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Wismar Kinder lernen ihre Rechte kennen
Mecklenburg Wismar Kinder lernen ihre Rechte kennen
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00:10 30.04.2016
Kinderrechte müssen ganz großgeschrieben werden. Darüber sind sich die Kinder-Uni-Referenten Petra Steffan und Carsten Spies sowie die kleinen Studenten einig. Fotos (4): Nicole Hollatz
Wismar

Ein Junge, der mit einer rosaroten Puppe spielt und ein Mädchen mit Spielzeugauto? Geht denn das? „Natürlich“, sagten die Referenten Petra Steffan und Carsten Spies gestern bei der Kinder-Uni an der Wismarer Hochschule. Das Thema war für die Nachwuchsstudenten höchst wichtig, wenn auch nicht alles immer leicht zu verstehen war.

Petra Steffan und Carsten Spies gehen in der Wismarer Kinder-Uni auf wichtige Paragrafen der UN-Konvention ein

Welche Rechte haben Kinder? „Als ich so alt war wie ihr, gab es die Kinderrechte noch nicht so richtig“, erklärte Carsten Spies. Er ist Landesgeschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern — sozusagen der Fachmann für Kinderrechte. Petra Steffan ist Gleichstellungsbeauftragte in der Wismarer Stadtverwaltung.

Mit riesigen Buchstaben, die die Kinder nach und nach nach vorne holten und zum Wort „Kinderrechte“ aufstellten, erklärten die beiden die wichtigsten der 54 Paragrafen der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. „Die Rechte gelten für alle Kinder weltweit“, berichtete Carsten Spies.

Beispielsweise Artikel 24 mit dem Recht auf sauberes Trinkwasser. „Hier in Deutschland ist das kein Problem, du machst den Wasserhahn auf und hast sauberes Wasser. Aber für die Kinder in Afrika ist das was anderes!“, machte Petra Steffan den Kindern klar, dass diese Kinderrechte nicht selbstverständlich sind. Carsten Spies erzählte von den Flüchtlingen, die auch mit ihren Kindern nach Deutschland kommen: „Kinder haben das Recht, bei Flucht oder Krieg besonders geschützt zu werden. Und das gilt für alle Kinder auf der Welt!“ Denn alle Kinder auf dieser Welt sind gleich viel wert — auch ein Grundsatz der Kinderrechtskonvention. Und wenn Kinder aus anderen Ländern flüchten müssen, haben sie in ihrem neuen Land dieselben Rechte wie alle anderen Kinder.

Das Recht auf Sicherheit, eine gute Ernährung, auf Natur, auf Spielen und Erholung, Erziehung und Entwicklung, auf Bildung, auf eine eigene Meinung: „Ihr habt das Recht, euch einzubringen bei Themen, die euch betreffen. Eltern, Erwachsene, Lehrer oder Richter beispielsweise müssen euch zuhören“, erklärte Carsten Spies. Petra Steffan warb bei den älteren der Kinder-Uni-Studenten für das Wismarer Kinder- und Jugendparlament — dort können sich Mädchen und Jungen einmischen. Eltern müssen beim Einmischen die Grenzen beachten und respektieren: „Niemand hat das Recht, eure Briefe oder euer Tagebuch zu lesen oder euer Zimmer zu durchsuchen!“ Zum Nachlesen bekamen die Kinder die Broschüre „Meine Rechte“ vom Deutschen Kinderschutzbund mit nach Hause.

Von Nicole Hollatz

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