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Eltern kämpfen für den Erhalt des Musikschulgebäudes

Wismar Eltern kämpfen für den Erhalt des Musikschulgebäudes

Geplante Fusion mit der Kreismusikschule sorgt für Bedenken: Wismar würde ein Kulturzentrum verlieren / Dezentraler Unterricht soll Kosten einsparen

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Bisher wird in der Musikschule am Turnplatz alles unter einem Dach unterrichtet. Das Gebäude ist jedoch ein großer Kostenfaktor.

Wismar. Wo soll Ballett getanzt werden? Wo wird die Theatergruppe proben? Wo sich die vielen Ensembles bis hin zur Big Band treffen? Viele Fragen, die auftauchen, wenn das Wismarer Musikschulgebäude infrage gestellt und der Unterricht nach Vorbild der Kreismusikschule dezentral an den Schulen gegeben wird. Gut 200 Eltern, Musikschüler, Interessierte und Lehrkräfte kamen genau deswegen am Montagabend in die Aula der Wismarer Musikschule. Dort, wo sonst die Ballettelevinnen an ihren Stangen vor den großen Spiegeln tanzen, war die Anspannung fühlbar. Der Förderverein der Wismarer Musikschule lud zur Elternversammlung, nachdem in der OSTSEE-ZEITUNG über die Überlegungen zur Schließung des Musikschulgebäudes zu lesen war.

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Geplante Fusion mit der Kreismusikschule sorgt für Bedenken: Wismar würde ein Kulturzentrum verlieren / Dezentraler Unterricht soll Kosten einsparen

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„Unser klares Ziel ist es, den Entscheidungsprozess in der Bürgerschaft zu begleiten“, sagte Christopher Naab vom Förderverein. Die Fusion mit der Kreismusikschule „Carl Orff“ stelle man nicht infrage, daraus könnte viel Positives erwachsen. Eben qualitätsvoller Musikunterricht. Christopher Naab: „Nach unserer Meinung steht und fällt der mit der Nutzung des Gebäudes.“ In Wismar, so kommentierten einige am Abend, hätte man ein Musikschulgebäude, um das andere Kommunen die Stadt und ihre Musikschüler beneiden.

Auch Hartwig Kessler als Leiter der Kreismusikschule gab das am Abend zu, aber „ich beneide Sie nicht darum, das Haus zu finanzieren“, sprach er das größte Problem des unsanierten Altbaus und der daraus entstehenden Kosten an. Der Verein will sich davon selbst ein Bild machen und hofft auf Akteneinsicht. „Wir müssen auf Augenhöhe reden und sollten gemeinsam Visionen entwickeln“, war Naabs Forderung. „Ich glaube nicht, dass es Politiker in Wismar gibt, die das Gebäude infrage stellen, wenn sie wissen, was da alles dran hängt“, hofft Dr. Hendrik Fanger, dessen Kinder das kulturelle Angebot am Turnplatz nutzen.

Die Musikschule finanziert sich größtenteils aus Gebühren, 100000 Euro fördert das Bildungsministerium, den Rest bezahlt die Stadt. Und diese verzeichnet dadurch ein jährliches Defizit von rund 384 000 Euro. Die Unterhaltung des Gebäudes ist dabei der größte Kostenfaktor. „Deshalb haben wir nun die Schulleiter gebeten zu prüfen, ob sie Kapazitäten in ihren Gebäuden haben“, erklärt Senator Michael Berkhahn (CDU). Positive Rückmeldung gab es unter anderem vom Berufsschulzentrum Nord, der Stadtschule und der Goethe-Schule. Berkhahn betont: „Wird es zur Fusion kommen, dann soll es keine Abstriche geben – weder im Niveau noch für die Mitarbeiter.“ Wismar würde gemeinsam mit Grevesmühlen das Zentrum bilden. Seine Meinung: „Es kommt doch nicht auf den Raum an, in dem unterrichtet wird, sondern auf den Lehrer.“

Ideen für die weitere Nutzung des Gebäudes am Turnplatz gibt es bereits. „Das Schulhaus wird nicht leer stehen“, ist sich Berkhahn sicher. Platz bräuchte beispielsweise die Evangelische Schule. In einem Zusammenschluss der Schulen sieht Berkhahn viele Synergieeffekte, besonders in der Verwaltung. Damit ließe sich sparen und das Angebot vielleicht sogar erweitern. Ob es tatsächlich zur Fusion kommen wird, darüber entscheidet bald die Bürgerschaft.

Jana Rohloff, Leiterin der städtischen Musikschule, lehnt eine Fusion nicht generell ab. „Dadurch, dass wir vereint unter einem Dach unterrichten, haben wir bereits viele Synergien“, betont sie. „Die Stadt würde mit der Schließung des Hauses ein Kulturzentrum verlieren.“

Musikschulen in Zahlen

850 Schüler werden in der Kreismusikschule dezentral unterrichtet in 32 Außenstellen, meist Kindergärten und Schulen. In Wismar besuchen in diesem Jahr 695 Schüler (mit Mehrfachbelegung) den Unterricht im zentralen Gebäude. 456 in der Abteilung Instrumentalspiel, 127 in der Abteilung Tanz, 112 in Bildende Kunst/Theater. Die Zahlen bleiben im Vergleich zu den Vorjahren konstant. Der Anteil der erwachsenen Schüler steigt jedoch: Im zweiten Quartal 2016 waren es 17,4 Prozent, Ende 2014 noch 11,3 Prozent.

Nicole Hollatz und Vanessa Kopp

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