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Ein Stück Backstein für das Welt-Erbe-Haus

Wismar Ein Stück Backstein für das Welt-Erbe-Haus

Grundstücksgrenze und Sitzbank: Keramikerin Dörte Michaelis hat eine 23 Meter lange Mauer gestaltet / Die Kosten von 23000 Euro werden aus Fördermitteln finanziert

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Detail der von Dörte Michaelis gestalteten Decksteine der Mauer.

Wismar. Der Hof im Welt-Erbe-Haus wird jetzt von einer 23 Meter langen roten Ziegelmauer begrenzt. Einer, die zum Schauen und zum Sitzen einlädt. Als Bank in fünf Stufen führt sie vom Hintereingang des historischen Hauses, in dem ab 1924 die Kaufmanns-Kompagnie und ab 1950 der Kulturbund der DDR ihren Sitz hatten, in den Garten. Der Entwurf mit verschiedenen Verlegemustern und ornamental verzierter Deckschicht stammt von Keramikerin Dörte Michaelis.

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Grundstücksgrenze und Sitzbank: Keramikerin Dörte Michaelis hat eine 23 Meter lange Mauer gestaltet / Die Kosten von 23000 Euro werden aus Fördermitteln finanziert

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„Dass die kleine Bank hier steht, ist ein kleines Wunder“, sagte die 57-jährige Künstlerin bei der Einweihung. Sie umriss den Werdegang von der Idee bis zur Fertigstellung, erinnerte auch an „Geschwister-Ideen“, die eine nach der anderen verworfen wurden. Sprach der Stadt großes Lob für die Realisierung aus. Schließlich falle die Bank „in die Kategorie: Kann, muss aber nicht“, erklärte die in Greifswald geborene Dörte Michaelis, die seit mehr als 30 Jahren in Vogelsang, östlich von Wismar, lebt.

Für Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) setzt das Mäuerchen aus gebranntem Ziegel eine jahrhundertealte Tradition in der Hansestadt fort. „Wenn wir Gäste fragen, warum sie nach Wismar kommen, antworten sie sehr oft: wegen der Backsteingotik“, sagte er. Und zwar nicht nur wegen der großen der Kirchen, sondern auch wegen der vielen steinernen Profanbauten. „Dass Dörte Michaelis ihre Werke aus Ziegel — man kann auch Backstein sagen — baut, freut mich darum ganz besonders. Damit schließt sich ein Kreis“, führte Wismars Bürgermeister aus.

23000 Euro kostet das zum Gebrauch bestimmte Kunstwerk im Hof. Finanziert wurde es aus Resten der Förderung zur Sanierung und den Aufbau der Ausstellung im Welt-Erbe-Haus. Allein die Sanierung hat 3,6 Millionen Euro gekostet und wurde zu 95 Prozent durch Land, Bund und Europäische Union gefördert. Die Ausstellung kostete weitere 470000 Euro, auch sie wurde über Fördergelder finanziert. 260000 Euro gab allein das Land. „Ja“, sagte Thomas Beyer, „wir haben für das Welt-Erbe-Haus eine sehr hohe Förderung bekommen. Aber es ist wirklich gut angelegtes Geld.“ Zudem müssten ja auch die Künstler leben, „und wir haben eine schöne Ergänzung bekommen“, stellte er fest.

Wismars Bürgermeister hält die niedrige Mauer für gelungen. „Die Abgrenzung zum Nachbargrundstück sollte niedrig sein, Licht und Luft hereinlassen“, zählt er auf. Sie sollte zudem zum Sitzen taugen und sich „still in dieses Gesamtensemble einfügen“. Das sei aus seiner Sicht voll und ganz gelungen, sagte Thomas Beyer.

Dörte Michaelis ist in der Region keine Unbekannte. Am Krankenhaus am Friedenshof in Wismar steht einer ihrer Brunnen und in der Dankwartstraße hängt ein Ziegenkopf, den sie geschaffen hat. In Neukloster auf dem Neumarkt hat sie drei gemauerte Frauenfiguren, die „Nonnen“, aufgestellt, die der Stadt den Namen gaben, und in Boltenhagen den Springbrunnen im Kurpark gestaltet. Von Oldenburg in Schleswig-Holstein bis nach Rügen sind Arbeiten von ihr zu finden.

Welterbe im Internet

Die Hansestädte Wismar und Stralsund haben ihre gemeinsame Internet-Seite als Welterbestädte überarbeitet und präsentieren sich online in neuem Design.

Die Internetseite regt an, das Welterbe kennenzulernen, es zu bewahren, zu erleben und zu fördern. Neben den Gründen, die zur Anerkennung als Unesco-Welterbe führten, bietet sie Informationen zu den Aufgaben wie Schutz, Vermittlung, Bildung, Förderung und Zusammenarbeit.

Drei Imagefilme, aktuelle Meldungen und Veranstaltungshinweise ergänzen das Angebot. Zudem gibt es Informationen über die Welterbe-Besucherzentren in Wismar und Stralsund sowie über die Deutsche Stiftung Welterbe.

Die Inhalte der neuen Internetseite werden nach Auskunft von Wismars Welterbe-Manager Norbert Huschner in Kürze auch auf Englisch verfügbar sein.

• www.stralsund-wismar.de

Von Sylvia Kartheuser

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