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„Kiste“ am Friedenshof II als Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche

Wismar „Kiste“ am Friedenshof II als Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche

Das Klackern der Billardkugeln ist im ganzen Haus hörbar. Michaela Wenhardt (21) und Kai Brose (20) spielen gegeneinander.

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Saskia Niehoff (10), Stella Jakob (9), Cintia Niehoff (8), Kersten Holm und Pia Senkpiel (13, v. l.) beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht- Spiel in der „Kiste“.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Das Klackern der Billardkugeln ist im ganzen Haus hörbar. Michaela Wenhardt (21) und Kai Brose (20) spielen gegeneinander. So wie fast jeden Nachmittag. Die beiden gehören zu den älteren Besuchern in der „Kiste“, dem gerade wiedereröffneten Jugendclub am Friedenshof II. Direkt am trostlos leeren Einkaufszentrum und gegenüber der schön sanierten Grundschule fällt der bunt bemalte Flachbau auf. Endlich ist wieder Leben im Haus. „Ich war schon als Fünfjährige hier in der ,Kiste’“, erzählt Michaela Wenhardt. „Das ist wie mein Zuhause“, spricht sie das aus, was viele denken. Ein Jugendclub mit einer jahrzehntelangen Tradition. Die „Kiste“ war als „Cola-Schuppen“ zu DDR-Zeiten schon ein beliebter Treffpunkt. In den 1990er-Jahren wurde die „Kiste“ mit zwei Angestellten und drei ABM-Kräften offen gehalten. Michaela Wenhardt weiß, wie es war, als der Jugendclub immer wieder schließen musste. „Ein ständiger Wechsel, mal auf, mal zu“, erinnert sie sich an die Jugendjahre. Nun ist er wieder geöffnet. „Kersten ist unsere Hoffnung“, lacht Michaela und spielt die Partie weiter.

Diese Hoffnung heißt Kersten Holm, die Sozialpädagogin im Jugendclub. „Er stand zuletzt über ein Jahr leer“, erzählt sie und zeigt, was seit der Eröffnung am 1. Juni alles gemacht werden musste.

Putzen, aufräumen, ausmisten, es wieder gemütlich herrichten. Bis zu 20 Kinder und Jugendliche kommen nachmittags, spielen Brett- oder Kartenspiele, darten, kochen zusammen, quatschen, hören Musik, treffen sich mit Freunden und genießen den geschützten Raum. Es hatte lange gedauert, bis die Wismarer Awo als Betreiberin jemanden mit dem Abschluss als Sozialpädagoge fand, der die „Kiste“

nachmittags und in den Abendstunden offen halten kann. Deswegen ist Kersten Holm die Hoffnung der Kinder, der Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom Friedenshof II. „Ich bin fast jeden Tag hier“, erzählt Stelle Jakob. Die Neunjährige kommt gleich nach der Schule und bleibt bis abends um sechs, spielt Tischtennis, macht was mit ihren Freundinnen oder kocht zusammen mit Kersten. Die Ältesten, die in die Kiste kommen, gehen auf die 30 zu. Aus den Jugendlichen von früher sind Erwachsene geworden, die ihren Nachwuchs mitbringen. Kersten Holm hilft bei Problemen, vermittelt Ansprechpartner oder ist einfach zum Erzählen da. Montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr hat der Treffpunkt geöffnet – auch in den Ferien.

Nicole Hollatz

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