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Ein Erinnerungsort verjüngt sich

Schlagsdorf Ein Erinnerungsort verjüngt sich

Grenzhus will gerade für junge Besucher attraktiver werden / Pädagogik und Ausstellung stehen auf dem Prüfstand

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Das frühere Domänenpächterhaus in Schlagsdorf ist seit dem 9. November 1999 ein Erinnerungsort zur Geschichte der innerdeutschen Grenze.

Schlagsdorf. Als heute vor 27 Jahre die Mauer fiel, war Jenny Friedrich noch nicht auf der Welt. „Aber in der Schule haben wir es natürlich behandelt“, erklärt die 19-jährige Abiturientin des Ernst-Barlach-Gymnasiums in Schönberg, die seit September ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert. Eine ihrer Arbeitstätten ist das „Grenzhus“ genannte Informationszentrum zur innerdeutschen Geschichte in Schlagsdorf. Leiter Andreas Wagner sagt gerade mit Blick auf Menschen im Alter von Jenny Friedrich: „Wir müssen noch attraktiver werden.“ Das Grenzhus wolle veränderten Erfahrungen und Sehgewohnheiten mehr gerecht werden, erläutert der 52-jährige Historiker. Er verspricht: „Das werden wir in den nächsten zwei Jahren machen.“

 

OZ-Bild

Jenny Friedrich (19) aus Stove und der Historiker Andreas Wagner (52) unterhalten sich auf dem Außengelände des Grenzhus’.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Am zehnten Jahrestag des Mauerfalls eröffnete das Grenzhus als Mecklenburg-Vorpommerns wichtigster Erinnerungsort zur Geschichte der innerdeutschen Grenze. Mittlerweile ist die Dauerausstellung 17

Jahre alt. In Teilen setzt sie Wissen um Fakten und Begriffe voraus, über das viele junge Besucher heute nicht verfügen. Deshalb wird es in naher Zukunft es eine neue Dauerausstellung geben. Sie soll, auch was den Einsatz moderner Medien betrifft, näher an der jüngeren Generation sein ohne die Bedürfnisse älterer Generationen zu vernachlässigen.

Mehr als 10000 Gäste im Jahr empfangen die Mitarbeiter des Grenzhus. 20 Prozent sind Jugendliche, vorwiegend aus Mecklenburg-Vorpommern und dem angrenzenden Schleswig-Holstein. Damit gibt sich Andreas Wagner nicht zufrieden. Er betont: „Wir wollen mehr junge Besucher.“ Deshalb würden auch die pädagogischen Konzepte überdacht und bei Bedarf verändert. Das Grenzhus will sein Profil als Lernort zur deutschen Teilung stärken und Neugierde wecken. Bereits heute bietet es neben interessanten Objekten und Geschichten auch die Möglichkeit mit unterschiedlichsten Zeitzeugen zu sprechen, sich an Diskussionen zu beteiligen und an Workshops zur Geschichte der innerdeutschen Grenze teilzunehmen.

Nicht überraschend ist für die Mitarbeiter das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, nach der 71 Prozent der Befragten auf die Frage, was sie mit dem Datum 9. November am ehesten verbinden, antworteten: „Fall der Mauer“. „Es entspricht unseren Wahrnehmungen“, sagt Andreas Wagner. Bei der jüngeren Generation sei der Prozentsatz niedriger. Eine Ursache, die der Historiker sieht: „Wenn jemand etwas selbst erlebt hat und Bilder davon wiederholt werden, dann brennt es sich in sein Gedächtnis ein.“ Jüngeren Menschen werde das Ereignis häufig durch Eltern und Lehrer vermittelt. Das Grenzhus biete Schulklassen eine Einführung und erkundige sich nach vorhandenem Vorwissen.

Jenny Friedrich wusste bereits viel über die friedliche Revolution in der DDR und den Fall der Mauer, bevor sie ihre Arbeit im Grenzhus begann. Sie ist froh: „Hier hat man viele weitere Dinge entdeckt.“

Kontakt:

☎ 038875/20326, www.grenzhus.de

Führungen und Workshop

Das Grenzhus in Schlagsdorf lädt

heute um 10 Uhr und 14 Uhr zu öffentlichen Führungen ein. Einen Workshop zur Vermittlung der Geschichte der

innerdeutschen Grenze bietet das Grenzhus am Donnerstag, den 24. November, an. Er beginnt um 11 Uhr

und endet gegen 16 Uhr.

Die Grenzdokumentationsstätte in Lübeck-Schlutup organisiert anlässlich des heutigen 27. Jahrestags des Mauerfalls einen Vortag des früheren Arztes Dietrich von Maltzahn. Er spricht ab 18.30 Uhr. Sein Thema: „Ein Rechtsstaat sieht anders aus – Verfolgung,

Bespitzelung, Verhaftung“

Jürgen Lenz

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