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Gemeinsam den Mut zur malerischen „Lücke“ haben

Wismar Gemeinsam den Mut zur malerischen „Lücke“ haben

Interessierte konnten sich am Sonnabend im Thormannspeicher im Alten Hafen auf den Spuren der Lücke-Gruppe ausprobieren.

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Arbeiten gemeinsam im Sinne eines „Malspiels“ an einem Bild: Andrea Diehl (62) sowie Nadja (10) und Diana Plesa (35).

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Interessierte konnten sich am Sonnabend im Thormannspeicher im Alten Hafen auf den Spuren der Lücke-Gruppe ausprobieren. „Demokratie in der Fläche“ hatte der bekannte Künstler Wolfgang Opitz aus Plüschow die Aktion überschrieben. Eine große Leinwand für alle, viele Farben für alle und das gemeinsame Ziel, im verbalen und/oder künstlerischen Dialog miteinander ein gemeinsames Bild zu schaffen. „Es soll kein schönes Stillleben, kein Porträt oder Akt entstehen, sondern sich eine Sprache entwickeln, um sich auf der Fläche zu unterhalten“, beschrieb Opitz das Experiment. Dieses „Malspiel“ hatten vier Künstler, die „Lücke-Gruppe“ von 1971 bis 1976 in Dresden praktiziert.

Andrea Diehl (62) aus Wismar sagte in dieser Sprache das erste Wort: Gelb. Gelb auf der weißen Leinwand, eine Ecke lasierender werdend bemalt. Inzwischen hatten auch Ulrike Maretzki (41) aus Bernau und Diana Plesa (35) mit ihren Kindern Nadja (10) und Filip-Adam (12) zu Pinsel und Farbe gegriffen. Schnell wurde aus den ersten zaghaften Pinseleien mehr. Die Fläche füllte sich mit Farbe.

Filip-Adam nahm einen Plastiklöffel, um Spuren in der vorher aufgetragenen Farbe zu ziehen. Diana Plesa spritzte mit weißer, flüssiger Farbe darüber. Wolfgang Opitz lächelte, als dieser Prozess einsetzte. Mit Mut, die Farbfläche des Anderen zu verändern. Dieses Sich-aufeinander-einlassen, miteinander Agieren und die Demokratie auf der (Mal-)Fläche zu erleben, ist ein ähnlich schwerer Prozess wie in der Politik.

Andrea Diehl hielt erst einmal inne. „Ich sehe schöne Stellen im Bild und dann malt da jemand einfach drüber“, beschrieb sie das Gefühl. Wolfgang Opitz wusste, wie es ihr geht. „Das ist ein Prozess, der baut sich irgendwann ab.“ Er erzählte von den besten Zeiten der „Lücke-Gruppe“ mit ihrem Malspiel. „Jeder wusste, was der andere malen wird.“ So entstanden aus der gemeinsamen Interaktion intensive Werke.

Vier Künstler – Harald Gallasch, Wolfgang Opitz, Steffen Terk und A.R.Penck (eigentlich Ralf Winkler) – malten und arbeiteten zusammen von 1971 bis 1976 in Dresden. Zusammen im wahrsten Wortsinn. Sie arbeiteten zum Teil gemeinsam, zu zweit, zu dritt oder zu viert an einem Bild. Das war ihr „Malspiel“, ihre Strategie, um die ideologischen Vorgaben des staatlichen Kunstbetriebs in der DDR mit der allein im westlichen Kunstmarkt geltenden Einzelkünstlerorientierung auszuspielen. Die vier Künstler nannten das „eine Lücke schaffen“ und sich selbst die Lücke-Gruppe.

Bis zum 30. August ist die Ausstellung „40 Jahre nach Lücke“ im Thormann-Speicher zu sehen.

Nicole Hollatz

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