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Ausstellung in der Wismarer Markthalle zeigt bis Sonntag die menschliche Anatomie

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In etwa 100 Scheiben geteilt wurde dieser Mensch – das Ausstellungsstück ist insgesamt zehn Meter lang.

Wismar. Ein Mann steht in der Wismarer Markthalle. Er blickt in die Ferne. Er ist nackt. Und er ist tot. Bis Sonntag gastiert in der Halle am Marktplatz die anatomische Ausstellung „Körper – die Lehre der Toten.“ Über 200 Exponate – alles Teile von menschlichen Körpern – sind zu sehen. Lungen von Rauchern und Nichtrauchern, Gehirne, Gelenke, die Haut eines Erwachsenen. Auch ein Mensch in Scheiben, aufgereiht auf circa zehn Meter Länge. Das Ziel der ungewöhnlichen Schau: Die Besucher sollen das Wunderwerk Mensch besser verstehen.

OZ-Bild

Ausstellung in der Wismarer Markthalle zeigt bis Sonntag die menschliche Anatomie

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„Unsere Ausstellung ist rein medizinisch aufbereitet“, erklärt Organisator und Leiter Harry Huppertz. Gemeinsam mit seinem Team tourte er mit der Ausstellung durch verschiedene Länder in Europa und nun durch Deutschland. „Die Besucher können etwas zur Anatomie des Menschen lernen und den Organismus besser verstehen. Bei uns steht die Bildung im Vordergrund.“ Ganz bewusst grenzt er die Schau von Gunther von Hagens Körperwelten ab. „Wer unsere Ausstellung nur besucht, um Leichen zu gucken, der wird nicht auf seine Kosten kommen“, sagt Huppertz. „Auch finden die Besucher bei uns keine Reiter, Schachspieler oder Radfahrer, wie das in den Ausstellungen Gunther von Hagens zu sehen ist.“ Im Fokus stehen medizinische Posen. „Auch deshalb sind die Muskeln bei unseren Exponaten nicht rot eingefärbt, wie das in anderen Ausstellungen der Fall ist“, erklärt Huppertz. Die Ausstellung befasst sich mit sämtlichen lehrplanrelevanten Themen der Klassenstufen sechs bis zwölf. „Auch für medizinische Berufe, wie beispielsweise Physiotherapeuten oder Masseure, ist das spannend“, sagt der Ausstellungsleiter. Themenschwerpunkte sind Skelett, Gehirn, Nervensystem, Herz und Blutkreislauf, Verdauungssystem, Atemwege und Lunge, Bewegungsapparat, Geschlechtsorgane, Nieren und Harnwege sowie Sinnesorgane. Was bis vor einigen Jahren nur für Mediziner in den Sektionssälen zu sehen war, soll durch die Schau einem breiten Publikum geöffnet werden. Zu den Hintergrundinformationen auf den Schautafeln, werden auch verschiedene Krankheiten, das Thema Rauchen oder die Organspende angesprochen.

„Ich weiß, dass die Ausstellung nicht jeden interessiert oder jedem gefällt“, räumt Harry Huppertz ein. Oft genug gebe es Kritiker, die solch eine Schau ethisch fragwürdig finden.

Für die junge Besucherin Angelina Aran ist „Körper – Die Lehre der Toten“ ein gelungener Mix. „Ich bin das erste Mal in so einer Ausstellung“, sagt die 17-jährige Hamburgerin. Von der Schau hat sie zufällig während ihres Kurzurlaubs in Wismar erfahren. „Und da ich an meiner Schule das naturwissenschaftliche Profil mit den Schwerpunkten Biologie und Chemie gewählt habe, interessiert mich das natürlich besonders.“ Die Zwölftklässlerin nimmt sich Zeit für die Exponate, liest die Texte aufmerksam. „Was ich bisher gelesen und gesehen habe, finde ich sehr informativ. Ich habe schon einiges gelernt“, sagt sie. So zum Beispiel, dass die Haut eines durchschnittlichen Erwachsenen rund zwei Quadratmeter groß und zehn Kilogramm schwer ist.

Leihgaben aus den USA

Die plastinierten Exponate sind

eine Leihgabe der Firma Corcoran

Laboratories aus Michigan in den USA. Das Unternehmen ist der

führende amerikanische Hersteller medizinischer Präparate für medizinische Fakultäten. Nach Ende der Tour durch Europa werden die Ausstellungsstücke wieder zurückgegeben.

Die amerikanischen Körperspender haben zu Lebzeiten darüber verfügt, dass ihr Körper nach dem Ableben der Ausbildung von Medizinern

sowie der Aufklärung von Laien zur Verfügung stehen soll. In den USA spenden jährlich etwas 20000 Menschen ihre Körper der Anatomie.

Der Konservierungsprozess wurde von der Dow Corning Corporation

of Midland in Michigan entwickelt. Corcoran Laboratories hält für

diesen Prozess seit 1996 die weltweiten Patentrechte.

Die Öffnungszeiten der Schau

bis Sonntag, 19. Februar, sind

durchgehend von 11 bis 18 Uhr.

Video der Ausstellung unter

www.ostsee-zeitung.de/video

Vanessa Kopp

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