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Aller guten Dinge sind drei: Eine Million Euro für St. Marien

Wismar Aller guten Dinge sind drei: Eine Million Euro für St. Marien

Im dritten Anlauf ist Wismar mit dem Gotischen Viertel zum Zuge gekommen / Als nationales Projekt des Städtebaus wird das Vorhaben zu 90 Prozent gefördert

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Der Turm von St. Marien und der Bereich des Kirchenschiffes stehen im Mittelpunkt der Planung. Vorgesehen sind ein archäologischer Garten und ein Mauerwerksabschluss ohne Metallabdeckung.

Quelle: Ulrich Jahr

Wismar. Die Hansestadt hat einen Lauf. In der letzten Woche die Nachricht, dass Wismar der Top-Werftstandort in MV wird, gestern die Botschaft: Wismar wurde mit dem „Forum St. Marien“ in das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus 2016“ des Bundesbauministeriums aufgenommen. Das Vorhaben rings um St. Marien wird mit einer Million Euro gefördert. Es gab 120 Anträge, nur 17 werden mit Bundesmitteln unterstützt.

OZ-Bild

Im dritten Anlauf ist Wismar mit dem Gotischen Viertel zum Zuge gekommen / Als nationales Projekt des Städtebaus wird das Vorhaben zu 90 Prozent gefördert

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Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Projekt zum Zuge gekommen sind. Es wird unsere Stadt noch attraktiver machen.“

Dennoch gibt es einen Wermutstropfen. Wismar hatte das Projekt mit 3,56 Millionen Euro kalkuliert. Bei 90-prozentiger Förderung hätte die Stadt einen Eigenanteil von 356 000 Euro aufbringen müssen.

„Jetzt können wir anfangen. Gemeinsam mit der Bürgerschaft werden wir Prioritäten festlegen, womit wir beginnen“, so Beyer. Er geht davon aus, dass die Verwaltung noch in diesem Jahr einen Vorschlag unterbreiten wird. Was nicht im ersten Schritt finanziert werden kann, solle zurückgestellt werden. „Wir müssen dann gucken, ob wir weitere Fördermittel eingeworben bekommen oder es mit Geld aus dem Haushalt machen“, sagt der Bürgermeister.

Zum Forum St. Marien gehören mehrere Teilabschnitte. Im einstigen Kirchenschiff sollen geborgene Grabplatten in den Seitenschiffen ausgestellt werden und so die Grundlage für den archäologischen Garten bilden. Im Turm von St. Marien wird weiterhin der 3-D- Film mit Bruno Backstein zu sehen sein. Als Clou ist geplant, dass Besucher nach Ende des Films in den Innenraum des früheren Kirchenschiffs gehen können.

Der Bereich des ehemaligen Friedhofes (jetzt Parkplatz) wird nach den Plänen zu einem Skulpturengarten mit Grünfläche, Plattenbelägen, Sträuchern, Sitzgelegenheiten, Lichtbändern und Kunstobjekten umgestaltet.

Die Reste der Alten Schule, jetzt unter einem hässlichen Kasten verborgen, werden aufgewertet. Das Keller- und das Erdgeschoss sind vorgesehen für Ausstellungen zu den Themen Backsteinbaukunst und Geschichte der Alten Schule. Besucher gelangen durch eine filigrane und damit transparente Einhausung in die Alte Schule. Als oberer Abschluss ist ein schlichtes Flachdach vorgesehen. Die Holzhäuschen vor St. Marien sollen verschwinden, die Funktion übernimmt teilweise die Alte Schule.

Teil der Planung ist auch der letzte Abschnitt der Straßensanierung im Bereich St.-Marien-Kirchhof, Johannisstraße und Schüttingstraße.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge, der nach eigenem Bekunden für das Projekt nach Kräften geworben hat, sieht die einmalige Chance, „Archäologie mitten in einem Stadtzentrum zu sehen und zu erleben. Das trägt nicht nur zur noch besseren Identifikation der Wismarer mit ihrer Altstadt bei. Das wird auch dem Tourismus in unserer Stadt wichtige Impulse verleihen, weil es zu einer weiteren Steigerung der Attraktivität des historischen Stadtkerns der Hansestadt führt.“

Getroffen 1945, gesprengt 1960

Die St.-Marien-Kirche war die Rats- und Hauptpfarrkirche der Stadt. Sie wurde im 13. Jahrhundert zunächst als Hallenkirche errichtet. Ab 1339 begann man mit dem Neubau der dreischiffigen Basilika. Im Jahr 1375 wurde das Langhaus vollendet, um 1450 der Westturm um drei Stockwerke erweitert.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs trug die St.-Marien-Kirche durch Lufttorpedos schwere Schäden davon. Jahrhundertealte Gebäude, wie zum Beispiel das Archidiakonat, die Alte Schule und St. Georgen, wurden zum Teil dem Erdboden gleichgemacht.

1960 wurde auf Beschluss des damaligen Rates der Stadt das beschädigte Kirchenschiff der St.-Marien-Kirche gesprengt, sodass nur noch der 80 Meter hohe Kirchturm übrig geblieben ist.

Heiko Hoffmann

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