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Einschusslöcher und ein geheimnisvoller Brief

Neukloster Einschusslöcher und ein geheimnisvoller Brief

Sanierung zeigt: Vierungsturm an Neuklosters Klosterkirche steckt voller Rätsel

Neukloster. Baugerüste beweisen: An der Kirche St. Maria im Sonnenkamp in Neukloster wird gearbeitet. Die Sanierung der Kirche, die ab dem 13. Jahrhundert und bis zur Reformation Teil des Nonnenklosters Maria im Sonnenkamp war, „ist dringend erforderlich“, sagt Pastor Jens Krause. Die letzte sei 1865 gewesen – vor 152 Jahren. Seitdem sei zwar hier und dort immer mal etwas gemacht worden, doch eine umfassende Sanierung habe es nicht gegeben. Was das bedeutet, bekommt der Pastor immer dann zu spüren, wenn die Bauarbeiter ihm neue Schadensmeldungen bringen.

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Sanierung zeigt: Vierungsturm an Neuklosters Klosterkirche steckt voller Rätsel

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„Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Dachstuhl neu eingedeckt und jetzt tragen wir die Dachziegel von oben nach unten ab“, beschreibt Jens Krause die Arbeitsweise. Der ursprüngliche Plan war, die noch brauchbaren Ziegel nach der Sanierung des Dachstuhls wieder zu verwenden. Daraus wird nichts. Wegen eines Fotos, das der Denkmalpflege vorlag. „Darauf ist zu erkennen, dass die Klosterkirche ursprünglich die klassische Nonne-Mönch-Bedeckung hatte“, erklärt der Pastor. Und die muss aus denkmalpflegerischer Sicht auch wieder aufs Kirchendach. „Das ist natürlich wunderschön, wird aber deutlich teurer als geplant“, sagt Jens Krause.

Es ist nicht der einzige Punkt, an dem die Kosten höher ausfallen werden. Derzeit wird der wie ein Dachreiter wirkende Vierungsturm saniert – der Turm über der Stelle, an der Langhaus und Querschiff aufeinandertreffen. Den sogenannten Kaiserstab, der Kugel und Abschlusskreuz trägt, „konnte man mit der Hand abknicken“, beschreibt Jens Krause den maroden Zustand des Turms. Wie so manches auf dieser Baustelle hielt auch der Turm Überraschungen bereit. „Es wurde sehr viel in Nadelholz ausgeführt, das ist ziemlich unüblich“, erklärt der Pastor. Viel werde von dem Holz wohl nicht zu retten sein, „aber wir versuchen es“.

Auch die Turmhülle aus Kupferblech wird nicht komplett zu erhalten sein. Einige Platten hätten Risse und müssten ausgetauscht werden, erklärt Jens Krause. Was aber wiederverwendet werden kann, werde wieder eingebaut.

Die Sanierung des Chordachs und des Dachs über dem südlichen Querhaus sollen demnächst beginnen. In diesem Jahr kann die Kirche 600000 Euro verbauen. Das Geld kam aus der Kirchengemeinde, aus Bundesmitteln, von der Stiftung KiBa (Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler), Patronatsmitteln und Spenden. Der Gesamtbedarf für die Sanierung liegt bei etwa 2,1 Millionen Euro. „Und wenn wir in zehn Jahren sagen können, wir sind fertig, können wir sehr zufrieden sein“, so die Schätzung von Pastor Jens Krause.

Allerdings gibt es bei der Sanierung auch Begebenheiten, die den Pastor angenehm überraschen und seine Neugier wecken. Da ist zum Beispiel die Kugel auf der Turmspitze. „Als wir sie heruntergenommen haben, haben wir Einschusslöcher entdeckt, von denen niemand wusste.“ Wie kommen die dahin, 41 Meter über dem Erdboden?

Noch rätselhafter aber ist der Inhalt der Kugel. „Wir haben einen in Blech eingeschweißten Brief gefunden“, sagt Jens Krause. Wer ihn geschrieben hat, an wen er gerichtet war und wann er geschrieben wurde, hinter diesen Punkten stehen noch Fragezeichen. „Wir haben uns nicht getraut, den geheimnisvollen Brief zu öffnen, sondern haben ihn an einen Fachmann geschickt.“ In ungefähr drei bis vier Wochen, so rechnet Jens Krause, könnte dieses Rätsel gelöst sein.

Sylvia Kartheuser

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