Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Graf Dracula residierte im Speicher

Wismar Graf Dracula residierte im Speicher

Das Publikum der Lesung mit Matthias Leja lernte das Gruseln. Die 150 Besucher waren gebannt.

Wismar. So schön kann gruseln sein! Schauspieler Matthias Leja las am Donnerstagabend im Thormannspeicher am Alten Hafen aus Bram Stokers Horrorklassiker „Dracula“. Die 150 Gäste wurden schon am Eingang von einer großen, stimmungsvoll beleuchteten Draculafigur begrüßt. Zusammen mit der nach Unheil klingenden Musik aus den Lautsprechern ein Vorgeschmack dessen, was sie erwarteten durften.

Zwischen den massiven Metallstreben des Gebäudes stand die kleine Bühne, darauf Stuhl, Tisch und eine Stehlampe. Nicht mal einen Meter davor die Sitzreihen im Halbkreis. Im Laufe der Lesung rückten sie dem Schauspieler noch wesentlich näher.

Matthias Leja las fesselnd, lieh dem Grafen mit den spitzen Zähnen und der ungewöhnlichen Erscheinung seine Stimme. Zischend, nach Luft japsend, gurgelnd — was der irische Autor Bram Stoker wohl 1897 getan hätte, wenn seine Figur so lebendig geworden wäre? Vermutlich laut geschrien. Das konnten sich die Gäste verkneifen. An vielen Stellen hing die Spannung fast greifbar im Raum.

Leja las die Tagebucheinträge des Londoner Rechtsanwalts Jonathan Harker, ganz so, als würde der Protagonist selbst dort sitzen und verstört von seinen Erlebnissen berichten. Die Atmosphäre des alten Speichers tat ein Übriges im immer dunkler werdenden Raum. Rot beleuchtete Steinwände, die aufsteigende feuchte Kälte aus dem Kellergeschoss. Der Geruch des Alten, Modrigen. Dazu die Geräusche, die passend zur jeweils gelesenen Szene eingespielt wurden. Das Ticken einer großen Standuhr im Schloss des Grafen. Das Heulen der Wölfe. Das Knistern des Kaminfeuers. Und dann die Stimme des Grafen mit seinem rollenden R und dem wunderbar gespielten Wahnsinn. Wenn Matthias Leja mit dieser Stimme und den leuchtenden Augen in sein gebanntes Publikum sah, war die Illusion perfekt.

„Wow“, entfuhr es den Gästen nach fast zwei Stunden Dracula-Lesung. Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sie sich nach dem letzten Satz des Schauspielers und des Rechtsanwalts Jonathan Harker:

„Lebt wohl ihr alle!“

Die Lesung kam durch eine Kooperation mit der „Metropolregion Hamburg“ nach Wismar. Die Metropolregion Hamburg und das Thalia Theater arbeiten seit 2013 zusammen, um den Kulturaustausch zwischen der Stadt Hamburg und dem ländlichen Bereich mit neuen Ideen zu beleben.

 



Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist