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Denkmallast – Denkmallust

Wismar Denkmallast – Denkmallust

Nordwestmecklenburg hat mehr als 2100 historische Stätten, die unter Schutz stehen

Wismar. Nordwestmecklenburg ist steinreich. Der Landkreis ist reich an historischen Gebäuden, meist aus Backstein. Allein auf der Denkmalliste für die Kreisstadt Wismar, einer Stadt mit Welterbestatus, stehen 442 Gebäude, Gedenksteine und Ähnliches unter Schutz. Im restlichen Landkreis sind es noch einmal 1670 Baudenkmäler.

Zuständig für die Listen sind die Unteren Denkmalschutzbehörden, in der Wismarer Stadt- und der Kreisverwaltung sind sie im Bauamt angesiedelt. „Wir sind gerade dabei, die numerische auf eine alphabetische Reihenfolge umzustellen, darum ist die Liste derzeit nicht im Internet einsehbar“, sagt Dagmar Rickmann. Seit zweieinhalb Jahren ist die Architektin Leiterin des Sachgebiets Denkmalschutz im Fachdienst Bauordnung und Umwelt der Kreisverwaltung. Über ihren Schreibtisch gehen alle Bauanträge von Eigentümern, die ihr Denkmal sanieren wollen. Hinzu kommen die Anträge, bei denen es lediglich um Reparaturen am Denkmal geht, etwa am Giebel, an Fenstern oder am Schornstein. Insgesamt sind es jährlich etwa 320 Stellungnahmen, die bearbeitet werden müssen. „Und immer muss das Einvernehmen mit der Fachbehörde, dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, hergestellt werden“, erklärt Dagmar Rickmann.

Das gleiche Prozedere gilt für Wismar. Eine der größten Einzelmaßnahmen in den vergangenen Jahren war die Sanierung der Häuser Scheuerstraße 11 und 11a. Die Hansestadt konnte die Arbeiten an den Privatgebäuden mit mehr als 700000 Euro aus der Städtebauförderung unterstützen.

„So etwas können wir leider nicht leisten, dafür haben wir keinen Fördertopf“, sagt Peter Hamouz, in der Kreisverwaltung Leiter des Fachdienstes Bauordnung und Umwelt, zu dem das Sachgebiet Denkmalschutz gehört. Ihnen bliebe lediglich ein Verweis und Hilfestellung bei Anträgen für das Förderprogramm „Integrierte ländliche Entwicklung“ (ILER). „Das bedeutet aber, das schon mal alle Städte wie Neukloster, Klütz oder Schönberg rausfallen“, bedauert Peter Hamouz.

Die Sanierung eines Denkmals sei manchmal ein langer, steiniger Weg, sagt Dagmar Rickmann. Das Beispiel des Gutshauses in Hof Redentin bei Wismar zeigt aber, dass es auch ganz anders laufen kann. Es zeigt wie Eigentümer, Gemeinde und Landkreis im Idealfall zusammenarbeiten. Vergangenes Jahr im Sommer kaufte Frank Mooren das seit etwa 20 Jahren leerstehende, verwahrloste Gutshaus. Er, Kreisdenkmalpflegerin Dagmar Rickmann und eine Vertreterin der Landesfachbehörde haben sich dreimal getroffen, das Haus angesehen, Bestandsaufnahme gemacht und auf Fördermöglichkeiten hingewiesen.

„Derzeit formulieren wir die Stellungnahme, damit die Landesfachbehörde dann das Einvernehmen herstellen kann“, beschreibt Dagmar Rickmann den weiteren Verlauf.

„Ich warte jetzt nur noch auf grünes Licht für den Bauantrag, dann geht es sofort los“, sagt Frank Mooren. Zu Einzelheiten wollte er sich noch nicht äußern. So viel sagte er aber doch: „Wir werden es denkmalgerecht herstellen. Dazu zählt, dass das Dach wieder mit Biberschwänzen gedeckt wird.“

Eine beispielhaft gelungene Kombination von Sanierung und Neubau, nennt Peter Hamouz das Schlossgut Groß Schwansee. „Schwerpunkte der Anlage sind immer noch das weiße Gutshaus und der rote Pferdestall – beides historische Gebäude. Das neu gebaute Bettenhaus aus Stahl und Glas ordnet sich wunderbar unter.“

In Groß Schwansee wird auch die Vielfalt deutlich, mit denen sich die Denkmalpflege befasst. Denn außer Gebäuden von Kate über Wohn- bis Gutshaus, stehen auf der Denkmalliste Meilensteine, Trafo-Häuschen und Gedenkstätten, wie die für die gesunkene „Cap Arcona“. „Und manchmal müssen wir uns auch mit Naturdenkmalen befassen“, ergänzt Dagmar Rickmann. Zum Beispiel mit der Lindenallee, die in Groß Schwansee zum Strand führt. Der letzte Sturm hat einige Schäden angerichtet. „Jetzt habe ich mich mit Ilona Richter vom Ordnungsamt Klützer Winkel getroffen. Ich denke, wir haben einen Weg gefunden, wie wir die Allee retten können“, erklärt die Sachgebietsleiterin, die sich über jedes gerettete Denkmal freut.

Sylvia Kartheuser

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