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Geballte Energie und Verletzlichkeit

Wismar Geballte Energie und Verletzlichkeit

Ausstellung zeigt Objekte und Bilder von Susanne Tonn und Markusz Schöne

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Markusz Schöne und Susanne Tonn stellen gemeinsam in der Galerie Hinter dem Rathaus aus. Die Werke sind noch bis zum 7. Januar kommenden Jahres zu sehen. FOTOS: NICOLE BUCHMANN

Wismar. Kaum Platz war mehr in der Galerie Hinter dem Rathaus bei der Vernissage von Susanne Tonn und Markusz Schöne am Mittwochabend. Einer fehlte dennoch: Andrej Subarew. Mit ihm saßen Tonn und Schöne im Dezember vergangenen Jahres zusammen und planten die Ausstellung. „Sehnsuchtsorte“ der Arbeitstitel. „Es war uns wichtig, trotzdem auszustellen“, sagt Susanne Tonn. Der gemeinsame Freund Subarew war im April plötzlich gestorben.

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Ausstellung zeigt Objekte und Bilder von Susanne Tonn und Markusz Schöne

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„Sehnsuchtsorte – von der Behauptung der inneren Linie“ heißt denn auch die Ausstellung, die Tonn und Schöne nun allein bestreiten. Allein und doch gemeinsam. Ergänzen sich die Objekte und Bilder doch – mal ob ihrer Gegensätze, mal ob ihrer Gemeinsamkeiten. Wuchtig treten dem Betrachter die Kohlezeichnungen Schönes entgegen – Energie pur. Dabei sind die Striche wohlgesetzt. „Du musst wissen, worauf Du hinauswillst – dann geht das schnell“, erklärt Schöne. Zehn, fünfzehn, zwanzig Zeichnungen entstehen so mitunter in nur einer Nacht.

Es ist die Wucht der Rebellion früher Jahre, die den Betrachter trifft. Mitte Zwanzig ist Schöne, als er die Schlachtschiffe zeichnet, den Heimweg. Diese dunkle Wand aus kahlen Zweigen oder vielleicht doch Händen, die dem Heimgänger am Ende aber die Hoffnung, die ihm das Licht lassen. „. . . können meine Zeichnungen etwas bewirken? Kann ich etwas bewirken?“, fragt die Tagebuchnotiz von 1988, die stellvertretend für das fortwährende Hinterfragen Schönes in der Galerie klebt. Seine Werke sind erstmals überhaupt zu sehen. Nach und nach sollen auch die aus den folgenden Jahren hinzukommen. „Ich will eine Geschichte erzählen – bis zum heutigen Tag.“

Schmerz, Trauer, Verletzlichkeit – Susanne Tonns Arbeiten zwingen den Betrachter, die Botschaften in sich selbst zu suchen. Klar ist nur, nichts bleibt heil auf der Welt. Weder die Seele noch der Körper gehen unbeschadet durchs Leben. Die Bombensplitter im Gesicht ihres Großvaters finden sich wieder als Metallsplitter in Porzellan. Verbunden mit einer Silberkette ist eine weitere Wunde. Ein Herz – durchstoßen, durchbrochen. Hände aus Glas, die sich erheben – umschlossen von Panzern. Metallseile, die wie Operationsnähte im Gipsabdruck eines Unterarms eine weitere Wunde zusammenhalten.

Susanne Tonn habe die gewöhnliche Wahrnehmung von Schmuck aufgebrochen, hieß es in der Laudatio. Glas, Porzellan, Gips – sie experimentiere gern, sagt sie. Die Haut als ein Organ, an dem so vieles abzulesen, das so verletzlich sei, eigne sich dafür gut. Weg vom Schmuck als Zierde – hin zum Schmuck als Objekte mit eigener Aussage, so lassen sich die Werke von Susanne Tonn beschreiben.

Wenn die Werke nach dem 7. Januar wieder abgehängt werden, verlässt auch Susanne Tonn Wismar. Gemeinsam mit Markusz Schöne geht es nach Zürich. Ein Neuanfang für die 44-Jährige. Mit neuen Menschen, neuen Inspirationen.

Die Ausstellung ist bis zum 7. Januar zu sehen, dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 16 Uhr.

Nicole Buchmann

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