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Wismar Auf der Suche nach dem eigenen Stil

Ausstellung in der Hochschule Wismar zeigt Architektur in der Slowakei aus den vergangenen 20 Jahren

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Professor Ján Bahna (l.) aus Bratislava und Professor Joachim-Andreas Joedicke von der Hochschule Wismar bereiten am PC den Vortrag vor.

Wismar. Die Slowakei ist derzeit ein Paradies für Architekten. „Oder doch fast“, schränkt Professor Ján Bahna (71) ein. Mit einem Vortrag an der Hochschule Wismar eröffnete der Vorsitzende der Slowakischen Architektenkammer eine Ausstellung über moderne slowakische Architektur. Auf großen Tafeln im Foyer des Hauses 7a können Besucher nachvollziehen, wie sich die Architektur in einem der jüngsten europäischen Staaten (Gründungsdatum ist der 1. Januar 1993) in 20 Jahren entwickelt hat.

OZ-Bild

Ausstellung in der Hochschule Wismar zeigt Architektur in der Slowakei aus den vergangenen 20 Jahren

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Eines wird schnell deutlich: Das Land ist immer noch auf der Suche nach seiner Identität. „Wir haben keinen eigenen Stil. Dafür wurden wir über Jahrhunderte zu stark geprägt von Ungarn, Österreich und nach dem Zweiten Weltkrieg vom Sozialismus“, erklärt Ján Bahna den rund 50 Besuchern im Hörsaal der Fakultät Gestaltung. Er belegt es mit Beispielen. Eine Art slowakische Architektur habe es erstmals zwischen 1918 und 1938 gegeben. Die Gebäude zeigen zwar Einflüsse der Wiener Sezession und des Jugendstils, aber mit eigener Note. Nach 1928 wird der Stil klarer, eckiger, puristischer. Der Stil des Dessauer Bauhauses lässt grüßen.

Es folgen die Jahre des Sozialismus, „mit ihrer Architektur des Heroismus“, sagt Ján Bahna. Auch in Bratislava, seit 1993 Hauptstadt der Slowakei, werden Wohnungen gebraucht. Es entstehen Wohnviertel, die vergleichbar sind mit Berlin-Marzahn.

1990 ändert sich alles. „Jetzt können wir uns mit den besten Architekten weltweit messen“, erklärte Ján Bahna, einer der Impulsgeber der slowakischen Architektur. In 40 Jahren hat er mehr als 60 Gebäude entworfen oder rekonstruiert. Vor allem in Bratislava hat er in jüngster Zeit interessante Einfamilienhäuser entwickelt.

Nach dem Vortrag stehen die Besucher vor den Bildtafeln und Architekturmodellen der Ausstellung und finden Beispiele für alle Baurichtungen. „Ich fand es sehr interessant, was er über den Stil in der Slowakei gesagt hat“, sagte Belén Hermo Dìz (21), Produktdesignerin aus Spanien und Austauschstudentin in Wismar. Aus der Slowakei kommen Eva Fabová und Petra Gamrátová (beide 23), mit denen sie diskutiert und die ebenfalls Austauschstudentinnen sind. „Vieles, was Professor Bahna gesagt hat, war auch für uns neu und spannend“, erklärte Eva Fabová.

Die Ausstellung, die von der slowakischen Botschaft zur Verfügung gestellt und zuvor an der TU Berlin gezeigt wurde, kam durch einen Zufall nach Wismar. „Ein Freund von mir, ein emeritierter Professor, machte mich darauf aufmerksam“, sagte Professor Joachim-Andreas Joedicke zur Einführung. Er selbst sei von der hohen architektonischen Qualität mancher Bauwerke sehr beeindruckt. „Die Architektur in der Slowakei hat in den vergangenen 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen.“

Ausstellung: Slowakei — Paradies für Architekten, bis 14. April, Öffnungszeiten: montags bis freitags 10 bis 17 Uhr

Aus der Geschichte

Die Slowakei, amtlich Slowakische Republik, ist 49000 Quadratkilometer groß und hat 5,4 Millionen Einwohner. Der europäische Binnenstaat liegt zwischen Österreich, Tschechien, Polen, der Ukraine und Ungarn.

Als eigenständigen Nationalstaat gibt es die Slowakei erst seit dem 1. Januar 1993.

Die Slowakei wurde zur Wende des 5. und 6. Jahrhunderts von Slawen besiedelt. Deren erstes politisches Gebilde war das Reich des Samo im 7. Jahrhundert.

Im 11. Jahrhundert wurde die Slowakei ins Königreich Ungarn eingegliedert, das ab 1526 Teil der Habsburgermonarchie und ab 1867 Teil Österreich-Ungarns war.

Nach der Auflösung Österreich-Ungarns 1918 wurde die Slowakei Teil der Tschechoslowakei bis 1992.

Von Sylvia Kartheuser

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