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Eine andere Welt im Kunstraum St. Georgen

Wismar Eine andere Welt im Kunstraum St. Georgen

Die Bild- und Klanginstallation von Miro Zahra ist noch bis zum 16. Mai in der Wismarer Kirche zu erleben

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Die Bilder sind nur auf den ersten Blick grau, Miro Zahra hat sie mit rot grundiert und sichtbare Spuren gelassen.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Die Geräusche klingen durch das leere Kirchenschiff. Sphärische Klänge, die zur Südkapelle von St. Georgen leiten, locken, führen. Das Plätschern eines Baches im sonst tonlosen Raum, in dem bis auf Erklärungen von Gästeführern oder manch einem Fotoapparatklicken kaum ein Geräusch die gespenstische Stille stört.

Die Geräusche von Miro Zahra stören nicht. Aber sie sind die Tür in eine andere Welt. In die der Betrachter sich hinein wagen muss. Auf Backsteinen und an eben diese gelehnt stehen die großen Leinwände der Künstlerin. Graue Flächen vor dem leuchtenden Rot. Nicht viel zu sehen. Kein romantischer Sonnenuntergang, der vom Urlaub erzählt, kein Portrait eines lieben Menschen. So einfach macht Miro Zahra es dem Kunstkonsumenten nicht. „Wer hier eintritt, erhält keine plakativen Angebote, sondern ist mit einer Welt konfrontiert, die in der ersten Begegnung unzugänglich wirkt“, so Galeristin Susanne Burmester.

Der Ausstellungsbesucher, der Kunstkonsument, steht vor einer großen grauen Leinwand. Das Licht der großen Kirchenfenster wirft Schatten und Muster auf die 2,30 mal 1,50 Meter großen Leinwände.

Das Licht verändert sich, die Schatten wandern, anderes wird sichtbar. Lasierend sind dunklere Linien zu erkennen, die wie Adern die Fläche durchweben. Alles ist „Im Fluss“, wie die Ausstellung überschrieben ist.

Der Betrachter wird gefangen von der Symbiose der monochromen Bilder und der Klangcollage im Raum, lässt sich, so die Hoffnung, in die Welt von Miro Zahra entführen. Setzt sich auf den Stuhl, nimmt die Kopfhörer und lauscht. „Durch Sumpf, Gestein, durch raue, dichte oder selt‘ne Enge. Mit Kopf, Hand, Flügeln oder Füssen muss seinen Weg er finden. Und schwimmen oder sinken, waten, kriechen oder fliegen “, liest die Künstlerin Texte von Henry David Thoreau. Intensive Textfragmente.

Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph zog sich zwei Jahre lang in eine Hütte im Wald zurück und schrieb Tagebücher. Miro Zahra lässt die Besucher von St. Georgen sich zurück ziehen aus dem Trott einer Tour durch Wismar oder dem Alltag. Achteinhalb Minuten. So lange dauert die Klangcollage aus Tönen, Geräuschen und dem Text. „Ich fand die Texte sehr eindrucksvoll“, erzählt Miro Zahra.

„Die Tagebucheinträge zeigen sehr authentisch eine Erfahrung, eine Begegnung mit der Natur.“

Ein Rückzugsort in die Natur im vom Menschen erschaffenen Raum, im Kunstraum St. Georgen. „Es geht mir immer auch darum zu zeigen, dass das, was man als innovativ und aktuell bezeichnet, nichts mit der Zeit zu tun hat", philosophiert Miro Zahra. Sie sucht und schafft die Verknüpfung zwischen den Zeiten und den Welten. Innerhalb von achteinhalb Minuten. Ausstellung „Im Fluss“: täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt frei

Von Nicole Hollatz

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