Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur 40 Jahre Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg
Mecklenburg Wismar Kultur 40 Jahre Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 07.10.2018
Sie feiern das 40-jährige Bestehen des Kreisagrarmuseums: Jörg Haase vom Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg, Landrätin Kerstin Weiss, Museumsdirektor Björn Berg und Dorf Mecklenburgs Bürgermeister Torsten Tribukeit (v.l.). Quelle: Michaela Krohn
Dorf Mecklenburg

„Das Kreisagrarmuseum ist für die Menschen da“ – das waren wohl die eindrücklichsten und passendsten Worte, die Museumsdirektor Dr. Björn Berg am vergangenen Sonnabend vor den geladenen Gästen fand. An diesem Tag vor genau 40 Jahren – am 6. Oktober 1978 – öffnete das Museum in Dorf Mecklenburg zum ersten Mal seine Pforte. „Seit dem haben viele Menschen aus dem Dorf und der Region eine persönliche Beziehung zum Kreisagrarmuseum, haben geholfen, es mit aufzubauen und tun es immer noch“, betonte Berg.

Seit 40 Jahren wird in dem Museum in Dorf Mecklenburg, dessen Träger der Landkreis Nordwestmecklenburg ist, die Entwicklung der ländlichen Region im Nordosten dokumentiert. Unzählige Ausstellungsstücke – darunter Traktoren, Erntemaschinen, historische und mitunter heute skurril anmutende Gerätschaften. Die Ausstellung gibt spannende Einblicke in das landwirtschaftliche Leben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Empfang im Kreisagrarmuseum

Auch Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) erinnerte an die wechselvolle Zeit des Kreisagrarmuseums, dass nicht nur ein besonderer Ort für die Geschichte der Region sei, sondern auch in einem besonderen Jahr eröffnet wurde. Als Beispiele nennt sie den Weltraumflug von Sigmund Jähn, den Tod von Elvis Presley und den harten Winter 1978/79. „Es war ein ereignisreiches Jahr, in dem auch unser Kreisagrarmuseum eröffnet wurde“, sagte Kerstin Weiss. Nach bescheidenen Anfängen gebe es inzwischen eine umfassende Sammlung über das öffentliche Leben und die regionale Landwirtschaft. Einmalig sei zudem auch der Ort, an dem das Museum stehe – nämlich in der Wiege Mecklenburgs.

Zum Jubiläum des Museums gab es für die Gäste einen Vortrag zur Geschichte der Landwirtschaft in der Region. Quelle: Michaela Krohn

Vier Stellen sind zurzeit im Museum besetzt. „Es gab auch schwierige Zeiten“, erinnerte die Landrätin. So hätte es Kritik an der kommunalen Trägerschaft aus dem Kreistag gegeben, eine Privatisierung oder eine Fusion mit dem Technischen Landesmuseum wurde gefordert. „Solche Stimmen gibt es heute nicht mehr“, betonte Kerstin Weiss. Zudem brachte Nordwestmecklenburgs Verwaltungschefin gute Nachrichten für das Museum mit: „Wir haben Mittel für den Museumsanbau in den neuen Doppelhaushalt aufgenommen. So kann der Eingang freundlicher und moderner gestaltet werden.“

Jörg Haase, Vorstand des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg, erinnerte und mahnte vor allem an die schwere Arbeit, die Landwirtschaft damals und auch heute noch bedeutet. „Vom Korn zum Brot ist es ein langer Weg. Es ist gut, dass Kindern und Erwachsenen hier gezeigt wird, welche große Verantwortung Landwirte tragen.“ Es sei zudem gewaltig, was die vier Mitarbeiter des Museums leisten.

Museum feiert mit Bauernmarkt

Am Mittwoch, 31. Oktober, dem Hubertustag findet zum 40-jährigen Bestehen des Kreisagrarmuseums auf der Märchenwiese am Fachwerkhaus ein Bauernmarkt statt. Hofläden aus dem Landkreis und andere landwirtschaftliche Betriebe werden Produkte von Feldern und Gärten aus der Region anbieten. Unter anderem ist der Alpakahof in Hamberge mit seinen Tieren zugegen. Außerdem gibt es Honig, Kartoffeln, Käse, Wurst, Wildfleisch, Rosenkohl, Sanddornprodukte und anderes mehr.

Zudem wird es ein buntes Treiben zum Thema Jagd und Angeln mit Bogenschießen, Falknerei, Schießstand, Geschicklichkeitsprüfung für Angler, Infomobil des Landesjagdverbandes und Jagdhornblasen geben. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg und eine Bastelecke. Für Oldtimer-Freunde wird alte Technik des Museums – auch zum Mitfahren – präsentiert.

Ab 10 Uhr stehen die Museumstore offen. Der Förderverein übernimmt die Versorgung mit Kaffee und Kuchen. Darüber hinaus gibt es Gegrilltes, Saft und Bier mit Musik.

Auch Dorf Mecklenburgs Bürgermeister Torsten Tribukeit (Die Linke) berichtete beim Empfang von einer engen Verbundenheit mit dem Museum. „Es ist mein Museum“, sagte er, der im Nachbardorf Groß Stieten aufgewachsen und so die Entwicklung des Kreisagrarmuseums miterlebt hat. Die Mitarbeiter seien zudem auch seine Kollegen – als Angestellte der Kreisverwaltung. Als Bürgermeister der Gemeinde Dorf Mecklenburg verbinde ihn ebenso viel mit dem Ausstellungsort. „Ich bin stolz auf das Kreisagrarmuseum und wünsche mir, dass es weiter erfolgreich ist.“

Wünsche hat auch Museumsdirektor Björn Berg noch geäußert: „Ich wünsche mir, dass jedes Kind im Umkreis vom Kindergarten bis zur Schule mindestens dreimal im Kreisagrarmuseum gewesen ist und so die Geschichte der Region kennenlernt. Wir haben viele verschiedene Angebote, die Kindergarten- und Schulgruppen nutzen können.“ Außerdem hoffe er auf „Dächer“ für die Traktoren, Gerätschaften und anderen Fahrzeuge, die zurzeit ungeschützt auf dem Freigelände des Museums stehen. Und: „Ich hoffe, dass das Museum weiterhin für Menschen der Region ein Ort ist, an dem wichtige Fragen gestellt werden und das friedliche Miteinander zählt.“

Michaela Krohn

Staunen, schätzen, kaufen – der Mecklenburgische Münztag findet in diesem Jahr in der Großen Stadtschule in Wismar statt.

03.10.2018

Wismars Ortschronist Detlef Schmidt ist verstorben. Die Anteilnahme ist groß. Ende Oktober soll sein neues Buch erscheinen.

01.10.2018

Drachen- und Herbstfest, Tangotanz und historische Fundstücke – in Wismar, Neukloster und auf Poel.

01.10.2018