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Wismar In der Badewanne mit Adolf

270 Theaterbesucher erlebten mit dem Kabarett „Leipziger Pfeffermühle“ einen launigen Abend

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Die drei Engel Peters (Rebekka Körbernick), Pollmann (Rainer Koschorz) und Paschke (Frank Sieckel, v. l.) sollen die Amtsgeschäfte des Himmels für die Region Deutschland übernehmen.

Wismar. . „Drei Engel für Deutschland“ erlebten gut 270 Gäste am Mittwochabend im Wismarer Theater. Die „Leipziger Pfeffermühle“ war mit ihrer Version der „Schröpfungsgeschichte“ zu Gast. „Ich fühle mich so platt wie ein Puddingteilchen in der Gesäßtasche von Reiner Calmund“ – kein Geringerer als Gott persönlich saß bei seiner Psychotherapeutin auf der Couch. „Ich glaub nicht mehr an mich, ich glaube, ich bin Atheist geworden!“ Er klagte Burn-out, auch weil er sich nach dem One-Night-Stand mit Maria und dem, was daraus entstand, nicht mehr „traut“.

OZ-Bild

270 Theaterbesucher erlebten mit dem Kabarett „Leipziger Pfeffermühle“ einen launigen Abend

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„Er“ wurde für 1000 Jahre krankgeschrieben, der „HÖD“ – der Himmlische Öffentliche Dienst – übernahm die Amtsgeschäfte. Und drei Engel die Aufsicht über Deutschland, während der Chef sich bei Klangschalentherapie und veganem Stricken wieder erholte. Größtes Problem der Engel Peters (Rebekka Körbernick), Pollmann (Rainer Koschorz) und Paschke (Frank Sieckel): In Deutschland ist einiges an Mist los! Und sie sind eben auch nur Beamte. „Bei ihm fällt jeder Bewegungsmelder in den Winterschlaf!“, kommentierte einer der Männer über den anderen. Wunderbar: Rebekka Körbernick als Merkel mit Entengang und Raute im Boxring. „Lach doch mal, du guckst wie ein Scheidenkrampf“, meinte ihr Trainer. Dabei sind ihre Gegner nicht ohne: Sigmar Gabriel – zu dick zum eleganten Umrunden im Boxkampf.

Der nächste sieht aus wie Donald Duck, ist aber wohl doch der neue amerikanische Präsident – der Ausgang dieses Kampfes ist noch offen.

Die drei Schauspieler bauten alle paar Minuten eine neue Szene auf. Mal planschten Frauke Petry und der wieder auferstandene Führer gemeinsam „in der braunen Brühe“, mal lästerten sie alle zusammen über die Bundeswehr und ihren ganz geheimen Friedensauftrag mit Sturmgewehren, die nur für den Häuserkampf gedacht sind, weil sie um die Ecke schießen.

„Wir haben bald nur noch drei wirkungsvolle Massenvernichtungswaffen in Deutschland: Mario Barth, die Amigos und Florian Silbereisen!“ Der böse Blick auf das Zeitgeschehen: Einer der Engel ist nun Nudist. Radikaler Nudist, fünfmal am Tag muss er sich ausziehen und die Glocken läuten. Der Blick auf die Uhr: Es ist so weit, und das Theater soll mitmachen, sonst fühle er sich religiös beleidigt.

Stark auch der Gesang der drei Akteure, sie dichten aus Leonard Cohens „Halleluja“ kurzerhand eine Lobeshymne für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Ein unterhaltsamer Abend mit bitterernstem Beigeschmack. Beispielsweise Rebekka Körbernick als blonde Millionärsgattin Carmen Geiss, wie sie mit der tief kratzigen Stimme ihren Mann „Roooobert“

ruft. Und nebenbei den am Strand gefundenen, fast ertrunkenen Flüchtling beschreibt. „Ich wollte schon immer einen Butler!“

Das Programm

Die drei Engel Paschke, Pollmann und Peters kommen auch in ihrem zweiten Programm nicht zur Ruhe, denn der „Himmlischen Öffentliche Dienst“ mit der Abteilung Deutschland steht vor seiner größten Herausforderung. Den Chef hat es schwer erwischt: Gott hat einfach die Nase gestrichen voll vom Treiben auf der Erde. Keiner hört mehr auf ihn, die Menschen machen, was sie wollen. Und weil er nicht mehr mit ansehen kann, was in seinem Namen für ein Mist passiert, lässt er sich für die nächsten 1000 Jahre krankschreiben und verschwindet ins Sabbatical, um in der Reha zwischen Klangschalentherapie und Tantra Yoga seine eigene Mitte wieder zu finden. Ohne Chef und Dienstanweisung, quasi als Depressionsvertretung, müssen die drei Engel die Probleme von Deutschland in den Griff bekommen, damit hier nicht alles im alternativlosen Chaos versinkt.

(Leipziger Pfeffermühle)

Nicole Hollatz

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