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Amüsantes über Mittsommer in Schweden

Wismar Amüsantes über Mittsommer in Schweden

Bei Lesung im Wismarer Zeughaus erfuhren die Gäste etwas über Blumen unterm Kopfkissen und „Nubbe“

Wismar. Fußball-EM? Interessierte am Dienstagabend im Wismarer Zeughaus nicht wirklich. 90 Gäste – auch einige Männer – kamen und genossen das kulturelle Alternativprogramm mit Grit Thunemann und Birgit Hoffmann. Die beiden Schwedenfans und Fachfrauen luden zum Lesefotovortragsabend „Schwedisch Mittsommer – Exotik für Fortgeschrittene“ und ließen ihre Gäste staunen und lachen. Höchst amüsant und unterhaltsam entführten sie in die Traditionen rund um den längsten Tag des Jahres in Schweden, beispielsweise dass das Fest auf Johannes den Täufer und damit eher auf christliche Ursprünge zurückgeht, nicht auf heidnische.

„Ein großer Feiertag, der immer auf einen Samstag fällt, damit auch ja kein Arbeitstag flöten geht“, sagte Grit Thunemann – sie arbeitet als Kulturreferentin, Dolmetscherin und Übersetzerin an der schwedischen Botschaft in Berlin – augenzwinkernd. Dieses doppelte Augenzwinkern zog sich durch den ganzen Abend. Im lockeren Zwiegespräch informierten die beiden. Beispielsweise dass junge Frauen zu Mittsommer eine bestimmte Anzahl bestimmter Blumen unter ihr Kopfkissen legen. In der Hoffnung, so vom Traummann zu träumen. „Und was taten die Männer für ihre Zukunft?“, fragte Grit Thunemann zurück. „Nichts“, antwortete Birgit Hoffmann. Sie studierte Skandinavistik und lehrt nach der Promotion in Dänemark heute Schwedisch an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Grit Thunemann kommentierte: „Da kann man sich jetzt seine Gedanken machen!“ Sie erzählten von den großen Familienfesten am „midsommarafton“, dem Freitag vor dem Feiertag. „Ich nenne ihn immer den Tag der allgemeinen Wiederauferstehung“, so Grit Thunemann. Auch der „Nubbe“ – das Schnäpschen – gehört zu Mittsommer. Und wer ihn schwedisch genießt, wird am Tag danach starke Kopfschmerzen haben. „Alkohol in nicht geringen Mengen führt entweder zu Liebeleien oder zu Schlägereien“, sagte Grit Thunemann. Birgit Hoffmann: „Oder zu beidem!“ Grit Thunemann: „Beides führt ins Krankenhaus, entweder gleich oder neun Monate später!“ Der Alkohol könnte auch erklären, wieso erwachsene Menschen wie Frösche um den Mittsommerbaum tanzen und dabei singen. Vielleicht gehört das zu den Dingen, die man live mit einigen „Nubbes“ erleben muss, um sie zu verstehen.

Köstlich, wie die beiden Damen Texte schwedischer Autoren lasen, die ganz authentisch über die schwedischen Eigenheiten und Befindlichkeiten berichten. Gerade von Rickard Fuchs sollte es bitte mehr in der deutschen Übersetzung geben. Sehr interessant.

Nicole Hollatz

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