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Kleiner Steinmarder richtet großen Schaden an

Zierow Kleiner Steinmarder richtet großen Schaden an

Raubtier zerstört Dachdämmung in Zierow / Ein Paar muss 20000 Euro zahlen / Jäger empfiehlt Lebendfallen sowie die Vertreibung mit Geruchsmitteln und Ultraschall

Zierow. Wenn der pelzige Geselle seine Runden drehte, war an Schlaf nicht zu denken. Ein Marder sorgte im Haus von Erika Fischer (77) und Eberhard Adler (88) am Zierower Möwenweg wochenlang für Unruhe. „Nachts im Bett hörten wir aus Richtung Dach ein Trapsen. Es klang wie ein Hund, der über Parkett läuft. Ein knarrendes Geräusch“, erinnert sich der Hausbesitzer, „richtig nervig!“.

Lange wusste das Paar nicht, wer im Dachkasten umhertippelte. Erst Mitarbeiter eines Wismarer Baubetriebes sorgten für Gewissheit: Ein Steinmarder hatte es sich oben gemütlich gemacht und einen großen Teil der Dämmung zerfressen. „Als die Dachpfannen runter waren, sahen wir das ganze Ausmaß der Zerstörung. Es war schrecklich, die Dämmung war rundum aufgerissen“, beschreibt Erika Fischer die Situation. „Der Marder hatte neben seinen Kuschelplätzen tote Vögel, eine tote Ratte, Knochen, Brotreste und Eierschalen hinterlassen.“

Mit einem Vergrämungsmittel sei der unliebsame Besucher nicht zu vertreiben gewesen. Und auch eine Falle auf dem Dach habe nichts gebracht. „Das Ei in der Falle war weg. Leider war der Marder auch nicht zu sehen.“ Erst später konnte Schädlingsbekämpfer Torsten Wegemann das Raubtier in eine Lebendfalle auf dem Garagendach locken und es dann viele Kilometer entfernt wieder aussetzen.

Der ausgewachsene Steinmarder sorgte für einen großen Schaden. Erika Fischer und Eberhard Adler hatten keine Wahl. Sie mussten das Dach ihres 1994 erbauten Hauses umdecken und die Dämmung ersetzen lassen. Auch die Dachkästen, die erst wenige Wochen zuvor neu gestrichen worden waren, mussten erneuert werden. Die Aktion kostete die Zierower insgesamt rund 20000 Euro. Dann die nächste Hiobsbotschaft: Die Versicherung zahlte nicht. „Man teilte uns mit, dass viele Hausbesitzer Probleme mit Mardern haben. Keine Versicherung übernimmt das Risiko“, so Eberhard Adler. „Also ist man einem unabwendbaren Ereignis völlig hilflos ausgeliefert.“

Das Paar aus dem Möwenweg kennt in Zierow und Umgebung mehrere Fälle, wo sich Marder Nester unter Hausdächern bauten oder es sich auch unter Motorhauben von Autos bequem machten und Kabel anknabberten. „Es wird höchste Zeit, dass von staatlicher Seite Maßnahmen ergriffen werden, um dieser ungesunden Situation zu begegnen. Es muss eine Balance geschaffen werden zwischen dem Schutz bedrohter Tiere und dem Schutz der Menschen vor Wildtieren“, meint Erika Fischer.

„In unserer Region gibt es generell viele Marder, aber auch andere Tiere, die immer mehr in Wohngebiete vordringen, etwa Wildschweine, Rehe und Waschbären“, weiß Renee Pollak (50), Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Nordwestmecklenburg. „Steinmarder haben keine natürlichen Feinde. Bei Menschen finden sie genug Nahrung, unter den Dächern ist es trocken und warm, dort haben sie ihre Ruhe.“ Es sei jedoch kompliziert, die kleinen, flinken Tiere aus Wohnsiedlungen zu vertreiben. Pollak empfiehlt neben Geruchsmitteln auf Ammoniak-Basis auch Ultraschall oder von Experten aufgestellte Lebendfallen. „Am besten, man wendet sich an den Jagdpächter vor Ort und bespricht die Situation. Generell ist es aber so, dass jeder Hausbesitzer aufgefordert ist, sein Eigentum zu sichern.“

Schädlingsbekämpfer Wegemann, der in Zierow wohnt, sagt: „Marder sind Reviertiere. Ist eines weg, kommt das nächste. Ich weiß, dass in unserer Gegend viele Marder herumkreuchen, bin aber dagegen, diese Tiere abzuschießen, wie von einigen Bürgern gefordert. Fangen und Aussetzen ist eine bessere Lösung.“

Norbert Wiaterek

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