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Die „Heinzelmänner“ am Rande des Wahnsinns

Wismar Die „Heinzelmänner“ am Rande des Wahnsinns

Heinz Behrens und Heinz Rennhack spielten vor 270 Gästen im Theater

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Die beiden bekannten Schauspieler Heinz Behrens (in der Rolle des Maximilian von Rausch) und Heinz Rennhack (r./ in der Rolle des Bertholt-Balduin Schmiddt) waren am Sonntag im Wismarer Theater zu Gast.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. Respekt vor dieser schauspielerischen Leistung: Heinz Rennhack (79) und Heinz Behrens (84) versüßten mit ihrer aberwitzigen Komödie „Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“ ihren Wismarer Theatergästen den Sonntagnachmittag. 270 Besucher waren gekommen, um die Vorstellung des genialen Duos mitzuerleben. Die Geschichte erzählt von einer Probe – der (ehemals) hoch dotierte Staatsschauspieler Maximilian von Rausch (Behrens) trifft auf den Kleinkünstler Bertholt-Balduin Schmiddt (Rennhack). „Schmiddt mit ddt, wie das Pflanzenschutzmittel!“

Beide Männer haben ein pekuniäres Problem: überfällige Mieten, unbezahlte Krankenkassenbeiträge. Der edel im schwarzen Anzug gekleidete von Rausch – der Name ist eine Anspielung auf seine Wunderwaffe, „Goethes Rache“ mit 80 Umdrehungen – wettert über die Schauspieler von heute. „Das Fernsehen wird überschwemmt mit Schauspielern, die kein Schultheaterwettbewerb überstehen würden.“ Und „Abfall in der Kloake des Schöpferischen.“ Deutliche Worte von einem Mann, der seine Nische als Schauspieler auf Trauerfeiern, als „Trauertragöde“ gefunden hat. Und der trifft auf den Schmiddt – mit -ddt wohlgemerkt. Den bunten Komiker, der mit seinem schiefen Gesang vor dem Haus eines Schuldner schon überfällige Gage eingefordert hat. Der mit dem Handy am Ohr pausenlos versucht, seinen Agenten an die Strippe zu kriegen. Aber, Pech gehabt: Funkloch. „Wismar ist eine Hansestadt, jede Hansestadt sollte mindestens einen Strich haben“, so sein Wortspiel.

Die beiden Querköpfe sollen gemeinsam ein Programm erarbeiten. Von Rausch denkt, dass sie damit auf einer Beerdigung auftreten sollen, Schmiddt, dass es sich um einen Auftritt auf einer Hochzeitsfeier handelt. Dieser Stoff gibt reichlich Anlass für Missverständnisse auf der Bühne – Missverständnisse hoch drei, angereichert durch die Marotten der beiden Kontrahenten. Von Rausch wird spontan taub beim Singen und erträgt sein Leben nur noch mit Alkohol und Nikotin. Wenn er sich ärgert, beginnt ein Bein unkontrolliert zu zucken. Normalerweise hilft da immer der Biss des Nachbarhundes in selbiges. Schmiddt kann super beißen, verwandelt sich mit Alkohol und Nikotin aber in andere Persönlichkeiten, spricht mal als Hitler, mal als Honecker.

Viel Klamauk, viel Slapstick, der dem Können und Renommee der altbekannten Schauspieler und DDR-Fernsehstars vielleicht nicht immer gerecht wird. Rennhack gibt mit Wischmopp und Tischdecke Shakespeares Julia, Behrens versorgt unten ohne seine Bissspuren an den Beinen. Nach eineinhalb Stunden mit zahlreichen Lachern gab es Applaus und stehende Ovationen von den Wismarer Theatergästen.

Schauspielerische Schwergewichte

Heinz Rennack wurde 1937 in Danzig geboren. Er erlernte den Beruf des Tischlers in Schwerin und arbeitete auch mehrere Jahre in diesem Beruf. Bevor er an der Huchschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden studierte und sein Diplom als Opernsänger machte. Neben einem Engagement an der Staatsoperette Dresden gelang ihm schnell der Schritt ins Fernsehen. Er spielte in zahlreichen Filmen mit wie „Spuk im Hochhaus“ (1982) und „Spuk von draußen“ (1987). Außerdem hatte er unzählige Auftritte in der DDR-Show „Ein Kessel Buntes“. Mit Heidi Weigelt präsentierte er immer sonntags die Sendung „Der Wunschbriefkasten“.

Heinz Behrens , geboren 1932 im schlesischen Grünberg, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Halle. Er spielte unter anderem in Rostock, Erfurt und Dessau Theater.

1960 hatte er sein Leinwanddebüt in der Fernsehproduktion „Liebe auf den ersten Blick“. Bekannt wurde er vor allem durch die Darstellung des Horst Baumann in der DFF-Filmreihe Maxe Baumann. Seit 2002 ist er Mitglied der Musikalischen Komödie Berlin.

Mit der Komödie „Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“ tourt das Duo bereits seit mehreren Jahren erfolgreich durch Deutschland.

Nicole Hollatz

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