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Beeindruckende Collagen in Galerie

Wismar Beeindruckende Collagen in Galerie

Martin Hoffmann holt seine „Gäste“ nach Wismar / Der Künstler zeigt Arbeiten bis 10. September

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Ausstellungsgäste beim Betrachten der „Gäste“ von Martin Hoffmann.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. „Köpfe, Figuren und Räume“ zeigt Martin Hoffmann aus Hamburg in seiner Ausstellung, die am Mittwochabend in der Galerie Hinter dem Rathaus eröffnet wurde.

OZ-Bild

Martin Hoffmann holt seine „Gäste“ nach Wismar / Der Künstler zeigt Arbeiten bis 10. September

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Seine Kopf-Collagen fallen auf, großformatige Porträts, ohne zu porträtieren. Collagen aus vielen einzelnen gerissenen Papierschnipseln, durch die Überlagerung und Verdichtung entsteht das Figürliche. Das sind die „Gäste“ von Martin Hoffmann, die der Ausstellung ihren Titel geben.

Der Künstler aus Hamburg erstellt sie seit rund 15 Jahren, immer wieder und immer wieder intensiv. Auf großformatigem, oft farbigem Hintergrundpapier klebt er, ohne Vorzeichnung und ohne zu ahnen, welches Gesicht so entsteht. Wiedererkennen kann sich so niemand und doch jeder. „Es geht um Offenheit“, so der Künstler zum philosophischen Hintergrund seiner Kunst. „Wenn jemand dort schon im Bild ist, kann man sich nicht hineinbegeben.“ Hoffmann bietet den Raum an, bleibt mit seiner Kunst offen, vielleicht vage. Wer ist das, wer könnte das sein, wie fühlt er, was denkt er, welchen Hintergrund hat der Mensch. Martin Hoffmann gibt keine festen Grenzen, keine die Gedanken einengenden Stereotypen vor. Und schafft es so, dass sich der Betrachter in diesen Köpfen verlieren kann.

Eine Konfrontation.

„Tief, ernsthaft, nicht melancholisch“, beschrieb Künstlerkollegin Annette Czerny als Rednerin bei der Ausstellungseröffnung diese Kopfbilder. Beide, Czerny und Hoffmann, engagieren sich für Geflüchtete. Ende September bis Himmelfahrt hat Martin Hoffmann auf dem Hamburger Bahnhof Tee gekocht, sauber gemacht, gearbeitet. Fünf Stunden am Tag.

War den Menschen, den Geflüchteten, sehr nah auf engsten Raum und hatte doch keine Chance, angesichts dieser Massen, den Einzelnen kennenzulernen. Ihnen und ihrem Schicksal näherzukommen. Eine Erfahrung, die Annette Czerny ähnlich beschreibt. Hoffmann hat sie künstlerisch verarbeitet in seinem Zyklus „Ankommende“. Auch wieder diese Klebetechnik, diese vagen Erscheinungen. Die Figuren laufen nicht mehr, sie können aber auch nicht stehen bleiben. Ein Prozess des Ankommens, der dauern kann und dauern wird. Berührende Bilder, der Betrachter unternimmt ganz automatisch den Versuch, aus den Figuren Menschen zu machen, sie erkennen zu wollen mit all dem, was einen Menschen ausmacht. Bei den Bildern kann es nicht gelingen, bei den Menschen vielleicht schon.

Ganz anders die „Räume“ von Martin Hoffmann. Großformatige Bleistiftzeichnungen, Offsetlithografien und -drucke mit einer bemerkenswerten Akribie. Die Räume von Hoffmann sind immer leer, immer perfekt, menschliche Spuren fehlen. Bei seiner Schatten-Serie kommen sie als eben solche ins Bild, wieder vage und unbestimmbar in ihrer Menschlichkeit, aber doch als flüchtiger Anblick vorhanden.

Gebürtiger Hallenser

Die Ausstellung in der Wismarer Galerie Hinter dem Rathaus ist bis zum 10. September zu sehen, dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, am Samstag von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Martin Hoffmann , 1948 in Halle an der Saale geboren, studierte Mathematik und Grafik im Abendstudium und arbeitete ab 1975 als freiberuflicher Maler und Grafiker. Ab 1980/1981 engagierte er sich politisch, verlegte selbst Plakate zur Politik und Umweltzerstörung und war Mitbegründer sowie Teilnehmer des Friedenskreises in der evangelischen Kirchgemeinde Alt-Pankow in Berlin. Ab 1990 war er Mitinitiator der Arbeit von Amnesty International in den neuen Bundesländern. Als Künstler war er schon vor 1989 bei zahlreichen nationalen und auch internationalen Ausstellungen vertreten, stellte danach besonders in Berlin aus. Auf www.grafiker-hoffmann.de finden sich beispielsweise auch Arbeiten aus der DDR-Zeit.

Nicole Hollatz

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