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Wismar Großer Brocken auf Straße war Stein des Anstoßes für Kunst
Mecklenburg Wismar Großer Brocken auf Straße war Stein des Anstoßes für Kunst
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03:44 05.09.2013
Burghard Schumann lässt sich von Kathy Gordon als Besitzerin der kleinen Galerie beim Aufbau der Ausstellung über die Schulter sehen. Quelle: Helmuth Vogt
Kirchdorf

„Unterwegs“ heißt eine Ausstellung, die morgen um 19 Uhr im Café Frieda in Oertzenhof auf der Insel Poel eröffnet wird und bis zum 24. November zu sehen ist. Der in Ilow lebende Bildhauer Burghard Schumann zeigt im Obergeschoss des Cafés eine Auswahl seiner jüngsten Arbeiten in Form von Plastiken, Bildern, Skulpturen und — wie er es bezeichnet — kinetischen Objekten.

Kinetisch bedeutet in diesem Falle, dass Gegenstände, von denen man glaubt, dass sie scheinbar für alle Ewigkeit ruhen, zur Überraschung des Betrachters sich plötzlich zu bewegen beginnen. Dazu gehören auch auf den ersten Blick etwas skurril gestaltete Spieluhren. „Diese darf der Besucher auch anfassen und in Bewegung setzen — aber erst ab 18 Jahre, weil ich ja die Bestimmungen des Spielhöllengesetzes einhalten muss“, kommentiert er das mit einem hintersinnigen Augenzwinkern. Hintersinn und eine große fantastische Vorstellungskraft sprechen eigentlich aus allen Arbeiten des Ilowers, der dort gegenüber dem Klanghaus als einem guten Ort für künstlerische Inspiration lebt.

Inspiration holt er sich zum Beispiel auch, wenn da plötzlich in stockfinsterer Nacht auf der Landstraße ein wuchtiger Kilometerstein mitten auf der Straße im Scheinwerferlicht auftaucht und er diese Begegnung unterwegs nur mit einer Vollbremsung gemeistert kriegt. Nachdem das Herzklopfen dann vorbei war, stieg er aus, räumte den Stein beiseite und da er in der Dunkelheit nicht wusste, wohin damit, hat er ihn zur Gefahrenbeseitigung vorsichtshalber im Kofferraum „entsorgt“. Eventuelle Gedanken an „Mausen“ öffentlichen Eigentums wischt er mit dem Argument weg, dass es ja eine lebensrettende Maßnahme auch für andere Fahrer in dunkler Nacht gewesen sei. Auf keinen Fall sei das ein Diebstahl, sondern doch schon eher eine Art künstlerischen „Mundraubs“, denn der Stein findet sich nun in der Ausstellung als Objekt in einer Skulpturenreihe wieder.

Auch aus solchen nun nicht gerade erfreulichen Erlebnissen unterwegs holt er sich künstlerische Inspiration. Aber auch beim Blättern in der Märchensammlung der Gebrüder Grimm, wie seine Umsetzung der Geschichte von Rapunzel zeigt, die mit ihrem langen Zopf den Geliebten in die Kerkerzelle holt. Die Geschichte des Simplicissimus findet man hier auch in Ton gebrannt wieder. Ebenso eine verbeulte Tonne, die er beim Schippern auf dem Fluss fand, ist nun Ausgangspunkt einer Skulpturenreihe in dieser Ausstellung. „Das sind Dinge, denen ich auf meinem Lebensweg unterwegs begegnete“, umschreibt er das Thema seiner Ausstellung.

Sein Lebensweg begann 1938 in Stettin. Dann verlebte er im Randgebiet von Berlin seine Kindheit und erste Jugendjahre, ging in den 50er-Jahren mit den Eltern nach Düsseldorf, wo er Kunst studierte.

Seit 2002 ist er in Ilow sesshaft und fühlt sich in diesem Ort nicht nur zu Hause, sondern geradezu wie in einem Künstlerhimmel auf Erden.

Das sind Dinge, denen ich auf meinem Lebensweg unterwegs begegnete.“Künstler Burghard

Schumann aus Ilow

Bis Ende Oktober ist das Café täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag, dem 20. September, um 19 Uhr steht dort das Konzert „A Tribute to Joan Baez“ mit Angela Klee und Holger Niemann auf dem Programm.

Helmuth Vogt

Ein Themenabend unter dem Motto „Organe spenden, heißt Leben schenken“ findet am Mittwoch, dem 11. September, im Filmbüro Mecklenburg-Vorpommern in der Bürgermeister-Haupt-Straße 51-53 statt.

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