Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Junge wilde „Räuber“ gesucht
Mecklenburg Wismar Junge wilde „Räuber“ gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:10 26.08.2014
Bei der Inszenierung von Schillers „Räuber“ ist wieder der Einsatz von Masken und Rhythmus geplant. Max Dannenberg (14) übt mit Regisseur Lars Maué schon mal den „Anstrich“. Fotos (2): Ina Schwarz

Der Wismarer Lars Maué eröffnet ein neues Theaterprojekt. Für Friedrich Schillers berühmte „Räuber“ sucht der Schauspieler, Theaterpädagoge und Maskenbauer noch Mitspieler.

„Junge Leute zwischen 13 und 22 Jahren, die Lust auf ein vielschichtiges Jahresprojekt haben“, erklärt Maué. Das Casting für sein Vorhaben läuft am 3. September auf dem Gelände der Klußer Kulturmühle, dessen Verein Träger der modernen „Räuberbande“ sein wird. Auch die Mecklenburger AnStiftung ist bereits auf das Projekt aufmerksam geworden und hat die Schirmherrschaft übernommen.

Geschäftsführerin Andrea Vogler-Lehmann, die ihr Büro in der Wismarer Papenstraße hat, freut sich: „Ich habe das Konzept gelesen, korrigiert und dann mit einer Empfehlung an einen Stifter weitergegeben. Die „Mehr! Entertainment GmbH“ aus Düsseldorf gab schließlich 10 000 Euro.

„Eine tolle Basis“, jubelt der Regisseur. Erst vor wenigen Wochen zog die Premiere seines frei inszenierten Theater-Projektes „Antigone sucht ihr Lachen“ die Aufmerksamkeit vieler Zuschauer auf sich — unter anderem beim Internationalen Straßentheaterfest „BoulevART“.

Der 14-jährige Max Dannenberg ist Feuer und Flamme für das bevorstehende Räuber-Projekt. „Ich wäre gern Franz von Moor“, schwärmt der Schüler vom Wismarer Geschwister-Scholl-Gymnasium. Er will Schauspieler werden und hat Schiller bereits gelesen. Max war bei „Antigone“ dabei und wird sich auch das Casting am 3. September nicht entgehen lassen. Er weiß, was all jene erwartet, die Lust haben, sich auf das Räuber-Projekt einzulassen. „Es braucht viel Disziplin, Einlassen und Engagement“, sagt der Schüler. „Wir haben uns etwa einmal die Woche für drei Stunden getroffen. Viele Gespräche, Körpertraining . . . Im Grunde ging es immer wieder um Kontakt, Kontakt, Kontakt.“

In seiner Theaterarbeit vermittelt Lars Maué Sozialkompetenzen. „Es geht vor allem um Vertrauen“, erklärt der Theatermann. „Natürlich dauert es eine Weile, bis die Jugendlichen sich trauen, zum Beispiel einen spielerischen Exzess zu riskieren und alles voreinander zu teilen.“

Schillers „Räuber“ lehnen sich an eine Überarbeitung und Texte von Dramaturg David Chotjewitz an. Die Geschichte hat viele Parallelen zur heutigen Zeit: Eine Gruppe von Gymnasiasten im Elite-Internat reißt aus der Strenge und Reglementierung des Schulsystems aus. Mit der Hoffnung auf Freiheit sind sie konfrontiert mit dem, was dann notwendig ist: Gruppen-Konflikte und Überlebensmaßnahmen. Die Hauptfigur Karl und seine Kameraden führen im Wald ein Räuberleben à la Robin Hood. Von der Polizei verfolgt, schrumpft die Gruppe. Bruder-Rivalitäten wüten. Als Karl ins bürgerliche Leben zurück will, wird er von seinen Kumpanen zurückgehalten. In diesem Konflikt erschießt er seine Geliebte und liefert sich der Polizei aus.

Das Stück will Sprachrohr sein für das, was Jugendliche zum Thema Zwang heute bewegt. Lars Maué: „Und es schafft bestenfalls ein neues Bewusstsein von Aufbruch und Freiheiten.“

Die Premiere der „Räuber“ ist als Freilichttheater im kommenden Sommer in Wendorf geplant.

Das Casting
Ein Casting zum Theater- und Maskenstück mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen findet am 3. September um 16 Uhr auf dem Gelände der „Klußer Mühle“ statt. Die Projektkoordination liegt in den Händen des Vereins Kulturmühle Wismar.



Mitmachen können junge Leute zwischen 13 und 22 Jahren. Neben Schauspielern werden auch noch Interessenten gesucht, die Aufgaben im Bereich der Bühnen- und Kostümassistenz übernehmen können.


Schnürstiefel: Für die Ausstattung seiner Räuber im Stück sucht Regisseur Lars Maué noch schwere Schnürstiefel, je älter und abgewetzter desto besser. Kontakt: raeuber@maue-masken.de



Ina Schwarz

Die Entwurfspläne liegen seit gestern öffentlich aus und sollen diskutiert werden. Die Stadtverwaltung lehnt einen Kreisel ab.

26.08.2014

Zwei größere Unfälle ereigneten sich gestern auf der A 20 in Richtung Lübeck. Gegen 5.40 Uhr wollte die Fahrerin eines Ford etwa vier Kilometer hinter der Anschlussstelle ...

26.08.2014

Nu sünd de groten Ferien vörbi un för väle Kinner is de ierste Schauldag. Vör een Johr is mien Urenkel Tamme inschault wurden. He hett, genau wie sien grot Schwester, een gaudet Tüchnis.

26.08.2014
Anzeige