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Jamel rockt mit Kultband Alphaville

Jamel Jamel rockt mit Kultband Alphaville

Erstmals gibt es Schaukämpfe von Promi-Boxern. Birgit und Horst Lohmeyer werben noch um Spenden.

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Sylvia Bretschneider

Jamel. Aus dem Dorf Jamel, sonst bekannt für seine überwiegend rechtsextremenen Bewohner und Aktivitäten, kommt am Wochenende wieder ein lautstarkes Zeichen für Demokratie und Toleranz. Bei der achten Auflage des Open Air Festivals „Jamel rockt den Förster“ tritt am Sonnabend unter anderem die Band „Alphaville“ auf, die vor allem in den 1980er-Jahren mit Hits wie „Big in Japan“ oder „Forever young“ eine internationale Fangemeinde gewann.

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Sylvia Bretschneider

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„Dafür, dass sie bei uns umsonst spielen, wollen sie eine gute Technik. Die müssen wir uns leihen“, erklärt Birgit Lohmeyer, die mit ihrem Mann Horst das Festival wieder federführend ehrenamtlich organisiert. Das bedeutet für den Musiker und die Autorin vor allem: Werben um Fördergelder und Spenden.

Um die Bands hingegen müssen sie nicht mehr werben. „Wir kriegen viele Bewerbungen übers Jahr hinweg“, sagt Birgit Lohmeyer. Selbst die Musiker von „Alphaville“ kannten ihr Festival schon und hätten ihrerseits über die Amadeu-Antonio-Stiftung Kontakt zu ihnen aufgenommen.

Neu sind in diesem Jahr Boxwettkämpfe, bei denen mit dem Trainer Fritz Sdunek, dem Profiboxer Jürgen Brähmer, den Ex-Profis Sebastian Sylvester und Sebastian Zbik oder den ehemaligen Amateurboxern Andreas Tews und Andreas Zülow Größen der Sparte antreten wollen. Die Verbindung sei durch persönliche Kontakte aus dem Helferteam zum BSC Traktor Schwerin zustande gekommen, erzählt die Organisatorin.

„Wir sind mittlerweile im achten Jahr unseres Festivals und immer bekannter geworden“, erklärt sie die Vielzahl der prominenten Gäste. Seit 2014 sei Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider nicht nur Schirmherrin der Veranstaltung, sondern fördere diese auch persönlich. „Sie war sehr aktiv für uns, gerade im Sponsorenbereich war sie sehr erfolgreich.“ Über die Initiative „Wir. Erfolg braucht Vielfalt“ seien viele Spenden eingeworben worden. Über die Landeszentrale für politische Bildung sowie über Crowdfunding via Internet (www.betterplace.org/p19160) ebenfalls. Crowdfunding ist eine Methode zur Geldbeschaffung für ein Projekt, an der sich viele einzelne beteiligen können — für die Gagen der Bands, mit Ausnahme von „Alphaville“, für Hotelkosten oder Aufwandsentschädigungen für Helfer beispielsweise. Bis gestern waren auf diesem Weg jedoch nur 60 Prozent des allein dort bezifferten Budgets von 6000 Euro erreicht. Die Kosten sind weitaus höher. Ein Drittel entfalle auf die Sicherheitsfirma. „Wir sind sicherlich eines der bestgesicherten Festivals. Auf dem Gelände haben wir die Sicherheitsfirma, draußen die Polizei. Trotzdem gibt es immer noch Vorbehalte in der Bevölkerung, nach Jamel zu fahren“, hat Birgit Lohmeyer festgestellt. Von den elf Häusern des Dorfes seien sieben von Nazis bewohnt. Die und ihre Sympathisanten müssen allerdings allesamt draußen bleiben.

Von Jahr zu Jahr wuchs das „Forstrock“-Publikum, zuletzt kamen laut Lohmeyers mehr als 500 Besucher zum Konzert unter freiem Himmel. Einige, die an beiden Tagen teilnehmen, verbringen die Nacht in Zelten, für die auf dem Gelände genügend Platz vorhanden ist. „Wir haben noch Luft nach oben. Bei 1000 Besuchern machen wir zu.“ Auch die ehemalige Landrätin Birgit Hesse, inzwischen Arbeits- und Sozialministerin in M-V, will kommen. „Sie hat uns nicht nur von Anfang an unterstützt, sondern sogar das Festival mitinitiiert“, sagt Horst Lohmeyer.

Morgen beginnt der Bühnenaufbau auf dem weitläufigen Grunstück des engagierten Ehepaars. Parkflächen stellt die Gemeinde auf einem benachbarten Grundstück zur Verfügung.

Programm und Eintrittspreise
Freitag, 29. August:

18 Uhr Einlass
19 Uhr: Sonuvab!tch (Nu Metal, Rock) aus Rostock
20.30 Uhr: Crushing Caspars (Hardcore) aus Rostock
22.30 Uhr: Ohrenfeindt (deutschsprachiger Hardrock) aus St. Pauli

Sonnabend, 30. August:

12 Uhr Einlass
12.30 bis 16 Uhr: Wettkämpfe Boxen, Schachboxen und Aikido
12 bis 18 Uhr: Vorstellungen und Infostände von Initiativen wie „Wir. Erfolg braucht Vielfalt“, dem Landtag („Landtag vor Ort“ mit Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und Abgeordneten des Landtags) und Sportvereinen
17 Uhr: Pottpoeten (deutscher Hiphop) aus dem Ruhrgebiet
18.30 Uhr: Pfefferminz (Westernhagen-Coverband)
20.30 Uhr: Alphaville
(80er-Synthiepop)
22.30 Uhr: Starfucker (Rolling
Stones-Coverband spielen mit Gastmusiker Mike Kilian von der Band
Rockhaus)
0.15 Uhr: Tequila & the Sunrise
Gang (neun-köpfiger Ska-Punk)
aus Kiel


Der Eintritt kostet am Freitag
12 Euro für Erwachsene und 8 Euro
für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren, am Sonnabend zwischen 12 und 16 Uhr 10 Euro (Erwachsene) beziehungsweise 6 Euro (Jugendliche) und
ab 16 Uhr 14 Euro beziehungsweise 10 Euro. Freier Eintritt für Kinder
bis 12 Jahre, Jugendliche bis 16 Jahre nur in Begleitung eines Erwachsenen. Kein Zutritt für Personen aus rechtsextremen Organisationen und deren Sympathisanten.

 



Ulrike Oehlers

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