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Wismar Kreuzung verbindet neues Gewerbegebiet mit Autobahn
Mecklenburg Wismar Kreuzung verbindet neues Gewerbegebiet mit Autobahn
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06:53 18.04.2018
Andreas Treumann, Bürgermeister von Hornstorf (Wählergemeinschaft, l.), und Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) zeigen „ihre“ Flächen des neuen Gewerbegebiets. Quelle: Foto: Kerstin Schröder
Wismar/Hornstorf

Die Suche nach freien Gewerbeflächen in Wismar und der Nachbargemeinde Hornstorf dauert zurzeit nicht sehr lang: „Wir haben kaum noch freie Flächen, in der Vergangenheit sind viele Grundstücke verkauft worden, selbst in Dargetzow wird es langsam voll“, sagt Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Auch sein Amtskollege Andreas Treumann (Wählergemeinschaft) kann interessierten Gewerbetreibenden im Hornstorfer Gewerbegebiet nur noch wenig Auswahl anbieten. „Für gerade einmal 15000 Quadratmeter gibt es keine konkreten Interessenten.“ Um künftig mehr Flächen in der Hinterhand zu haben, wird ein Gemeinschaftsprojekt in Millionenhöhe aus dem Boden gestemmt: ein neues Gewerbegebiet, das sich auf dem Areal beider Kommunen befindet und insgesamt rund 130 Hektar groß ist (die OZ berichtete).

130

Hektar ist das neue

Gewerbegebiet groß.

65 Hektar gehören

zu Wismar. Die

Netto-Baufläche der

Hansestadt beträgt 52 Hektar, der Rest ist für die Erschließung der Grundstücke

vorgesehen. Die innere Erschließung ist für

2019/2020 geplant.

Die Netto-Baufläche

der Gemeinde

Hornstorf beträgt

39 Hektar.

2016 ist das Projekt angeschoben worden. Ende dieses Jahres soll der erste Spatenstich erfolgen – zuerst für ein Kreuzungsbauwerk. Das soll das künftige Gewerbegebiet mit dem Autobahnzubringer verbinden. Denn das Areal für Gewerbe- und Industrie-Neuansiedlungen befindet sich auf beiden Seiten der Osttangente und bietet Unternehmen so kurze und schnelle Verkehrsanbindungen zu den Autobahnen 20 und 14. Kostenpunkt für das Kreuzungsbauwerk: rund eine halbe Million Euro.

„90 Prozent werden vom Land gefördert, die restliche Summe teilen sich Wismar und Hornstorf“, berichtet Wismars Bausenator Michael Berkhahn (CDU). Ein Kreisel sei aufgrund des stark frequentierten Autobahnzubringers nicht möglich gewesen. Bereits 2016 haben Hornstorf und Wismar eine Kostenvereinbarung für die Kreuzung unterzeichnet. Jetzt, zwei Jahre später, soll das Projekt gestartet werden.

Anschließend erfolgt die innere Erschließung. Mit mehreren Stichstraßen sollen die unterschiedlich großen Grundstücke erreichbar sein. Die Erschließungsplanungen auf der Wismarer Seite sollen bis Ende April abgeschlossen sein.

Etwa die Hälfte der Gesamtfläche des neues Gewerbegebietes gehört Wismar. Die Netto-Baufläche beträgt 52 Hektar. Laut Bürgermeister Beyer sollen kleinere und größere Grundstücke angeboten werden – aber keine Industriestandorte. Die weist Hornstorf aus. „Auf elf Hektar kann sich Industrie ansiedeln“, berichtet Bürgermeister Treumann. Interessenten gäbe es dafür bislang nicht. Aber die Nähe zu Wismars Hafen und der Holzindustrie werde bestimmt den ein oder anderen Neugierigen anlocken, ist sich Treumann sicher.

Die Kreuzung soll die beiden Seiten des Gewerbegebietes optisch miteinander verbinden. Treumann glaubt fest daran, dass mit dem Projekt Wismar und Hornstorf künftig ineinander übergehen und eine Stadtgrenze nicht mehr auszumachen ist.

Etwa zehn Millionen Euro wird die Erschließung des neuen Gewerbegebietes nach derzeitigen Schätzungen kosten – auch davon soll das Land den Großteil übernehmen. „Trotzdem bleibt noch eine Menge übrig, aber auf dem Gelände sind bis zu 2400 Arbeitsplätze möglich, das ist eine Hausnummer“, betont Treumann. Zum Vergleich: Im bereits bestehenden Gewerbegebiet in Hornstorf gibt es im Moment etwa 900 Jobs. Mehr als das Doppelte sollen hinzukommen. „Von diesen Jobs profitieren auch unsere Einwohner, viele müssen bislang noch pendeln, hier können wir ihnen Alternativen und Perspektiven anbieten“, ergänzt Beyer, warum die Investition richtig und nötig sei.

Geplant ist heute schon ein Autohof, auf dem 90 Lkw und auch Pkw Platz finden sollen. Grund: Zurzeit stehen viele Laster in den Gewerbegebieten in Wismar und Hornstorf während ihrer Ruhezeiten und fahren oft die für sie nicht ausgelegten Stellplätze kaputt. Obwohl das nicht erlaubt ist, dulden das beide Kommunen zurzeit – weil es wirkliche Alternativen bislang nicht gibt. Vom Autohof sollen die Lkw künftig per Monitor in die Firmen gerufen werden – „und zwar erst dann, wenn sie gebraucht werden“, erklärt Beyer.

Vermarktet werden soll das Gewerbegebiet gemeinsam. Wie diese Werbung genau aussehen soll, muss noch geklärt werden. Horst Krumpen, Wismars Bürgermeister-Kandidat der Linken ist skeptisch, dass eine gemeinsame Vermarktung klappt. Denn: „Wismar und Hornstorf haben unterschiedliche Grundstückspreise und Gewerbesteuer-Sätze. Das heißt, für interessierte Käufer wäre es nach derzeitigem Stand in Hornstorf viel billiger.“

Dass die Wismarer auf ihren Flächen sitzen bleiben, befürchtet Treumann nicht. „Dann müssten wir ja jetzt schon von Interessenten überrannt werden. Dem ist nicht so, stattdessen ist auch Wismar sehr gefragt.“

Kerstin Schröder

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