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Klützer Kleinbahn startet erst 2014

Klütz Klützer Kleinbahn startet erst 2014

Strecke zwischen Klütz und Reppenhagen ist zwar offiziell freigegeben. Doch der Bahnhof ist noch nicht fertig.

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Nach dem Abriss des DDR-Anbaus werden das Bahnhofsgebäude von 1906 weiter saniert und ein Bahnsteig errichtet.

Klütz. Eigentlich könnte die Kleinbahn zwischen Klütz und Reppenhagen jetzt starten. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV hat in der vergangenen Woche die Gleisstrecke abgenommen und den Betrieb gestattet. Doch weil die Arbeiten am Bahnhofsgebäude in Klütz noch nicht fertig sind, geht die touristische Attraktion erst im Mai 2014 in die Spur.

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Nach dem Abriss des DDR-Anbaus werden das Bahnhofsgebäude von 1906 weiter saniert und ein Bahnsteig errichtet.

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Das teilte Ludger Guttwein mit. Er ist der Vorstand der Stiftung Deutsche Kleinbahnen, die nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro in den Streckenneubau, die Bahnhofssanierung und die Aufarbeitung diverser historischer Lokomotiven gesteckt hat. Öffentliche Zuschüsse, so Guttwein, habe es dabei nicht gegeben. Etliche Tonnen fabrikneuer Schienen mit einer Spurweite von 600 Millimetern wurden verlegt. „Regelspurgleise der Deutschen Bahn haben dagegen eine Spurweite von 1435 Millimetern“, veranschaulicht er. Bei der Schmalspurvariante gebe es nicht viel Auswahl unter den Loks, „es gibt keinen richtigen Markt dafür“. Oftmals bliebe nur ein Tausch oder ein Kauf bei Sammlern. So hat Ende Juni die Dampflok Krauss, Baujahr 1921, Klütz erreicht. „Wir haben sie vor zwei Jahren von einem Sammler aus Thüringen gekauft. Sie war ursprünglich bei einem Industriebetrieb in Bayern im Einsatz“, erzählt Guttwein. An ihr sind allerdings noch einige Restarbeiten erforderlich.

Die Dampflok Riesa, Baujahr 1948, ist hingegen schon voll betriebsfähig. „Wir haben sie vor sechs Jahren gekauft. Ihr erster und einziger Einsatz war während der Bauarbeiten für den Hamburger Flughafen“, so der Stiftungsvorstand. „Sie ist zwei Jahre lang in der Schweiz aufgearbeitet worden und seit drei Jahren betriebsfähig.“ Ende Juni kam außerdem die Diesellok Schöma nach Klütz. „Sie war zuletzt bei Stainzer Lokalbahn eingesetzt — das liegt bei Graz in Österreich — und wurde bei Thyssen Krupp/Wisag komplett aufgearbeitet. Sie hat auch letzte Woche ihre Abnahme erhalten“, sagt der Bahnliebhaber. Vier weitere Diesellokomotiven befinden sich derzeit noch in einer Auffrischungskur. „Außerdem werden wir als Ausstellungsstücke sowie für Arbeitszüge in Klütz weitere 14 Diesellokomotiven der Baujahre 1932 bis 1964 vorhalten.“ Diese Fahrzeuge stehen in der Wagenhalle, in der sich 180 Meter Gleise befinden und die nur zu speziellen Terminen wie einem Tag der offenen Tür allgemein zugänglich sein wird.

Der erste voll aufgearbeitete Personenwagen hat ebenfalls Anfang Juli grünes Licht erhalten. „Er wurde 1914 gebaut und an die Ortelsburger Kleinbahn im heutigen Ostpreußen geliefert“, so Guttwein.

Vier weitere Personenwagen befinden sich noch zur Runderneuerung in der Werkstatt, sie sollen bis zum Betriebsbeginn im Mai nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Vier Personenzüge verfügen über 24 Sitzplätze sowie ein paar Stehplätze, einer hat 48 Sitzplätze. Alle stammen aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts.

Die Kleinbahn soll zwischen Mai und September täglich mit voraussichtlich fünf Zugpaaren verkehren, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Die Fahrt von Klütz nach Reppenhagen dauert 25 Minuten, „mit Umsetzen ist eine Stunde Gesamtfahrzeit geplant“, so Guttwein. In Stellshagen werde es einen Haltepunkt geben. Der Preis stehe noch nicht fest. Bei Sonderveranstaltungen werde es auch einen Reiseführer unterwegs geben, regulär jedoch nicht.

„Wir erhalten täglich Anfragen, wann es endlich losgeht“, berichtet Eva Eckert, Leiterin des Stiftungsbüros, das sich im Klützer Bahnhofsgebäude von 1906 befindet. Nach dem Abriss eines DDR-Barackenanbaus wird nicht nur das alte Haus weiter saniert. Es entsteht auch ein neuer Bahnsteig, alles wird neu gepflastert. Guttwein: „Bis alles fertig ist, haben wir September oder Oktober.“

Vor rund zwei Monaten sind bereits fünf Laternen angekommen, die den Charme von alten gasbetriebenen Straßenleuchten versprühen, als Vorlage dienten Fotos aus dem Jahr 1906.

Trasse und Kaffeebrenner
Die Trasse, die früher Klütz und Grevesmühlen miteinander verband, ist etwa acht Kilometer lang.


Der „Klützer Kaffeebrenner“, wie die Schmalspurbahn schon früher genannt wurde, soll allerdings vorerst nur zwischen Klütz und Hof Gutow pendeln und dabei durch Wiesen und Felder fahren und das nur einige Hundert Meter vom Schloss Bothmer entfernt.


Die Stiftung Deutsche Kleinbahnen ist sich sicher, dass der Klützer Bahnhof mit seiner Schmalspurbahn viele Gäste anziehen wird.

 

Ulrike Oehlers

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