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Die alte Winzer-Orgel in Friedrichshagen erklingt wieder

Friedrichshagen/Plüschow Die alte Winzer-Orgel in Friedrichshagen erklingt wieder

Die gotische Kirche in Friedrichshagen steht seit 600 Jahren / Der Förderverein lud im Jubiläumsjahr zu einer Vorführung der restaurierten Orgel aus dem 19. Jahrhundert

Friedrichshagen/Plüschow. Die gotische Dorfkirche zu Plüschow hat ihre alte Winzer-Orgel wieder — in restaurierter Klang-Schönheit.

Dass das Instrument aus dem 19. Jahrhundert im 600. Jubiläumsjahr der Kirche nun wieder all seine sechs Register erklingen lassen kann, freut nicht nur die Mitglieder des Fördervereins für den Erhalt der Kirche — aus nachvollziehbaren Gründen jedoch diese ganz besonders. Anlässlich einer Vorführung der Orgel für geladene Gäste, die vorgestern Nachmittag in Friedrichshagen stattfand, bedankte sich Joachim Schünemann, Vorsitzender des Fördervereins, bei Spendern und Finanzgebern für die möglich gemachte Restauration der Orgel: „Wir sind froh, die Mittel für die Restauration bekommen haben und wir bedanken uns herzlich für die großzügigen Spenden. Zum anderen sind Gelder der Kirchgemeinde, der Landeskirche und Fördermittel des Landes in die Finanzierung eingeflossen.“ Insgesamt 26 000 Euro hat die Restauration der Orgel gekostet.

Marlene Ziesche ist eine der Spenderinnen. Die Seniorin ist gebürtige Friedrichshagenerin und nach der Wende in ihr Heimatdorf zurückgekehrt. Sie wehrte das Lob bescheiden ab: „Wir hatten die Mittel, also haben wir etwas gegeben.“

Der Kirchenälteste Holger Hanf erklärte die einzelnen Register der Orgel — samt der aufwendigen Arbeiten, die daran von der Firma Mecklenburger Orgelbau aus Plau vorgenommen wurden. Organistin Gunhild Hanf spielte einige Stücke — unter anderem von Johann Sebastian Bach — Gelegenheit für das Instrument seine beeindruckende Klangfülle unter Beweis zu stellen.

Im Anschluss an die Orgelvorführung lud der Förderverein zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung in die Remise des Plüschower Schlosses ein. Dort konnten sich die Vereinsmitglieder, Kirchenbesucher und alle Interessierten über die Arbeit des Vereins informieren und unter anderem einen Vortrag des Archäologen Tilo Schöfbeck hören. Der hatte im vergangenen Jahr Bohrproben aus dem Dachstuhl der Friedrichshagener Kirche entnommen, um deren Entstehungsjahr zu ermitteln und sprach über seine Erkenntnisse.

Mit Hilfe der Wissenschaft der Dendrochronologie — die ihre Erkenntnisse aus den Jahresringen der Stämme gewinnt, die für den Bau der Dachstühle genutzt wurden — konnte Schöfbeck ermitteln, dass „im Winter des Jahres 1413 in den Wäldern der Umgebung stattliche Eichen geschlagen wurden, die nach Friedrichshagen, damals Fredeberneshagen, transportiert und auf einem Platz neben der zukünftigen Kirche nach alter Zimmermannkunst bearbeitet und zusammengesetzt wurden.“ Zum Dank für seinen Vortrag wurde dem Archäologen eine Jubiläumsschrift „600 Jahre Friedrichshagen — Ereignisse, Episoden“

überreicht. Das aufwendig gestaltete Heft ist für 4,16 Euro beim Förderverein käuflich zu erwerben.

Von Annett Meinke

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