Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Kleiner Oktopus mit großer Symbolik

Wismar Kleiner Oktopus mit großer Symbolik

Die international bekannte Künstlerin Katharina Fritsch zeigt in St. Georgen ein Werk

Voriger Artikel
Konzert am 6. Mai in St. Georgen
Nächster Artikel
Europa – was kann das sein?

Katharina Fritsch zeigt ihren orangefarbenen Oktopus in St. Georgen. Die Künstlerin aus Düsseldorf ist für ihre Plastiken international bekannt. FOTOS (2): NICOLE HOLLATZ

Wismar. Ein leuchtend oranger Oktopus mit einem schwarzen Taucher – allein die starke Farbigkeit bewahrt das Objekt von Katharina Fritsch davor, im großen Kunstraum St.

OZ-Bild

Die international bekannte Künstlerin Katharina Fritsch zeigt in St. Georgen ein Werk

Zur Bildergalerie

Georgen unter zu gehen. Ein kleines Ungeheuer in einer für Monster untypischen Farbe, noch kleiner die menschliche Figur, ganz in Schwarz, als wäre der Taucher das personifizierte Böse. Zum Glück ist die Krake unter Glas und steht auf Augenhöhe mit den Ausstellungsgästen, die Gefahr, dass Tier und Mensch gemeinsam in den Fluten oder der Gewaltigkeit des Kirchenbaus versinken, ist gering. „Ich hoffe, die Wismarer sind nicht enttäuscht“, sagt Katharina Fritsch beim Aufbau in St. Georgen. Gestern Abend wurde die Ausstellung mit dem einen Werk der bekannten Künstlerin in der Vierung der Kirche feierlich eröffnet. Katharina Fritsch ist seit drei, vier Jahrzehnten international bekannt für ihre meist lebens- bis übergroßen Darstellungen von Menschen und Tieren in einer monochromen Farbgebung und reduziert auf die Form. Für die Ausstellung in Wismar hat sie mit Bedacht „nur“ den kleinen Oktopus mit Taucher mitgebracht – im Spielzeugformat. „Als Kontrast zur großen Kirche“, begründet sie die Wahl. Und auch als Symbol. Als gläubige Katholikin kenne sie die Erzählungen von wunderwirkenden Marienbilder und Reliquien. „Das soll die kleine Figur in dieser Kirche übernehmen, dieses Gefühl würde ich hier gerne erzeugen“, sagte sie und blickt in den sonst leeren Raum. Ihr schwarzer Taucher blickt nun in den Chorraum, dorthin, wo einst Altar und Kreuz standen, umschlungen von den langen Tentakel des Tieres – fast könnte es die Assoziation des Gekreuzigten erwecken. Anbetungswürdige Kunst als Ersatz für ein Kreuz, einen Altar in der Kirche? Ein Oktopus statt eines vermeidlichen Holzsplitter vom Kreuz Jesu? Oder gar eine heidnische Gottheit mit ihrem Menschenopfer? Kleine Kunst, die viel Platz für große Gedankengänge lässt.

Katharina Fritsch ist begeistert. Vom Raum, der auch Platz für ihre großen Werke bieten würde. „Vielleicht mache ich hier mal eine größere Ausstellung“, sagt die Frau, die gerade mehrere zeitgleich in den USA vorbereitet. Ein bisschen Wehmut scheint mitzuklingen, wenn die Künstlerin erzählt, wie Professor Udo Scheel von St. Georgen als einem Ort für Kunst schwärmte und dem es wieder einmal gelang, international bekannte Kunst nach Wismar zu locken.

Scheel ist seit 2011 im Vorsitz des Kunstbeirats der Hansestadt und damit direkt im Projekt „Kunstraum St. Georgen“ involviert. „Nun, wenn ich hier stehe, kann ich seine Begeisterung für den Raum nachempfinden“, meint die Künstlerin.

Bis zum 10. Mai ist der „Oktopus“ von Katharina Fritsch in der St.-Georgen-Kirche zu sehen (9 bis 17 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Fragil
Jane Birkin bei einem Konzert in Budapest 2012.

Jane Birkin singt seit mehr als 30 Jahren Gainsbourg. Doch diesmal klingen die Chansons des „Enfant terrible“ anders. Ihre Tournee bringt die 70-Jährige auch nach Deutschland.

mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.