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Feminine Terrakotten im Baumhaus

Wismar Feminine Terrakotten im Baumhaus

Ausstellung von Christa Baumgärtel ist bis zum 31. Juli zu sehen

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Christa Baumgärtel in ihrer Ausstellung im Wismarer Baumhaus am Alten Hafen.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Sehr feminin sind die Skulpturen, die Christa Baumgärtel derzeit im Baumhaus im Alten Hafen zeigt. „Das liegt mir“, sagt die Künstlerin aus Wardenburg im Landkreis Oldenburg im nordwestlichen Niedersachsen. Gerade ihre großen Terrakottenfiguren fallen auf. Große weibliche Torsovariationen, kleinere Mann-FrauPaare, imposante Gewänder als weibliche Festkleidung zeigt sie im Baumhaus.

Christa Baumgärtel beschränkt sich in ihren Arbeiten. Kein Kopf, keine Arme, keine Beine. Nur das Nötigste, um die Figur als Frau oder eben als Mann erahnbar zu machen. Ein eingeritztes Dreieck an der richtigen Stelle, dazwischen eine Linie, lässt zwei Beine und eben die weibliche Scham entstehen. Der Mann entsteht durch das fehlende Dreieck, durch die fehlende oder weniger stark ausgeprägte Ausbuchtung am Oberkörper. „Ich beschränke mich auf die Körperlandschaft“, erklärt die Künstlerin. „Ich möchte mich nicht in Details verlieren, sondern die Grundform erfassen.“ Abstraktes statt Konkretes. Ihr ist es egal, ob die Frau jung oder alt war, ob blond oder brünett.

Kleiner sind ihre Paarfiguren – Mann und Frau in ähnlicher Aufmachung. Für die Künstlerin ist die Frage spannend, ab wann ist es ein Paar, ab welchem Abstand sind es zwei einzelne Figuren?

Groß und großartig ihre Gewänder. Auch ein Paar im weitesten Sinne ist dort zu sehen. Die Opulenz des Südens trifft auf den strengen, kühlen Norden. Auch dort erfasst Christa Baumgärtel die Figur in ihrer Gesamtheit und wiegt genau ab, wie weit sie vereinfachen darf. „Ich baue die Arbeiten hohl auf, wie Gefäße“, erklärt die Künstlerin. Die Farben werden direkt aufgetragen und beim ersten Brand mit eingebrannt. „Es ist spannend, wenn man dann den Ofen aufmacht, wie es geworden ist“, erzählt Christa Baumgärtel. Denn die ungebrannte Farbe sieht anders aus, die Dicke und damit die Deckkraft lässt sich im ungebrannten Zustand kaum beurteilen. Das Ergebnis sind wunderbar erdige, in sich stimmige Farbtöne, die mitunter mit etwas Blattgold als Akzente aufgefrischt werden. Christa Baumgärtel arbeitet „materialgerecht“. „Ich könnte auch so arbeiten, dass der Ton wie polierter Marmor aussieht“, erzählt sie. Aber das sei nicht ihrs. Sie liebt das Poröse, das Rissige, das Sandige am Material. Mit ihren Arbeiten betont sie eben diese Materialeigenschaften, anstatt sie zu übertünchen. Das Ergebnis sind sehr sinnliche, sehr reizvolle Arbeiten eben durch diese Sparsamkeit mit den Reizen.

Die Künstlerin

Christa Baumgärtel wurde 1947 in der bayrischen Stadt Kaufbeuren geboren.

Von 1976 bis 1986 studierte sie an der Hochschule für Kunst und Musik in Bremen bei Prof. Waldemar Otto.

Zahlreiche ihrer Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum, beispielsweise in Oldenburg, Bremen, Lübeck und Berlin. Die Künstlerin bekam zahlreiche Preise. Seit Anfang 2011 hat sie ihr Atelier im „KunstHaus Alte Schule“ in Wardenburg bei Oldenburg in Holstein.

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis zum 31. Juli täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Nicole Hollatz

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