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Inselweiber retten die Fischerei

Hohen Viecheln Inselweiber retten die Fischerei

Das neue Stück von Niels Hamann hat am 9. August in Hohen Viecheln Premiere.

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Choreografin Regina Ebeling zeigt bei den Proben zu dem Stück „Die Inselweiber“ vollen Körpereinsatz. „So müsst ihr euch auf den Tisch legen“, ruft sie und macht es gleich vor. Premiere ist am 9. August in Hohen Viecheln.

Quelle: Franziska Ebeling

Hohen Viecheln. Wir schreiben das Jahr 1654, der Dreißigjährige Krieg ist wenige Jahre her, da wird in Hohen Viecheln eine Fischereigrenze durch den Schweriner See gezogen. Das sorgt für Unruhe. Was damals passiert ist, welche Rolle die Frauen sowie eine ungarische Familie spielten, zeigt das neue Stück von Niels Hamann: „Die Inselweiber“. Die „Theatercompagnie der Fischer MV“

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Das neue Stück ist ein historisch- musikalisches Bilderbuch. Es erzählt eine Geschichte vor dem realen geschichtlichen Hintergrund.“ Niels Hamann (61), Autor und Regisseur

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wird es an den vier Wochenenden im August auf die Freilichtbühne am See bringen.

Nach „Der Kuss der Elisabeth“ vor zwei Jahren ist Autor und Regisseur Niels Hamann (61) erneut in die Geschichte des Ortes eingetaucht. Wieder spielt sein Stück vor einem historisch belegten Hintergrund und wieder steht die Fischerei im Mittelpunkt. „Die Fischerei ist das Kontinuum, das durch die große Geschichte gestört wird“, sagt Niels Hamann. Im Dreißigjährigen Krieg sei immerhin halb Europa durch die Region um den Schweriner See marschiert. Und wieder geht es um die Familie Prignitz, die noch heute dort ansässig ist und Fischerei betreibt. Dieses Mal erzählt das Stück, wie Cord Prignitz in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Hohen Viecheln auftaucht, eine schöne Frau findet und eine Fischereidynastie gründet.

Daneben geht es um den jahrelangen Streit zwischen Wismar und Schwerin wegen der Fischereirechte auf dem Schweriner See: Wismar gehörte zu Schweden, Schwerin war Hauptstadt des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin. Der Kampf um die Fischereirechte endete mit einer Grenze durch den Nordteil des Sees. Sie schließt noch heute das Fischereigebiet der Familie Prignitz nach Süden ab.

Geprobt wird seit dem Frühjahr, und bei der Regie wird Niels Hamann von Choreografin Regina Ebeling unterstützt. Im Einsatz sind etwa 70 Akteure, davon 40 bis 45 auf der Bühne. Die Laienschauspieler der „Theatercompagnie der Fischer“ kommen aus Wismar, Schwerin, Rostock und natürlich aus Hohen Viecheln. „Inzwischen haben die Kleinsten, die zur Einweihung der Bühne 2007 das erste Mal dabei waren, ihre ersten festen Freunde“, sagt Niels Haman mit einem versonnenen Lächeln. Einige von ihnen werden auch bei den „Inselweibern“ zu sehen sein.

Am Sonnabend, 27. Juli, beginnt die heiße Phase der Proben, denn am Freitag, 9. August, wird das „historisch-musikalische Bilderbuch“, so der Untertitel, das erste Mal aufgeblättert. Weitere Vorstellungen auf der Freilichtbühne am Schweriner See, die Platz für 500 Besucher hat, sind für den 10., 16., 17., 23., 24., 30. und 31. August geplant. Einlass ist jeweils ab 18 Uhr, Spielbeginn um 20 Uhr. Zuvor bietet eine Kulturgruppe aus der Region ein kleines Programm. Für Speis und Trank ist mit Spezialitäten aus Nordeuropa ebenfalls gesorgt. Wie Niels Hamann zudem verriet, wird für das Theaterstück extra ein „Weiberbier“ gebraut.

Karten für 16,50 Euro in Block A und 13,20 Euro in Block B gibt es im Servicecenter der OSTSEE-ZEITUNG, Mecklenburger Straße 28, in Wismar. Per E-Mail an inselweiber2013@web.de können Tickets auch vorbestellt werden. An der Abendkasse kostet die Karten 18 und 15 Euro. Der Vorverkauf läuft.

Theater als Lobbyarbeit für die Fischer
Die Theatercompagnie der Fischer MV ist eine Gruppe von Laienschauspielern, bei denen viele mindestens ein Familienmitglied oder einen Vorfahren haben, der Fischer ist oder war.

Die Theatergruppe will auch ein bisschen Lobbyarbeit für die 260 Binnenfischer im Land machen. Zum Beispiel hat sie Plakate mit Fischarten drucken lassen. „Wenn ich sehe, dass Kinder heute einen Kaulbarsch nicht mehr vom Rotkehlchen unterscheiden können, ist das dringend notwendig“, sagt Niels Hamann (61), Mitglied der Theatercompagnie, Autor und Regisseur.

 

 

Sylvia Kartheuser

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