grundschule Dreveskirchen besucht und Sammelboxen überreicht. „Schulen sind wichtige Multiplikatoren, denn die Kinder sprechen ihre Eltern, Großeltern und Freunde an“, sagt Nacke. Er hofft auf weitere Unterstützung. Denn Briefmarken seien schnell zusammengetragen.

Ob aus Deutschland, dem Ausland, gestempelt oder nicht, mit Umschlag oder ohne – in Bethel wird auch im E-Mail-Zeitalter noch fleißig gearbeitet. Der Verkaufsschlager ist die bunte Mischung. Gekauft werden einzelne wertvolle Marken, aber auch Kilo-Ware. Letztere erfreut sich bei Philatelisten großer Beliebtheit. Etliche Sammler haben dadrin schon kleine Schätze gefunden mit Plattenfehler, Druckzufälligkeiten und seltenen Entwertungen. Auch die gestempelten Exemplare der legendären Hepburn-Marke stammt aus Kilo-Waren-Funden. Später sind sie für 50 000 Euro und mehr auf Auktionen verkauft worden.

Als Gründungsdatum der Briefmarkenstelle Bethel gilt das Jahr 1888. Bereits in den ersten sechs Monaten sind in 369 Sendungen 18 262 Briefmarken an 232 Personen und außerdem 147 Kilogramm Marken an sechs Sammler verkauft worden. Die größte Spende einer Privatperson hat mehrere Bände umfasst mit sehr vielen und sehr seltenen ausländischen Briefmarken. Ihr Verkauf hat mehr als 25 000 Euro ergeben.

Vor dem Zweiten Weltkrieg sind Briefmarken – unsortiert und nicht gereinigt – über die Brockensammlung vertrieben worden: „eine Handvoll“ hat 20 Pfennig gekostet, „eine Mütze voll“ 50 Pfennig. Erst im Jahr 1946 ist wieder mit der Aufbereitung der Briefmarken begonnen worden: Menschen mit Behinderung haben die Postwertzeichen in der Briefmarkenstelle sortiert und gereinigt. 1988 ist Bethel selbst zum Motiv auf einer Briefmarke geworden: Die Deutsche Post ehrte die Einrichtung zu ihrem 100-jährigen Bestehen mit einem eigenen Postwertzeichen.

Hier können Marken abgegeben werden

Wer die Aktion Briefmarken für Bethel unterstützen möchte, kann sich an folgende Personen und Institutionen wenden: Fred Stellmacher (Bahnhofstraße 4 in 23974 Dorf Mecklenburg), Dietrich Horak (Seestraße 5b in Nakenstorf), Wernfried Rohde (Zum Strand 12 in Boiensdorf), die Grundschule Dreveskirchen (Schulstraße 12), die Evangelische Frauenhilfe (zu Händen Frau Michel in der Lübsche Straße 46 in Wismar) oder direkt an Heinrich Nacke (Im Lerchenfeld 26 in 48249 Dülmen bzw. per Mail: heinrich.nacke@t-online.de)

Kerstin Schröder

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