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Drei Mal Ullrich: Ton, Farbe, Metall

Wismar Drei Mal Ullrich: Ton, Farbe, Metall

Familienausstellung in der Galerie Hinter dem Rathaus in Wismar

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Die Schmuckstücke sind von Rosemarie Ullrich.

Wismar. Die neue Ausstellung in der Galerie Hinter dem Rathaus in Wismar ist ist eine Familienausstellung von Klaus-Dieter, Pauline und Rosemarie Ullrich. Tochter Pauline zeigt keramische Plastiken, Mutter Rosemarie Metallarbeiten und Schmuck, Vater Klaus Malerei. Alle drei haben auf der renommierten „Burg Giebichenstein“ studiert und arbeiten und leben zusammen in ihrer „Wilser Werkstatt“ in Sachsen-Anhalt. Ein „Trialog zwischen Keramikerin, Maler und Metallgestalterin“, wie Brigitte Neugebauer-Winkler es zur Ausstellungseröffnung formulierte.

OZ-Bild

Familienausstellung in der Galerie Hinter dem Rathaus in Wismar

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„Wir haben die gleiche Grundhaltung zur Kunst als Grundlage“, beschrieb Klaus-Dieter Ullrich die Basis. Dass die drei zusammen ausstellen, ergibt sich oft. „Pauline stellt aber mehr aus, sie ist noch belastbarer“, sagte Rosemarie Ullrich und schmunzelte. Ihre großen Metallarbeiten fallen auf. Es sind „Geschichtenfächer“: auf Aluminium ätzt sie Figuren. Auf der großen Platte stechen kleinere Kupferplatten hervor, darauf sind Figuren aus dem Metall heraus getrieben, kommen dem Betrachter farblich und figürlich entgegen. Die Sagenfigur Genoveva, die — umbuhlt von drei Männern — vor wilden Tieren und Menschen Schutz sucht, wird auf Rosemarie Ullrichs Geschichtenfächer lebendig. „Ein Thema, dass ich schon während des Studiums hatte“, erzählt die Künstlerin. Die Geschichte ist auch vier Jahrzehnte später noch aktuell: „Sie steckt in den Menschen drin.“

Zurückhaltender ist die Malerei von Klaus-Dieter Ullrich. Er arbeitet mit Ei-Öl-Tempera auf Leinwand. Klassisch wie seine Farben sind die Motive: Blüten, Stillleben, Fensterläden. Alles in einer mediterranen, aber zurückgenommenen Farbigkeit, als Gegensatz zum Grellen der modernen Welt, auch der Kunstwelt. Sie sei, so der Künstler, oft mehr vom wirtschaftlichen Gedanken geprägt als vom musischen.

Viel Raum nehmen die Figuren von Pauline Ullrich ein. Große, bewusst oder unbewusst weiblich gehaltene Figuren. „Die Bewegung interessiert mich, so entsteht oft das Weibliche, das Sensible im Vergleich zur Härte des Materials“, erklärt die Künstlerin. Ihr geht es eher darum, eine Stimmung zu transportieren, nicht um das Geschlecht. Pauline Ullrich war von Kindheit an umgeben von Kunst, Musik, Literatur und dem kreativen Schaffen der Eltern. Ein „normaler“ Bürojob kam nicht in Frage, es musste aber eine Entscheidung zwischen Form und Farbe, zwischen Zwei- und Dreidimensionalität gefällt werden. In den Keramiken vereint Pauline Ullrich beides.

Eröffnet wurde die Ausstellung jedoch mit dem Gedenken an den jüngst verstorbenen Wismarer Modedesigner Andrej Subarew und einer Schweigeminute. Sichtlich bewegt erinnerte Brigitte Neugebauer-Winkler von der Gemeinschaft Wismarer Künstler und Kunstfreunde e.V. als Träger der Galerie an den Menschen. Anschließend bereitete Warnfried Altmann mit seinen Saxophonen musikalisch den Boden für die Eröffnung der Ausstellung.

Die Künstler

Klaus-Dieter Ullrich hat nach einer Malerlehre mit Meisterbrief Malerei studiert und war Meisterschüler in Dresden, seit 1978 ist er freiberuflich tätig und kann auf zahlreiche Ausstellungen verweisen. Genau wie seine Frau Rosemarie. Sie ist diplomierte Metallplastik-Schmuckgestalterin. Tochter Pauline Ullrich studierte im Fachbereich Plastik und Keramik, später im Aufbaustudium Malerei und Grafik. Seit 2006 hat sie zahlreiche Stipendien bekommen — 2010 das Stipendium der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Ausstellung in der Galerie Hinter dem Rathaus ist bis zum 28. Mai zu sehen, dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, am Sonnabend von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Nicole Hollatz

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