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Festspiele gehen in die zweite Runde

Wismar Festspiele gehen in die zweite Runde

Schauspieler Sascha Gluth übernimmt wieder Titelrolle im „Jedermann“. Er ist Gast auf der Hanseschau.

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Sascha Gluth und Töchterchen Mina werden auch in diesem Sommer bei den Wismarer Festspielen dabei sein. Regie führt Holger Mahlich (r.). Das gigantische Bühnenbild für die St. Georgenkirche mit dem sechs Meter hohen Jedermann-Rad (hier im Modell) entwarf im letzten Jahr Falk von Wangelin (l.).

Quelle: Ina Schwarz

Wismar. Es geht wieder los! Die Jedermann-Festspiele in Wismar gehen im Sommer in die zweite Runde. Und die OSTSEE-ZEITUNG ist wieder Medienpartner. Noch liegt das sechs Meter hohe Jedermann-Rad demontiert und eingemottet in Gägelow, doch an den Vorbereitungen zu den nächsten Vorstellungen in St. Georgen wird schon fleißig gearbeitet.

„Zwanzig Prozent der Karten im Vorverkauf sind bereits weg“, freut sich Frank Markwardt, Geschäftsführer vom Hansekontor Wismar. Fast täglich steht er in Kontakt mit Ideengeber Andreas Conrad in Berlin. Der sprüht vor Ideen. So wird es diesmal eine Vorstellung für Gehörlose geben.

„Das Stück wird von Fachleuten in die Gebärdensprache übersetzt“, erklärt Markwardt.

Geplant sind in diesem Jahr 15 Veranstaltungen. „Wir erwarten rund 6500 Zuschauer“, blickt der Hansekontor-Chef in die Zukunft. „Das wären 2500 mehr als im vergangenen Jahr, in dem wir zehn Vorstellungen realisiert haben. Damit wachsen allerdings auch die Produktionskosten um 50 Prozent“, so Markwardt.

„Ohne Sponsoren müssten wir den doppelten Eintrittspreis nehmen“, sagt der Veranstaltungsprofi. Doch an denen ändert sich nichts. Die Festspiele in der Weltkulturerbestadt leben durch Kooperation, haben starke Partner wie das städtische BMW-Autohaus und das Landesmarketing „MV tut gut“. Auch die Stadt Wismar und der Landkreis NWM sind wesentliche Unterstützer. Markwardt: „Wir haben auch Fördermittel beim Land beantragt. Bisher jedoch keine Antwort.“

„Die Tageskosten für diese Produktion liegen bei etwa 12 000 Euro“, erklärt Markwardt. „Bestimmte Fixkosten sind da noch gar nicht eingerechnet“, meint der Wismarer. Jedermann beschäftigt eine Crew von etwa 30 Leuten. Ein Risiko bleibt immer. Doch nach dem Erfolg des letzten Jahres sind alle wesentlich entspannter. „Vor einem Jahr hatten wir noch nicht mal mit dem Vorverkauf begonnen“, erinnert sich der Geschäftsführer. „Dafür läuft es jetzt schon ganz gut.“

In diesem Jahr wird auch den Wünschen vieler Zuschauer entsprochen und die hinteren Stuhlreihen in Treppenform auf Podeste gehoben. Die Sicht in der Georgenkirche auf die Bühne wird dadurch wesentlich besser sein.

Das Jedermann-Stück spielt in diesem Jahr vom 3. Juli bis zum 8. August. In der Titelrolle ist wieder Sascha Gluth zu sehen. Viele Jahre war er als Freibeuter bei den Open-Air-Festspielen in Ralswieck unterwegs. Auch Tochter Mina, mittlerweile 7 Jahre alt, wird ihren Papa auf der Bühne wieder begleiten. Er sowie Regisseur Holger Mahlich werden übrigens auch Gäste bei der diesjährigen Hanseschau (5.-8. März) sein. Dritter in der Messe-Runde wird der Schauspieler Reinhard von Hacht sein. Er übernimmt die Rolle vom „Tod“ in dem Hugo-von-Hofmannsthal-Stück — bisher gespielt von Robert Glatzeder. Der hat die Wismarer Festspiele aufgrund anderer Angebote absagen müssen.

Reinhard von Hacht ist gebürtiger Hamburger. Nach dem Abitur in Blankenese ging er für drei Jahre an die Folkwanghochschule Essen und machte neben der Schauspiel- auch eine Patomimenausbildung. Seine erstes Engagement hatte er an den Städtischen Bühnen Dortmund, danach war er am Thalia Theater Hamburg, an den Wuppertaler Bühnen und noch einmal von 1980 bis 1985 am Thalia-Theater Hamburg tätig.

Seitdem ist Reinhard von Hacht freiberuflich tätig.

Mit den Jedermann-Festspielen reiht sich Wismar alljährlich in die Zahl handverlesener Städte Europas ein, die sowohl von Theaterenthusiasten, einer breiten Öffentlichkeit als auch von Medien bestürmt werden.

Kartenvorverkauf
Die Jedermann-Festspiele finden in diesem Jahr vom 3. Juli bis 8. August in der St. Georgenkirche in Wismar statt. Gespielt wird freitags um 20 Uhr und sonnabends um 16 und 20 Uhr (betrifft nicht alle Sonnabende, bitte beim Veranstalter erfragen).



Kartentelefon: 0381/ 38 30 30 17


Telefax: 03841/222977.



OZ-Abo-Card: Wer die OZ-Abo-Card vorlegt, bekommt 10 Prozent auf den Vorverkaufspreis.



Internet: www.jedermann-wismar.de

 



Ina Schwarz

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