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Erbe des Vaters wissenschaftlich aufbereitet

Wismar Erbe des Vaters wissenschaftlich aufbereitet

Wissensschatz zu Wismarer Münzen für das Stadtarchiv / Frauke Lewin hält heute Abend Vortrag über die Sammlung

Wismar. Rudolf Bienas war der Fachmann zur Wismarer Münzgeschichte und darüber hinaus. Seit den 1950ern sammelte der Wendorfer Münzen, Plaketten und Medaillen mit Bezug zur Wismarer Geschichte. Vieles, was sonst nicht mehr existieren würde. Die Plakette von 1984 über 20 Jahre „VEB Bau“ mit einer schönen Ansicht der Hansestadt, die Plakette von 1939 mit der Aufschrift „Mecklenburg-Woche“, die Medaille „Kleintierzucht“ von 1926 mit süßen Häschen auf der Vorderseite, das metallische Andenken an die erste Kraftfahrzeug-Veteranenrallye in Wismar vom 30.

Juni bis 1. Juli 1979 oder die Medaille der Ingenieurhochschule aus dem Jahre 1969. Oder die Plakette, die 1954 beim DDR-Meisterschaftslauf am Seitenwagen des teilnehmenden Motorrades befestigt wurde. Oder die Plombe mit dem OZ-Eindruck, die im Mai 1996 als Werbegeschenk an die Gäste anlässlich des Umzuges der Redaktion in das Haus in der Mecklenburger Straße verschenkt wurde.

Nach seinem Tod im Oktober 2013 hat seine Tochter Frauke Lewin das, was der Vater hinterlassen hat, weiter wissenschaftlich aufbereitet. Nächtelang neben der normalen Arbeit als Verwaltungsangestellte. Dieses ausgedruckte Wissen hat die Familie nun dem Wismarer Stadtarchiv überreicht. „Das ist so gut aufbereitet, das kann sofort von Interessenten hier im Archiv wissenschaftlich genutzt werden“, ist Stadtarchivar Dr. Nils Jörn dankbar. Sechs Bände mit genauen Informationen zu Wismarer Münzen, Medaillen und Plaketten, dazu wissenschaftliche Vorträge, Arbeitshefte, Vereinshefte und wissenschaftliche Veröffentlichungen – die Liste ist lang. Mehrere Kisten mit Literatur aus der Bienas-Sammlung sind so ins Archiv gekommen. Keine Zettelkisten voller nicht identifizierbarer Notizen oder Sammlungsstücke, sondern alles bestens geordnet und so ganz einfach in die Suchmaske des Archivs einzupflegen. Dank vieler ehrenamtlicher Arbeitsstunden von Frauke Lewin. „Ich hatte es Vati versprochen“, erzählt sie von der ganz eigenen Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis des Vaters. Bei dem Hintergrundwissen zur Aufarbeitung nach wissenschaftlichen Regeln halfen die Fachleute im Archiv. Nils Jörn: „Es gibt bei solch einem Erbe zwei Möglichkeiten, entweder die Sammlung wird auf Ebay verramscht oder sie wird im Archiv der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.“ Er ist dankbar, dass die Familie sich im Sinne des Verstorbenen für den zweiten Weg entschieden hat, noch dankbarer für die hervorragende Aufarbeitung. „Wenn das hier immer so wäre, wären wir im Archiv arbeitslos“, sagt der Historiker lachend. Die Gefahr ist gering – es warten meterweise Akten aus den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten darauf, wissenschaftlich durch die Fachleute im Archiv erschlossen und ausgewertet zu werden.

Am heutigen Dienstag um 19 Uhr wird Frauke Lewin im Stadtarchiv einen Vortrag über die Sammlung ihres Vaters halten. Der Eintritt kostet 3 Euro, Mitglieder des Archivvereins zahlen nichts.

Nicole Hollatz

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