Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Keramikerin zeigt ihre Kunst in imposanter Hofgalerie
Mecklenburg Wismar Keramikerin zeigt ihre Kunst in imposanter Hofgalerie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:45 21.03.2019
In ihrer Hofgalerie zeigt Dörte Michaelis Gefäße, Objekte und Skulpturen - Arbeiten aus Porzellan, Steinzeug, Klinker und Glas. Quelle: Haike Werfel
Vogelsang

Die unverbrauchte Natur und Landschaft mit den bewaldeten Hügeln, sumpfigen Niederungen und fruchtbaren Feldern und Wiesen zog in Vogelsang Naturfreunde und Künstler an. Auch die Keramikerin Dörte Michaelis lässt sich hier nieder. 1980 kauft sie einen Hof und beginnt, Haus und Werkstatt auszubauen. Das Trafohäuschen auf dem Hof für die stromintensiven Brennöfen, die Ostseenähe und nicht zuletzt das idyllische kleine Dorf selbst, das abgeschieden und verkehrsgünstig zugleich gelegen ist, haben der damals 23-Jährigen die Entscheidung für diesen Kauf erleichtert. „Ich war in jenem Jahr mitten im Studium die Ostsee entlang getrampt auf der Suche nach einem geeigneten Ort zum Arbeiten und Leben. Herr Boese, der damalige Kulturamtsleiter des Kreises Wismar hatte quasi auf einen Keramiker für das Grundstück gewartet. Das war dann auch Liebe auf den ersten Blick: die alte Lindenallee, das romantische Gutshaus, der Blick vom Fliederberg bis zur Ostsee, das Ganze gelegen zwischen Wismar und Rostock, nahe den Ostseebädern. Das trägt bis heute“, erzählt Dörte Michaelis.

Vielseitige Künstlerin

Die gebürtige Greifswalderin hat nach einer Töpferlehre in Römhild ein Keramikstudium an der Kunsthochschule Halle auf der Burg Giebichenstein absolviert. Das schließt sie 1983 mit dem Diplom ab. Seitdem lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Vogelsang. Sie beschäftigt sich sowohl mit Gefäßen und Objekten als auch mit großformatigen Arbeiten für den öffentlichen Raum, malt und fotografiert.

„Die Keramik ist für mich wie ein großer, bunter Garten, ein Platz, wo ich ganz verschiedene Felder beackern kann, ausprobieren, verwerfen, ordnen und immer wieder neu konstruieren“, sagt die 61-Jährige. „Ich spiele mit der Vielfalt der Möglichkeiten, so wie ich in mich schaue, oder nach dem Wetter und in die realen und virtuellen Briefkästen, um zu entscheiden, was als Nächstes zu tun ist, was wachsen möchte, ob ich sehr geradlinig und logisch arbeiten werde oder spielerisch probieren kann. Ich lasse das jeweilige Thema bestimmen, ob es ein grafischer Tag wird, ein malerischer oder eher ein plastischer. Denn das alles ist die Keramik potenziell in einem Maße wie keine der anderen Künste.“

Keramische Bandbreite

Dörte Michaelis liebt die Herausforderung, „dem Genius loci (lat.: dem Geist des Ortes) in immer neuen Aufgabenstellungen gerecht zu werden. Ich kümmere mich um den gesamten Ablauf, gerne von der Planung über den Entwurf, die Ausführung, gegebenenfalls als Bauleiter, bis zur kompletten Fertigstellung des Projektes.“ Ihre Arbeit umfasst die gesamte Bandbreite der keramischen Möglichkeiten: Porzellan, Steinzeug, Klinker aber auch Glas, Metall und Beton, mit unterschiedlicher Betonung der plastischen, malerischen und/oder funktionalen Aspekte. Die vielseitige Künstlerin schafft grafische und malerische Werke, Fotografien, keramische Gefäße, Skulpturen, Brunnen, Boden- und Wandgestaltungen.

Im Kurpark von Boltenhagen sprudelt seit Mai 2013 der Springbrunnen mit den blauen Fischen von Keramikerin Dörte Michaelis. Quelle: Sylvia Kartheuser

Zahlreiche Werke finden sich in Nordwestmecklenburg, etwa die Keramiksäule mit Edelstahlwindspiel in Neuburg, eine ihrer ersten Arbeiten für den öffentlichen Raum, oder die Brunnenbekrönung im Seniorenheim in Kalsow. Die Klinkerfiguren auf dem Marktplatz in Neukloster tragen unverkennbar ihre Handschrift. Fürs Wismarer Hanse-Klinikum gestaltet Dörte Michaelis einen Brunnen und eine Bank, für den Kurpark in Boltenhagen ein Pflastermosaik, eine Klinkerfigur und Keramikfische für den Brunnen. Für den Hof des Welt-Erbe-Hauses in Wismar gestaltet sie 2015 die oberste, dekorative Schicht der 23 Meter langen Klinkerbank. Aktuell erarbeitet sie ein Pflastermosaik für den Hof mit allen Häuschen des Wasserleitungsplanes von 1710.

Arbeiten für Aida-Schiffe

Auch über die Kreisgrenzen hinweg macht sich Dörte Michaelis einen Namen. Etliche Arbeiten befinden sich in Museen und in privaten Sammlungen, einige im öffentlichen Raum unter anderem in Rostock, Greifswald, Schwerin, Ludwigslust, Kröpelin, Oldenburg oder Hannover sowie auch auf Kreuzfahrtschiffen der Aida-Flotte – sowohl keramische als auch Glasarbeiten etwa im Spa-Bereich. Seit 1987 richtet sie zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland aus, gibt zuweilen als Gastdozentin ihre Erfahrungen an Studenten weiter, leitet Schülerprojekte und Keramikkurse.

Die bietet die Künstlerin auch in Vogelsang an – etwa für Feriengäste, die sie auf ihrem Grundstück mit einer Sommerwerkstatt inmitten der Hofgalerie empfängt. Sie wohnen dort im Garten, in einem „Elfenbeinturm“, dem inzwischen ehemaligen, liebevoll ausgebauten Trafohaus, mit angeschlossenem kleinen Anbau.

Kontakt: info@doerte-michaelis.de

Haike Werfel

Wärend einer Polizeikontrolle in der Schweriner Straße in Wismar ist der Polizei am Mittwochabend ein 29-Jähriger aufgefallen. Dieser war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Ein Drogentest war positiv.

21.03.2019

Bei den Landesvereinsmeisterschaften der unter 14-Jährigen (U14) im Schach hat der SC Mecklenburger Springer für eine Überraschung auf den Medaillenrängen gesorgt.

20.03.2019

Gar nicht so einfach, ein Gedicht vor Publikum gut aufzusagen. Die Wismarer Grundschüler können das richtig gut. Die besten Rezitatoren sind am Mittwoch in der Bibliothek ausgezeichnet.

20.03.2019