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Kita-Kinder entdecken Wald in Moidentin

Moidentin Kita-Kinder entdecken Wald in Moidentin

Immer weniger Kinder spielen heute noch draußen. Ein Waldspaziergang ist deshalb etwas besonderes und soll den Mädchen und Jungen die Natur näher bringen.

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Mit Gänseblümchen, Ahornblatt und Butterblume als Eintrittskarte kommen die Frida, Nora und Lilly an Revierförster Ralf Lohmann vorbei hinein in den Wald.

Quelle: Nicole Buchmann

Moidentin. Die Eintrittskarten! Sie haben die Eintrittskarten vergessen. Die Mädchen und Jungen der „Gummibärenbande“ aus der Kita Dorf Mecklenburg stehen am Waldrand entlang der Bahnstrecke in Moidentin und sehen sich ratlos an. Doch Revierförster Ralf Lohmann beruhigt: „Wir suchen uns etwas Weiches aus dem Wald und nehmen das als Eintrittskarte.“ Gänseblümchen, Ahornblatt oder Butterblume - all das taugt, um eingelassen zu werden in die Stille unter dem noch lichten Blätterdach. Die Kinder entdecken Spinne, Moos und Gewitterkäfer. Und Lohmann erklärt. Dass diese Spinne eine Raubspinne ist und springen kann, zum Beispiel.

 

Rätselhaftes Waldgetier

Jane-Diana Picha ist begeistert. „Die Kinder sind neugierig im Wald. Und es ist wichtig, damit sie die Verbindung zur Natur bekommen“, sagt die Erzieherin. Zudem lerne sie selbst dazu, sie wisse nicht so viel über den Wald.Revierförster Lohmann gibt den Mädchen und Jungen dann auch ein Rätsel auf: „Ich habe Nagezähne - aber eine Maus bin ich nicht. Ich esse mit den Händen - aber ein Affe bin ich nicht. Ich habe einen roten buschigen Schwanz - aber ein Fuchs bin ich nicht.“

Den Kindern ist schnell klar, dass Lohmann kein anderes Tier meinen kann als das Eichhörnchen. Und so ziehen sie dann als Eichhörnchen weiter durch den Wald, verstecken Nüsse, halten kurz Winterschlaf und versuchen, das unter Laub und zwischen Baumwurzeln verscharrte Futter wiederzufinden. So manches Eichhörnchen aber braucht ordentlich Winterspeck, um über den Winter zu kommen, denn nicht jedes Kind findet jede seiner vier Nüsse wieder.

Zurück in die Natur

Lohmann ist zertifizierter Waldpädagoge und streift mit Kindern und Jugendlichen aller Altersklassen durch seine Forst. „Der Wald ist nicht nur dafür da, um Holz rauszuholen, sondern auch, um schon als Kind die Natur zu entdecken“, sagt der zweifache Vater. Während er die Kita-Kinder als Eichhörnchen durch den Wald stapfen lässt, bestimmen ältere Schüler den Kalkgehalt im Boden oder lernen, wie der Wald Kohlenstoffdioxid speichert.

„Wir erleben immer öfter, dass Kinder gar keinen Bezug mehr haben zu den Dingen, die sie umgeben. Woher zum Beispiel das Papier kommt, auf dem sie malen“, sagt Peter Rabe von der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern. In der heutigen Zeit sei es selbstverständlich, Erdbeeren auch im Winter zu bekommen und im Sommer Skifahren zu können. „Wir Menschen sind Natur. Und je stärker wir uns von der Natur entfremden, desto mehr besteht die Gefahr, dass wir uns von unserem Leben selbst entfernen“, sinniert Rabe. Mit seinen Kollegen versucht er deshalb, Kinder so früh wie möglich an die Natur heranzuführen, sie die Welt draußen mit allen Sinnen erleben zu lassen.

Die Mädchen und Jungen der Kita aus Dorf Mecklenburg haben sich an einem Baumstamm zur Mahlzeit niedergesetzt. Schokoriegel, Wienerwurst, Brot mit Käse, Apfel. Ralf Lohmann schiebt mit dem Schuh das Laub auf dem Waldboden beiseite, scharrt eine kleine Kuhle und zeigt hinein. „Dorthin kannst Du Deinen Apfelgriebsch werfen“, sagt er. „Den holen sich dann andere Tiere.“ Wie auch die verlorenen Nüsse der Kindergarten-Eichhörnchen aus der Gummibärenbande.

Nicole Buchmann

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