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Wismar Kleines Straßendorf mit großem Potenzial Familie Diederichs bewirtschaftet den eigenen Hof in elfter Generation
Mecklenburg Wismar Kleines Straßendorf mit großem Potenzial Familie Diederichs bewirtschaftet den eigenen Hof in elfter Generation
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00:01 26.09.2017
Jörg und Katrin Diederichs mit zwei ihrer Töchter und den Enkelkindern an einem Lieblingsplatz auf dem Hof am Teich.

ist ein typisches Straßendorf, das bedeutet, das sich fast alle Grundstücke und Höfe entlang der durchgehenden Straße – in diesem Fall ist es die Kreisstraße nach Satow – verteilen.

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Schmadebeck ist ein typisches Straßendorf, das bedeutet, das sich fast alle Grundstücke und Höfe entlang der durchgehenden Straße – in diesem Fall ist es die Kreisstraße nach Satow – verteilen.

Bis 2004 war Schmadebeck eine eigenständige Gemeinde und gehörte zum damaligen Amt Kröpelin. Mit dem Ausscheiden der ehemaligen Nachbargemeinde Alt Karin, die mit anderen Nachbarn die neue Gemeinde Carinerland gründete, wurde das Amt Kröpelin aufgelöst und Schmadebeck wurde Ortsteil der Stadt Kröpelin. Eine Entwicklung, die von den Schmadebeckern nicht infrage gestellt wird. „Schmadebeck hat sich immer an Kröpelin orientiert. Wir gehörten schon immer der dortigen Kirchgemeinde an, seit 1963 gehen die Kinder dort zur Schule und zum Einkaufen fahren wir eher nach Kröpelin als nach Satow oder Bützow“, sagt Jörg Diederichs.

Der 58-jährige Landwirt ist Vorsitzender des Schmadebecker Ortsbeirates und wirkte auch schon als Stadtvertreter in der Kommunalpolitik mit. Diederichs, der in Schmadebeck geboren und aufgewachsen ist und mit seiner Frau Katrin den Bauernhof in elfter Generation betreibt, sagt, er könne sich nicht vorstellen, an einem anderen Ort zu leben. Drei Töchter haben die Diederichs. Und Enkel sind auch schon da. Die Zukunft des Hofes in Familienbesitz ist also gesichert. Wohl auch, weil die Diederichs wie andere Landwirte im Dorf auch als zweites Standbein auf den Tourismus setzen und Urlaub auf dem Bauernhof anbieten.

Über die frühe Geschichte des Ortes Schmadebeck ist nicht viel bekannt. Nur soviel: Die Landwirtschaft hat die profilreiche Hügellandschaft schon immer geprägt. Das Land „an der Smedebek“ gehörte im 14. Jahrhundert zu den Besitztümern der Adelsfamilie von Örtzen in Roggow. Diese verkaufte das Land an das Kloster in Bad Doberan, das zunächst vier Höfe an Bauern verpachtete. Später kam ein fünfter Hof dazu. Während des 30-jährigen Krieges (1618- 1648) hatte das Dorf unter den durchziehenden Truppen zu leiden. So steht es auch auf der Internetseite der Stadt Kröpelin. „So viel ich weiß, wurde alles verwüstet, die Bauern haben neu anfangen müssen“, berichtet Katrin Diederichs. Sie hat die Geschichte der Familie und des Hofes, der in landestypischer Bauweise als Dreiseithof angelegt war, erforscht und eine Ahnentafel angelegt. Diese geht bis in die Zeit kurz nach dem 30-Jährigen Krieg zurück. Interessanterweise taucht da auch ein Jochen Schmadebeck auf.

Landwirtschaft dominiert das Dorf, in dem 85 Einwohner leben, auch heute noch und die Zahl der Höfe hat sich auch nicht verändert. „Alle Höfe werden heute von klugen Landwirten bewirtschaftet“, sagt Rüdiger Kropp wissend, der ebenfalls in Schmadebeck aufwuchs und „niemals von hier wegziehen“ würde. „Auch weil der „Zusammenhalt im Ort sehr ausgeprägt ist“. Kropps Vater war zu DDR-Zeiten Vorsitzender der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Hügelland“. Auch Sohn Rüdiger Kropp (61), der als Bauamtsleiter im Kröpeliner Rathaus arbeitet, ist Chef der L.P.G. „Hügelland“.

Nur verbirgt sich hinter dem Kürzel die „Land Projekt Gemeinschaft.“ Sie organisiert seit 1996 den mittlerweile legendären „Dorfrock“ in Schmadebeck und andere kulturelle Höhepunkte.

Zur jüngeren Geschichte des Dorfes gehörte bis 2005 auch die sportliche Komponente. 1965 wurde der Landsportverein (LSV) Schmadebeck gegründet. Die Fußballmannschaft des LSV hielt sich immerhin einige Jahre in der Bezirksklasse. Die 40-jährige Geschichte des Vereins hat auch Rüdiger Kropp, zunächst als Spieler und später als Trainer, mitgeschrieben. 2005 schloss sich die in die Kreisklasse abgestiegene Mannschaft dem Kröpeliner SV an.

Aber Fußball gespielt wird in Schmadebeck immer noch oder wieder. Jetzt sind es Kinder, die regelmäßig auf dem Sportplatz des Kröpeliner Ortsteiles bolzen. „Erfreulicherweise werden es immer mehr“, sagt Rüdiger Kropp.

Rolf Barkhorn

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