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Kompetent, klar, fair — und weiblich

Frauen in Führungspositionen: Nordwestmecklenburg mit einer guten Quote Kompetent, klar, fair — und weiblich

Es gibt Schulleiterinnen, Fachbereichsleiterinnen, aber zu wenige Bürgermeisterinnen.

Grevesmühlen. In den Schulen sind sie keine Seltenheit, in der Verwaltung auch nicht: Frauen im Chefsessel.

Frank Becker und Tobias Jarzombek sind die (männlichen) Ausnahmen im Schulleiterdienst. Becker leitet das Ernst-Barlach-Gymnasium in Schönberg, Jarzombek die Evangelische Inklusive Schule „An der Maurine“ in Schönberg. Grevesmühlen, Boltenhagen, Kalkhorst, Klütz, Dassow, Selmsdorf, Wahrsow, Lüdersdorf — alle Schulen werden von Frauen geführt.

Ein ähnliches Bild in der Verwaltung des Landkreises Nordwestmecklenburg: Zwei Drittel der Fachbereiche haben weibliche Führungskräfte. Nur mit Bürgermeisterinnen ist es schlecht bestellt. Der Landkreis zählt 77 Gemeinden und acht Städte. Lediglich elf Frauen leiten die Geschicke als Bürgermeisterin: Anke Goerke in Menzendorf, Marianne Bentin in Niendorf, Petra Kassow in Roduchelsdorf (alle Amt Schönberger Land), Mandy Krüger in Damshagen (Amt Klützer Winkel), Birgit Heine in der Gemeinde Barnekow, Stefanie Uth in Bobitz (beide Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen), Heidrun Teichmann in Neuburg, Bärbel Jürß in Gottesgabe, Christiane Schwonbeck in Seehof (beide Amt Lützow-Lübstorf), Sabine Schirrmeister in Dragun (Amt Gadebusch) und Gabriele Richter auf der Insel Poel.

Auch bei der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin zeigt sich der Trend, dass Frauen mehr Mitspracherecht bekommen. Im vorigen September ist die Vollversammlung — eine Interessenvertretung für die Wirtschaft in Westmecklenburg — gewählt worden. Unter den 44 gewählten Unternehmern sind 13 Frauen. „Das ist eine beachtliche Zahl“, meint IHK-Sprecher Andreas Kraus. Von den 13 Frauen sind vier aus Wismar: Christin Hahne („Die Genusswelt), Ruth Ramberger (Hotel Stadt Hamburg), Ulrike Dieste (Hausbetreuung) und Doreen Mündel (BerufsMode). Zuletztgenannte sitzt sogar im fünfköpfigen Präsidium.

Freunde der Quotenregelung in Deutschland schielen schon lange mit einem Auge auf Norwegen. Dort garantiert seit 2008 ein Gesetz das Gleichgewicht der Geschlechter in der Wirtschaft. Vorgeschrieben ist, dass mindestens 40 und höchstens 60 Prozent der Verwaltungsratsmandate in Aktiengesellschaften von Frauen wahrgenommen werden müssen. Eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in Deutschland soll es ab 2016 geben. Das ruft Kritiker auf den Plan, die ebenfalls nach Norwegen schielen: Dort hätten viele Unternehmen die Rechtsform geändert, um dem staatlich vorgeschriebenen Frauenzwang zu entgehen, argumentieren sie. Außerdem habe es nicht genügend Bewerberinnen gegeben, sodass es Mehrfachmandate gebe. Ein Kreis von rund 70 Managerinnen teile sich gut 300 Posten.

Zukunft durch Aufstieg
Das Institut für Bildung und Forschung (BilSE) in Schwerin startet am 22. Januar den zweiten Durchgang des landesweiten Programms „Zukunft durch Aufstieg — Mentoring für weibliche Nachwuchsführungskräfte“. Damit soll mehr Frauen der berufliche Aufstieg in Führungspositionen in Unternehmen oder Institutionen mit wirtschaftsnahen Strukturen ermöglicht werden. In der Praxis heißt das: Eine erfahrene Führungskraft begleitet über ein Jahr eine weibliche Nachwuchsführungskraft in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung.
Infos: ☎ 03 85/59 18 79 35 oder unter nicole.dierker-refke@bilse.de

 



Jana Franke

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