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Wismar Erfrischende Comedy im Zeughaus
Mecklenburg Wismar Erfrischende Comedy im Zeughaus
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03:46 18.07.2013
Kabarettist Peter Vollmer ließ die Gäste im Wismarer Zeughaus herzhaft lachen. Quelle: Nicole Hollatz

Die Männer im Publikum mussten zwei Stunden lang stark sein und einiges über sich ergehen lassen. Peter Vollmer erzählte vor 200 Besuchern im Zeughaus von seiner Midlife-Crisis und dem Gefühl zwischen „Iron Man“ und Pflegefall. „Ich werde bei einer Weinprobe leidenschaftlicher als beim Sex. Eine Weinprobe kommt bei mir auch häufiger vor und ist leichter zu kriegen. Wenn ich eine Frau in meinem Alter sehe, denke ich nicht, was für eine Sexbombe, ich denke, die kann bestimmt einen tollen Hefezopf backen.“

Die Frauen im Publikum bogen sich vor Lachen. Den Männern blieb nichts anderes übrig als mitzulachen. Lächelnd zog Vollmer über all das her, was die moderne Zivilisation ausmacht:

Elternabende, Jogginghosen, Pfandflaschen und Vegetarier. „Man darf beim Essen nicht so zimperlich sein. Wir haben Aale, da ist so viel Quecksilber drin, die können Sie als Fieberthermometer benutzen!“

Mit Akustikgitarre und bekannten Liedern, denen er neue Texte verpasste, wagte Peter Vollmer den Angriff auf sein Publikum. Das gab sich geschlagen und sang mit: „Es geht ein Bibabohnentopf in meinem Bauch herum. Es rüttelt mich, es schüttelt mich, was dann passiert, das sag ich nicht!“ Peter Vollmer singt viel. „Was kann man noch essen, sieben Tage lang . . .“ Oder seine Hits für die Zeit im Wartezimmer: „Sag, wo meine Zähne sind, wo sind sie geblieben?“, „Pumpt der alte Herzmuskel noch? Herzmuskel noch, Herzmuskel noch?“ Böse: „Muss i denn, muss i denn, zum Klinikum hinaus, Klinikum hinaus, doch mein Raucherbein bleibt hier!“ Ohrwurm: „10 kleine Rheumakranke gingen ins Moorbad rein, einer hat es ausgesoffen, da waren‘s nur noch neun!“ Die Gäste sangen mit, hatten vor Lachen Tränen in den Augen und wollten Zugaben.

Peter Vollmer perfektionierte das Zusammenspiel von Mimik, Gestik und Timing, dazu die explosionsartigen Pointen, unschuldig lächelnd vorgetragen. Dabei hangelte er auf dem schmalen Grat zwischen billigem Klamauk unter der Gürtellinie und dem wunderbar bissigen Kabarett. Und immer wieder der Angriff auf die Männer: „Was glauben Sie, wieso es so viele marathonlaufende Männer gibt? Die wollen mal vier Stunden Ruhe haben!“ Er hat die Gehirnströme bei Männern, die fernsehen, gemessen. „Etwas weniger und es wäre rechtlich zulässig, Organe zu entnehmen.“ Aua!

Nach dem erfolgreichen Dienstagabend hatte Ramona Muschalla vom Theater gleich die gute Nachricht: Im Januar kommt Peter Vollmer wieder nach Wismar!

Für uns Männer bleibt zu Hause oft nur das Amt des Bundespräsi-

denten — repräsentative Aufgaben als Wackeldackel.“ Peter Vollmer, Kabarettist

Nicole Hollatz

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