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Fahrstuhl bringt Gäste in 35 Sekunden hoch über Wismar

Wismar Fahrstuhl bringt Gäste in 35 Sekunden hoch über Wismar

Den 36 Meter hohen Turm der St.-Georgen-Kirche krönt jetzt eine Aussichtsplattform. Besucher genießen Weitblick über die Altstadt bis zur Insel Poel.

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Blick durch die Sicherheitsstäbe auf den Wismarer Hafen. Gestern öffnete die Aussichtsplattform auf dem Turm von St. Georgen. Fotos (5): Ina Schwarz

Wismar. Geschafft! Der Turmbau zu Wismar ist abgeschlossen. Nach neun Jahren Bauzeit wurde gestern als Krönung die Aussichtsplattform der Sankt-Georgen-Kirche eröffnet. „Ein stolzes Gefühl“, so Projektleiter Kristian Fleischhack. „Der Bau nach altvorväterlicher Sitte war schon eine Herausforderung“, sagte der 40-jährige Bauingenieur und fügte hinzu: „Man muss staunen, was unsere Vorfahren geleistet haben — ohne die Technik, die uns heute zur Verfügung steht. Das ist aller Ehren wert.“ Der 36 Meter hohe Turm der St.-Georgen-Kirche in Wismar gehört zu den letzten Abschnitten des umfangreichen Wiederaufbaus des Baudenkmals von nationaler Bedeutung. Der Ausbau des Turms mit seiner 250 Quadratmeter großen Aussichtsplattform ist vollendet und jetzt für Einheimische und Besucher der Weltkulturerbestadt nutzbar. „Ein guter Zeitpunkt“, so Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). „Am Sonntag erwarten wir außerdem die ersten Kreuzfahrer in der Stadt, die das Angebot sicher nutzen werden.“

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Ich bin ganz berührt und freue mich, was in den vergangenen Jahren geschaffen wurde.“Maren Teß, ehemalige Geschäftstellenleiterin vom Aufbauverein St. Georgen

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Wer zur Aussichtsplattform will, benutzt einen modernen Aufzug. Der braucht exakt 35 Sekunden, um seine Gäste geräuschlos hoch über die Dächer der Stadt zu fahren. Etwa 9400 Kubikmeter Materialien wurde insgesamt im Turm verbaut. Darunter Backsteine aus dem 15. Jahrhundert. Alles was neu hinzugekommen ist, ist modern und zurückhaltend gestaltet: Das Austrittshaus ist verglast, 4,20 Meter hoch und eine Stahlkonstruktion. Die Spindeltreppe, die lediglich als Fluchtweg dient, hat 134 Stufen. Für die Öffentlichkeit ist sie nicht zugänglich.

Architekt Onno Folkerts ist seit 1990 mit der Instandsetzung der Kirche beschäftigt. In seinem Architektenbüro „Angelis & Partner“ in der Bademutterstraße stapeln sich bis heute 294 Akten. „In der ältesten habe ich noch handschriftliche Rechnungen von Handwerkern gefunden“, erzählte er gestern den Gästen während der Feierlichkeiten. „Ein Klosterziegel kostete damals übrigens 5 Mark, heute kostet er 5,50 Euro. So ändern sich die Zeiten.“

Insgesamt wurden bis heute 2,65 Millionen Euro im „Denkmal mit Weitblick“, wie das Turmprojekt bezeichnet wird, verbaut. Thomas Beyer dankte allen Spendern, Fördermittelgebern und am Bau beteiligten Personen und Firmen. Insbesondere galt sein Dank Prof. Gottfried Kiesow von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Rosemarie Wilcken, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Wismar.

Die St.-Georgen-Kirche gehört zum Unesco-Welterbe und ist eine der monumentalsten Backsteinkirchen Norddeutschlands.

Eintritt und Zeiten
Die Zeiten: Die Plattform öffnet täglich 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt: Der Weitblick kostet drei Euro für Erwachsene, zwei Euro für Schüler, Studenten, Azubis und Schwerbehinderte. Er ist kostenlos für Kinder bis sechs Jahre. Für Teilnehmer von Reisegruppen ab 15 Personen ist der Tarif 2,50 Euro.

 



Ina Schwarz

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