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„40 Jahre nach Lücke“ im Thormann-Speicher

Wismar „40 Jahre nach Lücke“ im Thormann-Speicher

Ausstellung wird heute eröffnet / Werke von vier Künstlern sind bis Ende August zu sehen

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Steffen Terk (l.) und Wolfgang Opitz in der Ausstellung im Wismarer Thormann-Speicher, die heute eröffnet wird.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. „Das ist ein Lücke-Bild“, sagt Wolfgang Opitz und zeigt auf das großformatige Werk, das sich vom Backsteinrot des Thormann-Speichers abhebt. Heute um 19 Uhr wird die Ausstellung „Quellcodegeschicke – 40 Jahre nach Lücke“ eröffnet. Die vier Künstler Harald Gallasch, Wolfgang Opitz, Steffen Terk und A. R. Penck, eigentlich Ralf Winkler, malten und arbeiteten zwischen 1971 und 1976 in Dresden zusammen.

Zusammen im wahrsten Wortsinne: Sie arbeiteten zum Teil gemeinsam, zu zweit, zu dritt oder zu viert an einem Bild. Das war ihr „Malspiel“, ihre Strategie, um die ideologischen Vorgaben des staatlichen Kunstbetriebs in der DDR mit der allein im westlichen Kunstmarkt geltenden Einzelkünstlerorientierung auszuspielen. Die vier Künstler nannten das „eine Lücke schaffen“ und sich selbst die Lücke-Gruppe. Das ist 40 Jahre her, nun zeigen sie das gemeinsame Werk. Zudem präsentieren Harald Gallasch, Wolfgang Opitz und Steffen Terk das, was in den vier Jahrzehnten nach Lücke entstanden ist.

Gemeinsames Malen, sich ausprobieren, künstlerisch befruchten. „Harald Gallasch neigte zu Dali, de Chirico und Manierismus. Wolfgang Opitz war angetan von den Expressionisten, der New Yorker Schule, dem Pointillismus. Für Rembrandt, Picasso und Archaik interessierte sich A. R. Penck. Michelangelo, Jackson Pollock und Spätbarock faszinierten mich“, so Steffen Terk.

Die Ergebnisse sind interessant. Einer der typischen Jesuslatschen aus DDR-Zeit klebt auf einer der Leinwände. Die Sandalen gab es für acht Ostmark. Sie hielten nicht lange, oft tauschte man im Freundeskreis so lange, bis man wieder ein heiles, passendes Paar hatte. Ein Schuh blieb über und landete auf dem Bild. „Wir waren Autodidakten, ich war Kunsterzieher“, blickt Wolfgang Opitz zurück. „Man war Künstler, wenn man Mitglied im Verband Bildender Künstler war. Das wurde ich 14 Tage vor dem Mauerfall“, erzählt er weiter. So war die Künstlergruppe „außerhalb des Staates“. Opitz:

„Wir haben uns als konstruktiver Untergrund gefühlt und bezeichnet, es ging aber um Kunst, nicht um die politische Position.“ Aber, wer so „außerhalb des Staates“ agierte oder agieren musste, wurde automatisch in eine Position gedrückt. Das geschah auch in Museumsausstellungen. Das Kunstmuseum Basel und das Städel Museum in Frankfurt/Main zeigten 1991 die Lücke-Werke. „Von außen wurden wir polarisiert, erst im Osten, später im Westen“, so Terk weiter. „Ein Maler tut etwas Einfaches, er malt. Der Maler malt und nichts außerdem. Darin besteht seine Freiheit.“

Die Ausstellung ist bis zum 30. August geöffnet, täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Nicole Hollatz

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