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Historische Bücher zum Jubiläum lesbar(er)

Bad Kleinen Historische Bücher zum Jubiläum lesbar(er)

Onlinebibliothek aus Bad Kleinen mit Fördermitteln aus Schwerin unterstützt

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Carola und Steffen Herbst aus Bad Kleinen mit Büchern in Frakturschrift. Sie freuen sich, dass es gerade Fördermittel aus Schwerin für ihre Onlinebibliothek unter www.lexikus.de gab.

Quelle: Nicole Hollatz

Bad Kleinen. Große Freude bei Carola und Steffen Herbst aus Bad Kleinen. Der „Ausbau“ ihrer Onlinebibliothek wurde gerade mit einem Zuwendungsbescheid des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur „Förderung von Projekten im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum 2017“ unterstützt. Eine große, nicht nur monetäre Anerkennung für viel Ehrenamt zur Rettung historischer Buchschätze. In der digitalen Bibliothek (www.lexikus.de) stehen derzeit mehr als 3500 Publikationen in 30 Themenbereichen zur Verfügung.

Und sie soll weiter wachsen. 5000 Euro für „den beispielhaften Aufbau der Onlinebibliothek ,Reformationszeit’ mit der Digitalisierung von reformatorischen Schriften und deren Umwandlung von der Fraktur- in Antiquaschrift zur dauerhaften unentgeltlichen Nutzung durch Interessenten und Wissenschaftler (Studenten etc.)“ heißt es aus dem Referat „Kirchenfragen“ des Landes. Steffen Herbst: „Das ist erstmalig, dass das Land so ein Projekt fördert.“ Das Land habe, so der Verleger und Freund alter Bücher, erkannt, dass viele historische Schätze ungenutzt bleiben, weil nur noch wenige Menschen die Frakturschrift lesen können. „Jüngere meist gar nicht mehr“, so Steffen Herbst. Die Frakturschrift war von Mitte des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum, bevor sie nach und nach von der heutigen Antiquaschrift abgelöst wurde. Carola und Steffen Herbst retten die alten Bücher in Frakturschrift, transkribieren sie, machen sie online lesbar und damit weltweit zugänglich. Steffen Herbst schwärmt von den Büchern aus der Vergangenheit, beispielsweise von denen aus dem 19. Jahrhundert mit ihrem hohen Unterhaltungswert. Ein Beispiel für „Reformationsliteratur“: Julius von Wickede (1819-1896) schrieb 1869 über den „Rebell von St. Petri“ und beleuchtete so in seinem Roman die Reformationszeit in Mecklenburg mit Joachim Slüter. Slüter wurde 1523 Kaplan der Rostocker St.-Petri-Kirche, er begann dort, im evangelisch-lutherischen Sinne zu predigen, und holte so die Gedanken der Reformation ins Land. Wickede, der Autor aus dem 19. Jahrhundert, schrieb in seinem historischen Roman, wie es in den Straßen Rostocks „gegärt“ haben muss. Die beiden Bände des historischen Romans sind nun sogar als Druckausgaben erschienen, zum historischen Roman kommt das wissenschaftliche Buch „Joachim Slüter - die Reformation in Rostock“ von Franz Carl Serrius, gedruckt 1840. Auch lesbar gemacht und damit gerettet von Steffen und Carola Herbst.

„Wir würden gerne 95 Reformations-Publikationen bis zum Reformationsjubiläum machen“, sagt Steffen Herbst lachend. Material gäbe es genug. „Die Rohstoffe für unsere Onlinebibliothek sind in den Archiven und Bibliotheken zu finden, das wird in der Regel eingescannt oder liegt schon als Digitalisat vor.“ Seit Jahren wird Archivgut digitalisiert, lesbar sind die Scans nur für „Könner“ der Frakturschrift. Transkribiert und in der Onlinebibliothek mit den modernen Möglichkeiten der Volltextsuche und Verlinkung sind die Texte ein Schatz.

Bücher

Folgende Bücher sollen zum Projektstart transkribiert und in die Onlinebibliothek unter www.lexikus.de eingepflegt werden – Serrius: „Joachim Schlüter oder die Reformation in Rostock“

(1840), Wickede: „Joachim Slüter oder die Reformation in Mecklenburg, Band 1-4“ (1869), Gryse/ Arndt: „Joachim Slüter, erster evangelischer Prediger zu Rostock“ (1832), Schottmüller: „Luther. Ein deutsches Leben - Volkstümliche Bilder und Erzählungen aus Deutschlands Vergangenheit und Gegenwart“ (1860), Dr. Schnell „Mecklenburg im Zeitalter der Reformation 1503 -1603“ (1900), Eberle, Ledderhose: „Die vier Reformatoren: Luther, Melanchton, Zwingli und Calvin: Leben und Auswahl ihrer Schriften. Band 1-2“ (1862), Krummacher/ Sigwart: „Die vier Reformatoren: Luther, Melanchton, Zwingli und Calvin: Leben und Auswahl ihrer Schriften. Band 3-4“ (1862), Braune: „Das Zeitalter der Reformation: Ein Vortrag gehalten am 27. November 1867“.

Nicole Hollatz

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